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Tina Deeken absolviert mit ihrem Rennrolli über 5 Kilometer

Die gebürtige Löningerin ist beim Hasetal-Marathon eine besondere Teilnehmerin. Sie geht mit ihrem Rennrollstuhl an den Start.

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Start in Löningen: Gemeinsam mit ihrem Begleiter Tobias Prüßner wird die Rennrollifahrerin Tina Deeken am Hasetal-Marathon teilnehmen und in der Disziplin 5-km-Lauf virtuell die Strecke zurücklegen. Foto: Tina Deeken

Start in Löningen: Gemeinsam mit ihrem Begleiter Tobias Prüßner wird die Rennrollifahrerin Tina Deeken am Hasetal-Marathon teilnehmen und in der Disziplin 5-km-Lauf virtuell die Strecke zurücklegen. Foto: Tina Deeken

Nein, Tina Deeken (Eintracht Hannover) ist ganz sicher keine Sportlerin, die gerne im Mittelpunkt steht, ist keine Sportlerin, die täglich in der Zeitung steht, ist keine Läuferin, der es um die ganz großen Rekorde geht. Doch die gebürtige Löningerin ist beim Hasetal-Marathon des VfL eine besondere Teilnehmerin. Sie möchte Werbung für das Löninger Laufevent und noch mehr Werbung für den Parasport machen, landläufig besser bekannt unter dem Begriff Behindertensport.

„Nachdem Tina per E-Mail angefragt hatte, ob sie als Rennrollifahrerin bei unserem virtuellen Lauf mitmachen darf, waren wir zunächst etwas peinlich berührt, denn unsere Website sagt in der Tat viel zu wenig über die Parasport-Möglichkeiten bei uns“, sagt Stefan Beumker au dem Löninger Organisationsteam. „Alle unsere Wettbewerbe, vom Marathon bis zum Bewegungslauf für die Bambinis im Kindergartenalter, sind bei uns als Disziplinen für Parasportler zugelassen. Der Löninger Behindertenbeauftragte Ralf Lampe hat sämtliche Strecken abgenommen und sie durchgängig als geeignet für Rennrollstuhlfahrer eingestuft. Das freut uns natürlich sehr. An der Außendarstellung in dem Bereich müssen wir allerdings definitiv noch arbeiten“, erläutert Beumker.

„Wir haben Tina gefragt, ob wir über ihre Startabsichten bei uns berichten dürfen. Sie wollte zunächst eine Nacht über die Anfrage schlafen, hat dann aber zugesagt und uns über sich sowie ihren sportlichen Werdegang berichtet“, schildert Beumker den weiteren Kontakt.

Deeken arbeitet als Förderschullehrerin in Hannover

Die 44-Jährige ist in Löningen geboren. Im Jahr 1996 ist sie nach dem Abitur zum Studium der Sonderpädagogik nach Hannover gegangen und dort mittlerweile als Förderschullehrerin in der Inklusion tätig. Im Alltag sitzt sie noch nicht im Rolli, wie sie ihr Fahrhilfe liebevoll nennt, sondern geht noch mit zwei Orthesen an den Beinen und Gehstöcken.

In der Kindheit hatte sie bereits engen Kontakt zum VfL Löningen. Sie war in der damals neu gegründeten Schwimmabteilung aktiv und schnupperte bei den Leichtathleten hinein. Vor allem spielte sie aber beim VfL Tennis. Aufgrund eines angeborenen Hüftschadens, einer daraus resultierenden Operation und beginnenden Lähmungserscheinungen, insbesondere im linken Bein, musste Deeken diese Sportart jedoch bereits im Jugendalter wieder aufgeben. Auch aus therapeutischen Gründen hat sie dann in Hannover irgendwann wieder mit dem Schwimmen begonnen und kam auf diesem Wege zum Triathlon. Lange übte sie diesen als Duathlon ohne die Laufstrecke oder als Schwimmerin in einer Staffel aus.

Sie ist begeisterte Freiwasserschwimmerin, hat zum Beispiel die Wörthersee-Längsquerung (17,5 Kilometer) im September 2020 oder den Wettbewerb „Quer durchs Meer“ in Bad Zwischenahn 2018 absolviert. Auch am Triathlon an der Thülsfelder Talsperre nahm sie schon teil. Und genau über den Triathlon-Sport kam bei ihr die „Idee Rennrollstuhl“ für die dritte Triathlon-Disziplin.

Sportlerin startet häufig mit Begleitläufer

Zunächst erhielt Deeken einen Rennrollstuhl als Leihgabe des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen. Im vergangenen Jahr ermöglichten ihr die Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen sowie ein privater Spender den Kauf eines eigenen Renrollis. Sie hat dann in Hannover begonnen, bei einigen Volksläufen mitzumachen. Bei diesen Läufen, wie auch beim Triathlon, startet sie häufig zur Sicherheit mit einem Begleitläufer auf der Laufstrecke, weil diese Rollis nicht sehr wendig sind im häufig engen Läuferfeld, und auch, da die Geschwindigkeit je nach Bodenbelag und Höhenunterschieden stärker variiert als bei den „normalen“ Läufern.

Ihre Eltern wohnen noch in Löningen und so war für Deeken schnell klar, dass sie auch beim diesjährigen virtuellen Hasetal-Marathon – die Originalstrecke in Löningen läuft direkt an der elterlichen Haustür vorbei – starten möchte. „Ich bin froh, dass das Löninger Orga-Team so offen und direkt mit der Teilnahme von Parasportlern umgeht“, so Deeken.

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