Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Tennisspieler machen Druck auf die Politik

Aufgrund der Corona-Schließung werden im April keine Mitgliedsbeiträge eingezogen. Die Sehnsucht nach dem „weißen Sport“ ist bei allen groß.

Artikel teilen:
Die Tennisplätze sind bis auf Weiteres gesperrt: Matthias Soika, Ressortleiter „Sport“ (links), und der Vorsitzende Josef Schlarmann berichten über das Vereinsleben in Corona-Zeiten und die geplante Hallenerweiterung sowie die Sanierung einiger Außenplätze. <br>Foto:  Timphaus

Die Tennisplätze sind bis auf Weiteres gesperrt: Matthias Soika, Ressortleiter „Sport“ (links), und der Vorsitzende Josef Schlarmann berichten über das Vereinsleben in Corona-Zeiten und die geplante Hallenerweiterung sowie die Sanierung einiger Außenplätze.
Foto: Timphaus

Lohne. Tennis-Tristesse statt Filzball-Festspiele: Während in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern die Tennisplätze wieder geöffnet sind, dürften die Spielerinnen und Spieler in anderen Bundesländern wohl noch länger warten.

Auch der Tennisverein Lohne rechnet laut dem Vorsitzenden Josef Schlarmann damit, dass "bis auf Weiteres" kein Trainings- oder Spielbetrieb möglich ist. Eine Verlängerung der Schließung, die zunächst bis zum 18. April galt, hatte die Stadt jüngst den Sportvereinen mitgeteilt.

Aus diesem Grund hat sich der geschäftsführende Vorstand des Tennisvereins darauf verständigt, für den Monat April auf den Einzug der Mitgliedsbeiträge zu verzichten.  "Gleichzeitig appellieren wir an die Solidarität, da wir laufende Kosten haben", sagt Schlarmann. So hätten etwa im März die vier hauptamtlichen sowie zwei studentischen Honorartrainer, die von der coronabedingten Schließung am stärksten betroffen sind, noch ein halbes Monatsgehalt erhalten. Laut Matthias Soika, Ressortleiter "Sport", durften Ehrenamtliche nicht einmal in einer Gruppenaktion die Herrichtung des Platzes vornehmen. Diese Aufgabe habe eine Firma übernommen, was ebenfalls einen vierstelligen Betrag gekostet habe. 

Die Öffnung in anderen Ländern irritiert

Die Öffnung in anderen Bundesländern führt auch zu Irritation bei den 540 Mitgliedern des Lohner Tennisvereins. "Wir haben viele Nachrichten erhalten und mussten Aufklärungsarbeit leisten", sagt Schlarmann. Viele Aktive scharten buchstäblich mit den Sportschuhen, um endlich wieder spielen zu können. "Eine Spielerin hat mir scherzhaft geschrieben, dass sie jeden Tag an einem Tennisball riecht, weil die Sehnsucht so groß sei."

Mehr als 20 Meter sind die Grundlinien voneinander entfernt. Eigentlich dürfte das Einhalten der Abstandsregeln beim Tennis doch ein Leichtes sein? Vom Tennisverband Niedersachsen-Bremen heißt es dazu: "Es geht um eine mögliche Kontaktübertragung des Virus über Bälle, die Nutzung der sanitären Anlagen oder die Nähe im Rahmen des Spiels, wie zum Beispiel beim Einzel am Netz oder im Doppel."

Schlarmann wie auch Soika rechnen damit, dass bei einer baldigen Öffnung ohnehin nur ein reduzierter Tennisbetrieb möglich sein werde. "Dass wir Mitte Juni mit den Punktspielen loslegen, ist wohl utopisch", sagt der Ressortleiter "Sport". Es gibt momentan noch sehr viele Fragezeichen. 

Trotz Corona: Die Baupläne bleiben auf dem Spielplan

Unabhängig davon will der Tennisverein die Erweiterung seiner Tennishalle sowie die Neugestaltung mehrerer Außenplätze vorantreiben. Laut Schlarmann ist geplant, im Mai 2021 mit dem Hallenausbau zu starten. "Wir wollen einen vierten Platz errichten, der in Richtung der Steinfelder Straße an die bestehende Halle anschließt." Die Kosten liegen laut Schlarmann bei etwa 730.000 Euro.

Als zweites Projekt sollen die drei vorderen Außenplätze, die 1973 angelegt wurden, erneuert und ein kleiner Platz vergrößert werden. Der Beginn der Neugestaltung ist für Januar 2022 vorgesehen. Soika sagt: "Wir sind ein aufstrebender Verein und stoßen inzwischen massiv an unsere Kapazitätsgrenzen."

Bereits seit diesem Jahr könne kein Schnuppertraining für Erwachsene mehr angeboten werden – "aus Angst, dass am Ende noch jemand Mitglied werden will".  Der Tennisverein macht deshalb Druck auf Politik und Verwaltung. Laut dem Vorsitzenden sei bereits 2015 mit den Stadtoberen erstmals über eine Erweiterung gesprochen worden.

"Jetzt sind wir auch mal dran."Josef Schlarmann, Tennisverein Lohne

Im vergangenen Jahr wurde das Projekt dann aufgrund der Kunstrasenplatz-Pläne des benachbarten Turn- und Sportvereins Blau-Weiß Lohne auf Eis gelegt. Schlarmann: „Seit drei Jahren versprechen wir unseren Mitgliedern eine Verbesserung – jetzt sind wir auch mal dran.“ Die Zuschussanträge sollen noch vor der Sommerpause bei der Stadtverwaltung eingehen. Parallel werden Mittel beim Landessportbund beantragt. 

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Tennisspieler machen Druck auf die Politik - OM online