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Starke zweite Halbzeit macht Lust auf mehr

Jaroslaw Zyskowski war mit 18 Punkten und acht Rebounds ein Lichtblick bei Rasta Vechtas Auftaktniederlage in München.

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Unter Druck: Jaroslaw Zyskowski (Mitte) gegen Ludwigsburg. Foto: camera4 / Wiedensohler

Unter Druck: Jaroslaw Zyskowski (Mitte) gegen Ludwigsburg. Foto: camera4 / Wiedensohler

Der Fehlstart ins Finalturnier der Basketball-Bundesliga war gut eine Stunde alt, da richtete Jaroslaw Zyskowski den Blick schon wieder nach vorne. „Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir haben Charakter gezeigt, das sollte uns Selbstvertrauen für die nächsten Spiele geben“, sagte der Neuzugang von Rasta Vechta am späten Sonntagabend nach dem Essen im Leonardo Royal Hotel nahe des Olympiaparks München.

Mit 76:81 hatte Rasta das erste Spiel in der Gruppe B gegen die Riesen Ludwigsburg verloren. Eine Niederlage, die offenbarte, dass beim Restart nach 13 Wochen ohne Spiel noch reichlich Luft nach oben ist. Aber es gab auch Lichtblicke. Jaroslaw Zyskowski war einer davon. Der 27 Jahre alte Pole, den Rasta angesichts der Abgänge von Steve Vasturia und Jordan Davis für das BBL-Event in München verpflichtet hat, kam auf 18 Punkte und bildete zusammen mit Trevis Simpson das Topscorer-Duo beim Außenseiter. 18 Punkte – keiner der insgesamt 14 Nachverpflichtungen hatte am ersten Spieltag eine bessere Ausbeute.

Rastas Klubchef Stefan Niemeyer freute sich über das gelungene Debüt von Zyskowski: „Vor allem die zweite Halbzeit war stark.“ 16 der 18 Punkte machte der Pole nach dem Seitenwechsel, vor allem im dritten Viertel dominierte er mit zwölf Zählern. Trainer Pedro Calles fasste den ersten Auftritt seiner neuen Nummer 51 so zusammen: „Jaroslaw hatte leider sehr früh zwei Fouls, er konnte deshalb in den ersten 20 Minuten seinen Rhythmus nicht finden. In der zweiten Halbzeit war es dann anders, er konnte länger am Stück auf dem Parkett stehen und hat seine Rolle dann besser ausfüllen können.“ Zyskowski traf acht seiner elf Würfe aus dem Feld und holte nebenbei auch noch acht Rebounds – der Bestwert am Sonntagabend.

Zyskowski, der in der Starting Five stand, im ersten Viertel aber nur knapp vier Minuten spielte, sagte über seine frühe Foulbelastung und die anschließende Wende zum Guten: „Ich hab‘ versucht, aggressiv zu sein. Dabei hab‘ ich zwei Fehler in der Defense gemacht, die Fouls waren unnötig. Aber das passiert, wenn man so lange nicht gespielt hat. Im dritten Viertel hab‘ ich in der Offense mehr Bälle bekommen. Ich konnte attackieren und hab‘ mich besser gefühlt.“ Ein Lob gab‘s für die Kollegen: „Sie haben dafür gesorgt, dass ich freie Würfe bekomme.“

Das Finalturnier in München ist für Zyskowski eine „große Chance“, wie er sagt: „Ich bin sehr froh, dass ich hier dabei sein kann.“ Rasta ist seine erste Station im Ausland. Der 2,03 m große Shooting Guard/Small Forward spielte bislang ausschließlich in seiner polnischen Heimat für Breslau, Lodz, Kolobrzeg, Torun, Kutno, Radom, Wloclawek und zuletzt Zielona Gora. Vor seinem Wechsel nach Vechta hatte er Zielona Gora mit 15,7 Punkten pro Partie zum Meistertitel geführt (Wertung nach 22 Spieltagen) und war zum „MVP“ (wertvollster Spieler) gewählt worden – auch weil er eine Dreier-Quote von 46,8 Prozent hatte. Nebenbei absolvierte er in der abgebrochenen Saison 2019/20 auch noch 19 Partien in der VTB-League mit Teams aus Estland, Kasachstan, Russland, Polen und Weißrussland (10,5 Punkte pro Spiel).

Dann kam die Coronavirus-Krise und sorgte auch im Hause Zyskowski für große Ungewissheit. Calles‘ Interesse kam wie gerufen, Zyskowski musste nicht lange überlegen, setzte sich ins Auto und brach zum Abenteuer im Nachbarland auf. Die Vorbereitung sei zwar kurz gewesen, „aber ich hab‘ versucht, nicht zu sehr über die lange Pause nachzudenken“, meinte Zyskowski. Ohne Zuschauer zu spielen, sei „sehr merkwürdig“, gab er zu. „Aber es hat sich trotzdem sehr gut angefühlt, wieder auf dem Feld zu stehen. Ich hab‘ mich schon lange nicht mehr so auf ein Spiel gefreut.“

Das nächste Match steht am Donnerstag an, die Partie gegen die Skyliners Frankfurt (16.30 Uhr/MagentaSport) dürfte ein Schlüsselspiel im Kampf um ein Viertelfinal-Ticket sein. „Wir werden bereit sein“, versprach Zyskowski. Die ersten Tage im Quarantäne-Quartier haben ihm gut gefallen: „Es ist alles top organisiert.“ Und sein Plan gegen mögliche Langeweile? „Ich glaub', die wird es nicht geben. Und wenn ja: Ich hab‘ meine Playstation dabei.“


Die meisten Punkte von Neuzuängen am 1. Spieltag

  • 18 - Jaroslaw Zyskowski (Vechta)
  • 17 - Thomas Klepeisz (Ulm)
  • 14 - Gytis Masiulis (Frankfurt)
  • 12 - Yorman Polas Bartolo (Frankfurt) 
  • 9 - David Brembly (Crailsheim) 
  • 8 - Zamal Nixon (Ludwigsburg)
  • 8 - Jito Kok (Göttingen) 

Alle Spiele des BBL-Finalturniers 2020 gibt's live bei MagentaSport.

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