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Suche beendet: Päch macht das Rennen

Der neue Trainer ist da: Basketball-Bundesligist Rasta Vechta hat den 37 Jahre alten Thomas Päch als Nachfolger von Pedro Calles verpflichtet.

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Rastas neuer Coach: Thomas Päch. Foto: dpa/Hübner

Rastas neuer Coach: Thomas Päch. Foto: dpa/Hübner

Die Begrüßung ist schon mal passend. "Moin Moin", sagt Thomas Päch zu Beginn des Telefonats. Der Gruß kommt ihm locker über die Lippen. Er weiß, dass man ihn hierzulande zu jeder Tages- und Nachtzeit verwenden kann. „Ich war in Rendsburg bei der Bundeswehr. Ist zwar lange her, aber das Moin ist mir natürlich bekannt“, sagt Päch. Gut möglich also, dass der 37-Jährige am Dienstagabend den einen oder anderen Förderer von Rasta Vechta mit einem Moin begrüßt. Dass Päch beim Sponsorenabend des Basketball-Bundesligisten im Rasta-Dome aufläuft, hat einen einfachen Grund: Er ist Rastas neuer Cheftrainer.

Ab dem 15. Juli tritt Päch offiziell die Nachfolge von Pedro Calles an, der zum BBL-Rivalen Hamburg Towers abgewandert ist. Päch, jahrelang Co-Trainer bei TBB Trier und Alba Berlin und in der vergangenen Saison Chefcoach bei den Telekom Baskets Bonn, hat in Vechta einen Zweijahresvertrag unterschrieben und soll das Rasta-Schiff durch die schwere Corona-See führen. „Er hat uns mit seinen Vorstellungen überzeugen können und wir sind glücklich darüber, dass wir ihn für uns gewinnen konnten“, erklärte Rastas Klubchef Stefan Niemeyer.

In dessen Urlaub auf Rügen wurden die Weichen für die Calles-Nachfolge gestellt. „Als die erste Anfrage kam, bin ich sofort nach Rügen gefahren. Wir hatten ein tolles Gespräch und haben schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind“, berichtete Päch vom Kurztrip auf die Ostseeinsel: „Am Ende ging es eigentlich ganz schnell.“


Infos zu Rastas neuem Coach Thomas Päch

  • Thomas Päch wurde am 2. Oktober 1982 in San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador, geboren. Er wuchs in Berlin, in der Nähe von Los Angeles sowie in Thailand auf. Grund: Sein Vater arbeitete als Physiklehrer an deutschsprachigen Schulen.
  • Er ist Berliner durch und durch, die Hauptstadt ist seine Heimat, dort lebt er mit seiner Familie. Sein Sohn ist zwei Jahre alt. Sein erster Verein als junger Basketballer war DBV Charlottenburg.
  • Seine Trainerausbildung absolvierte er ab 2005 im Jugendprogramm von Alba Berlin (unter anderem als Co-Trainer von Henrik Rödl in Albas Farmteam).
  • 2010 wechselte er mit Rödl zum TBB Trier und war dort fünf Jahre Co-Trainer des heutigen Bundestrainers. 2015 kehrte Päch zu Alba Berlin zurück, erst als „Co“ von Sasa Obradovic, dann von Ahmet Caki. Als sich Alba im April 2017 von Caki trennte, fungierte Päch als Interimscoach bis zum Saisonende.
  • Es folgten zwei weitere Co-Trainer-Spielzeiten (17/18 und 18/19) unter Trainer-Ikone Aito Garcia Reneses. 2019 wechselte Päch dann als Chefcoach nach Bonn. Trennung im Februar 2020.

Thomas Päch ist Rastas fünfter BBL-Coach nach Pat Elzie (Saison 13/14), Andreas Wagner, Doug Spradley (beide 16/17) und Calles (18/19 und 19/20). Er soll dafür Sorge tragen, dass Rasta künftig stärker auf die Jugend setzt und seinen Status als Ausbildungsstandort weiter schärft. „Was Vechta vorhat, passt gut zu mir. Verstärkt auf die Jugend und Talente zu setzen, ist auf mich zugeschnitten“, so Päch.

Dass er angesichts der Erfolge seines Vorgängers in große Fußstapfen tritt, stört Päch nicht: „Pedro hat großartige Arbeit geleistet, gar keine Frage. Die letzten zwei Jahre von Rasta waren unglaublich, Rasta hat die Herzen von Basketball-Deutschland erobert. Aber ich spüre jetzt keinen besonderen Druck. Erstens ist die Ausrichtung ja schon eine etwas andere. Und zweitens gibt es durch Corona überall ganz viele Faktoren, die noch gar nicht klar sind.“ Er wolle nun mithelfen, dass sich Vechta weiter als BBL-Standort etabliert. Und das mit „viel Energie, viel Herz und jungen Leuten“.

Er bezeichnete Rasta als „spannendes Projekt“ und ergänzte: „Ich war ja schon einige Male in Vechta. Mir gefällt die Stadt, die Menschen waren immer freundlich und offen. Und die Leute stehen zu Rasta. Die Trainingsmöglichkeiten mit dem Dome und dem Gym sind super. Und ich mag diese dichte Atmosphäre in der Halle.“

Rasta ist seine zweite Station als Cheftrainer, bei der ersten in Bonn lief es nicht so gut. Päch macht daraus keinen Hehl. „Die Resultate, die wir hatten, waren nicht die, die wir uns gewünscht hatten“, so Päch. In 17 BBL-Partien gab's nur drei Siege. Bonn war Tabellenvorletzter, als man sich Anfang Februar von Päch trennte. Die starke Champions-League-Saison (Platz 3 in Gruppe D) hielt ihn nicht im Amt. „Ich habe viel Zeit in die Aufarbeitung investiert. In Bonn hab' ich mehr gelernt als in den zehn Jahren vorher“, sagte Päch.

Zu Gast im Rasta-Dome: Thomas Päch im November als Trainer der Telekom Baskets Bonn. Foto: SchikoraZu Gast im Rasta-Dome: Thomas Päch im November als Trainer der Telekom Baskets Bonn. Foto: Schikora

Er sei nun „sehr dankbar und glücklich“, dass er „sofort eine neue Chance in der BBL“ bekomme. Und er brachte seine Lage treffend auf den Punkt: „Wenn man vom Pferd fällt, soll man ja auch sofort wieder rauf.“ Er freue sich riesig auf die neue Herausforderung. Wann Rastas fünfte Saison in der BBL beginnt, ist noch völlig offen. Fest steht nur, dass auf Päch „eine Menge Arbeit“ wartet – auch schon vor dem offiziellen Dienstbeginn am 15. Juli. Er werde sich akribisch einarbeiten und wolle jetzt erst einmal „viel kommunizieren“ – auch um auszuloten, ob der eine oder andere Spieler aus dem alten Kader gehalten werden kann. Zu Miguel Zapata und Derrick Allen, den beiden Co-Trainern von Calles, habe er bereits Kontakt aufgenommen. Weitere Gespräche sollen folgen. „Mal sehen, ob's passt“, so Päch.

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