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Steinfeld gewinnt das Derby - aber Mühlen spielt in der Meisterrunde

Das letzte VEC-Derby in der Landesliga-Saison endet mit 1:0 für die Falken. GWM-Coach Andreas Hinrichs sprach von "Glück" nach dem Erreichen der Aufstiegsrunde - und war nicht zufrieden.

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Derbysieger: Steinfelds Maxim Repinetchii feiert den Erfolg gegen GW Mühlen. Foto: Wenzel

Derbysieger: Steinfelds Maxim Repinetchii feiert den Erfolg gegen GW Mühlen. Foto: Wenzel

Nein, so richtig glücklich sah Andreas Hinrichs nicht aus. Er war's auch nicht. Dass sein Team soeben das Ticket für die Meisterrunde in der Fußball-Landesliga gelöst und damit den vorzeitigen Klassenerhalt im Weser-Ems-Oberhaus geschafft hatte, merkte man dem Trainer von GW Mühlen nicht an.

Denn das, was sich zuvor in den 90 Derby-Minuten bei Falke Steinfeld abgespielt hatte, wurmte ihn gewaltig. „Ich kann mich gerade nicht freuen. Wir haben das Gemeindederby verloren und dabei ein richtig schlechtes Spiel gemacht – da kann ich nicht zufrieden sein“, sagte Hinrichs in einer ersten Reaktion auf das 0:1 (0:1) in Steinfeld.

Die Gesänge der GWM-Fans („Meisterrunde, Meisterrunde“) nahm er zur Kenntnis. Ein kurzer Gruß in die Kurve, das war's. Hinrichs und Co. hätten sich gerne aus eigener Kraft für die Meisterrunde (ab 27. März) qualifiziert, aber das klappte nicht – und so brauchten die Grün-Weißen die Schützenhilfe aus Bad Rothenfelde, um Platz vier ins Ziel zu bringen. Auch Mühlens Spieler schlichen nach dem zwölften und letzten VEC-Derby in dieser Landesliga-Saison emotionslos in die Kabine – genervt von der eigenen Leistung beim Finale der Staffel 2.

Hinrichs ist zufrieden mit der Hinrunde 

„Wir haben es überhaupt nicht zu einem Derby gemacht“, haderte Hinrichs mit dem Dargebotenen. Es sei für alle Mühlener Fans unter den rund 700 Zuschauern bestimmt nicht leicht gewesen, „so einen Mist“ zu sehen, sagte der Coach: „Wir haben überhaupt keine Lösungen gefunden, wir haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden.“

Nach der schonungslosen Derby-Analyse richtete Hinrichs aber den Blick auf das große Ganze. „Heute war's schlecht, keine Frage. Aber alles in allem haben wir eine sehr gute Vorrunde gespielt, die uns in dieser Form nicht viele zugetraut haben. Ich denke, dass wir es verdient haben, in der Aufstiegsrunde zu sein.“ Die Ausbeute von 28 Punkten aus 18 Partien könne sich sehen lassen. Und er stellte fest: „Die Erleichterung ist riesengroß.“

Steinfeld nimmt elf Punkte mit in die Abstiegsrunde

Als er das sagte, hatten sich die Steinfelder Spieler bereits in die Kabine zurückgezogen, um die gelungene Revanche für das 2:4 im Hinspiel zu feiern. Bereits auf dem Feld hatten sie ihre Freude herausgebrüllt („Derbysieger, Derbysieger“) und dabei die Gesänge der Mühlener Fans („Absteiger, Absteiger“) gelassen ignoriert. Der Prestigeerfolg im ewig jungen Klassiker schmeckte süß, auch wenn er mit Blick auf die Abstiegsrunde, die ebenfalls am kommenden Sonntag beginnt, wertlos war.

Falke-Trainer Artur Zimmermann sagte: „Wir hätten die drei Punkte gerne für die Abstiegsrunde gehabt. Aber wir können es nicht ändern, man musste ja damit rechnen.“ Elf Punkte nimmt Falke nun mit in die entscheidende Phase des Abstiegskampfes – und ein gutes Gefühl. Dazu der Coach: „Für den Kopf war's sehr wichtig, das Derby zu gewinnen.“ Und das ohne Taktgeber Andreas Zimmermann, Kevin Schmietendorf (beide Corona) und Halil Ablak (Rotsperre).

Baya Baya bestraft Patzer eiskalt

Artur Zimmermann gab zu, dass sein Team vor dem Derby „sehr nervös“ gewesen sei: „Aber das ist auch in Ordnung, solange es nicht in Angst umschlägt.“ Die Nervosität verflog schnell. „Das frühe 1:0 hat uns sehr geholfen“, sagte er über das achte Saisontor des sehr starken Georges Arthur Baya Baya, der einen Patzer von Michael Kolbeck eiskalt bestrafte und aus acht Metern ins kurze Eck traf (3.).

Das 1:0 beflügelte die Falken, sie waren bissig und taktisch diszipliniert, robust und lauffreudig. Und Mühlen? Der Gast, der vier Ausfälle (Leo Westermann, Vincent von Lehmden, Robert Kröger, Tom Olberding) zu verkraften hatte und alle drei Winter-Neuzugänge (Jan Leiber, Peter Sieve, Marcel Schillmöller) in der Startelf aufbot, wirkte wie gelähmt. Im Vorwärtsgang lief nichts zusammen, vieles blieb Stückwerk. Unterm Strich führte das Mühlener Anrennen nur zu drei Chancen für Benjamin Willenbrink (36.), Jonas Pöhlking (84.) und Felix Klaphake (86., Kopfball; Joshua Heyer rettet auf der Linie).

Parallel zum Dinklager Auf und Ab in Bad Rothenfelde (0:2, 3:2, 3:4), das GWM-Betreuer Jonas Varwig via Liveticker von der Freundin des Bad Rothenfelder Spielers Leon van der List übermittelt wurde, holte Mühlen irgendwann die Brechstange raus, aber auch das half nichts. So hielt Hinrichs am Ende fest: „Glück gehabt.“ Und dabei huschte ihm doch noch ein Lächeln über das Gesicht.

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