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SVA-Coup dank „Katze“ Joscha Wittstruck

Altenoythes Fußballer gewinnen in der Sportschule Lastrup sensationell den Bezirkspokal. Der Keeper pariert auf dem Weg zum Titel gleich sieben Elfmeter.

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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Jan-Philipp Plaggenborg (vorne, von links), Maik Nirwing, Benny Boungou, Joscha Wittstruck, Stefan Brünemeyer und Kevin von Handorf wurden hinter der Absperrung von Teamkollegen und Fans gefeiert. Foto: Wulfers

Jubel, Trubel, Heiterkeit: Jan-Philipp Plaggenborg (vorne, von links), Maik Nirwing, Benny Boungou, Joscha Wittstruck, Stefan Brünemeyer und Kevin von Handorf wurden hinter der Absperrung von Teamkollegen und Fans gefeiert. Foto: Wulfers

Joscha Wittstruck ließ seinen Worten nicht nur Taten folgen, er übertraf seine Ankündigung sogar deutlich. Bei den finalen Runden des Fußball-Bezirkspokals, die wegen der Coronakrise erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs per Elfmeterschießen ausgetragen wurden, hatte der Keeper des SV Altenoythe im Vorfeld einen parierten Versuch pro Partie angekündigt. Am Ende waren es nach vier Duellen insgesamt sieben!

Dass sich die Hohefelder am Samstag auf dem Kunstrasen der Sportschule Lastrup den Titel schnappten und so den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte feierten, war somit also vor allem „Katze“ Wittstruck zu verdanken. Im Finale beim 5:3-Triumph über den SV Brake entschärfte der 30 Jahre alte Torhüter zwei Strafstöße .

Wittstruck - der Held des Tages - zeigt sich bescheiden

„Wir wussten schon vorher, dass Joscha Elfmeter halten kann. Was er aber heute abgeliefert hat, war überragend“, sagte Christian Thölking. Den Pokal-Triumph wusste der SVA-Coach kurz nach dem entscheidenden Elfmeter des Altenoythers Kevin von Handorf, der kurzfristig für den privat verhinderten Bernd Banemann eingesprungen war, noch nicht so recht einzuordnen. „Natürlich ist es ein etwas anderer Bezirkspokal-Sieg, aber ich denke, dass er einen großen Stellenwert für uns haben wird, wenn etwas Zeit vergangen ist“, so Thölking.

Der Held des Tages – Joscha Wittstruck – blieb indes bescheiden. „Ich war am Freitag bis 23 Uhr auf der Baustelle unseres neuen Hauses. Ich hätte beinahe vergessen, mir für Samstag einen Wecker zu stellen. Über das Elferschießen habe ich mir keine Gedanken gemacht. Umso schöner ist es, dass es so gelaufen ist.“

Held des Tages: Altenoythes Keeper Joscha Wittstruck erwischte in der Sportschule Lastrup einen Sahnetag. Foto: WulfersHeld des Tages: Altenoythes Keeper Joscha Wittstruck erwischte in der Sportschule Lastrup einen Sahnetag. Foto: Wulfers

Weil die Altenoyther als eines von zwei Teams ihr Achtelfinale noch nicht ausgetragen hatten, mussten sie zunächst gegen den Landesligisten VfR Voxtrup ran. Zwar verschoss Maik Nirwing, doch der Bezirksligist siegte 5:4. Wittstruck hatte zweimal zugeschlagen.

Nach dem 5:3-Erfolg über den ostfriesischen Bezirksligisten BW Borssum bekamen es Jan-Philipp Plaggenborg, Maik Nirwing, Stefan Brünemeyer, Benny Boungou, Kevin von Handorf und Joscha Wittstruck mit Vorwärts Nordhorn zu tun. Hier sorgte beim 3:2-Sieg Boungou für einen fußballerischen Leckerbissen, als er seinen Elfmeter gefühlvoll per Lupfer und mit Hilfe der Unterkante der Latte verwandelte.

Für BW Lohne war im Halbfinale Endstation

Nun konnte also nur noch der SV Brake den Griff an den „Pott“ verhindern. Der Bezirksligist aus der Wesermarsch hatte zuvor im Halbfinale den Landesliga-Spitzenreiter und
designierten Oberliga-Aufsteiger BW Lohne aus dem Wettbewerb gekegelt. BWL-Trainer Henning Rießelmann sagte: „Da gehört natürlich auch Glück dazu. Natürlich hätten wir gerne gewonnen.“ Aber wichtiger sei, dass man nun in der Oberliga einen guten Job machen wolle.

Doch der SV Altenoythe sollte im Endspiel den Nachbarn aus dem Kreis Vechta rächen. Plaggenborg, Brünemeyer, Boungou und von Handorf präsentierten sich bei ihren Schüssen nervenstark, Wittstruck zeigte zweimal seine Qualitäten. 4:3 – der Bezirkspokal-Coup des SV Altenoythe war perfekt!

So sehen Sieger aus: Stefan Brünemeyer (von links), Joscha Wittstruck und Jan-Philipp Plaggenborg jubeln bei der Siegerehrung. Foto: WulfersSo sehen Sieger aus: Stefan Brünemeyer (von links), Joscha Wittstruck und Jan-Philipp Plaggenborg jubeln bei der Siegerehrung. Foto: Wulfers

Insgesamt hatte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) den ungewöhnlichen Wettbewerb vor vielen Medienvertretern und nur wenigen Zaungästen glänzend organisiert. „Wir hoffen aber natürlich, dass es bei einer einmaligen Sache bleibt“, hatte der Bezirksvorsitzende Dieter Ohls schon bei seiner Begrüßung mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie gesagt.

Eine unvergessliche Geschichte wird die Veranstaltung in jedem Fall für den Bezirksligisten SV Altenoythe bleiben, der sich auf dem Weg zum Titel – vor allem dank Joscha Wittstruck – von nichts und niemandem stoppen ließ. „Wir haben unsere Chance eiskalt genutzt“, sagte Christian Thölking treffend.

  • Achtelfinale: SV Altenoythe – VfR Voxtrup 5:4.
  • Viertelfinale: BW Hollage – BW Lohne 6:7, SV Brake – T. Delmenhorst 4:2, BW Borssum – Altenoythe 3:5, SV Hage – Vorwärts Nordhorn 1:3.
  • Halbfinale: BW Lohne – SV Brake 3:5, SV Altenoythe – Vorwärts Nordhorn 3:2.
  • Finale: SV Brake – SV Altenoythe 3:4.

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