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Starke Leistung reicht nicht: Lea Meyer verpasst Olympiafinale

Die Läuferin des VfL Löningen scheidet in Tokio im Vorlauf über 3000 Meter Hindernis aus. Am Ende kam sie als 7. ihres Rennens in Ziel, dreieinhalb Sekunden über ihrem persönlichen Rekord. (Update)

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Als 7. ihres Vorlaufes hatte Lea Meyer über 3000 Meter Hindernis letztlich keine Chance auf einen Platz im Finale. Foto: dpa/Kappeler

Als 7. ihres Vorlaufes hatte Lea Meyer über 3000 Meter Hindernis letztlich keine Chance auf einen Platz im Finale. Foto: dpa/Kappeler

Gelungenes Olympiadebüt für Lea Meyer: Die 23-jährige Läuferin des VfL Löningen hat bei den Spielen in der japanischen Hauptstadt Tokio über die 3.000 Meter Hindernis das Finale am kommenden Mittwoch (13 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit) zwar verpasst, zog in ihrem Vorlauf aber sehr gut aus der Affäre. Mit 9:33,00 Minuten kam Lea Meyer dicht an ihre persönliche Bestzeit von 9:29,26 Minuten heran. Als 7. ihres Vorlaufes jedoch schied sie aus.

Um sich qualifizieren, hätte die Lehramtsstudentin ihren eigenen Rekord um mehr als 3 Sekunden verbessern müssen. Das letzte Ticket fürs Finale sicherte sich als 6. der Zeitschnellsten die Australierin Genevieve Gregson in 9:26,11 Minuten.

Klimatische Bedingungen sind für die Löningerin kein Problem

Das – erwartbare – Ausscheiden trübte Lea Meyers gute Laune indes nicht. "Ich habe es total genossen. Mir geht es richtig gut. Es war ein wunderschönes Gefühl, hier laufen zu dürfen. Ich finde, ich habe auch mich gut verkauft und bin happy mit meinem Resultat", sagte sie gegenüber dem Portal leichtathletik.de. "Ich habe versucht mir zu sagen: Ab dem Startschuss weißt du, wie es geht. Das ist das, was du liebst, das ist das, was du kannst. Vorher habe ich viel versucht, mich ins Hier und Jetzt zu holen. Nervosität ist gut, Nervosität gehört dazu – aber sich nicht von den großen Namen erschlagen zu lassen, die da neben einem stehen."

"Es war ein wunderschönes Gefühl, hier in Tokio laufen zu dürfen. Ich bin happy mit meinem Resultat."Lea Meyer

Zu Beginn des Rennens hatte Lea Meyer bei einigen Positionskämpfen viel zu tun, um sich behaupten. "Da gab es die eine oder andere Rangelei, aber Lea hat sich da schön durchgesetzt", meinte Henning von Papen, Meyers Trainer an deren Studienort Köln. "Insgesamt aber hatte sie auch ein wenig Pech, dass sie einen ungünstigen Lauf erwischt hatte. Das Feld hat sich schnell auseinandergezogen, da fehlte Lea eine 'Lokomotive', an die sie sich hätte dranhängen und damit eine noch bessere Zeit erzielen können. Aber mit der Leistung darf Lea Tokio erhobenen Hauptes verlassen."

Mit den Bedingungen kam die VfLerin ganz gut zurecht. Aber: "Es war heiß. Man lernt das Schwitzen hier ganz neu, es ist ein ganz außergewöhnliches Klima. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich vorher schon im Miyazaki sein durfte, um mich ein bisschen anzupassen, das hat mir gutgetan", meinte Meyer. "Letztendlich war es dennoch sehr, sehr hart, aber das gehört auch dazu, und das macht es auch schon: Zu wissen, dass man in jeglicher Hinsicht an seine Grenzen gegangen ist. Hinter mir liegen viele harte Jahre, ich war auch schon ganz unten. Alle, die mich kennen, werden sagen: Vor 5, 6 Jahren hätte niemand gedacht, dass ich heute überhaupt noch an der Startlinie stehe. Und dass es heute hier ist, ist ein großes Geschenk."


3000 m Hindernis, Frauen

Qualifiziert für den Endlauf:

  • 1. Winfred Mutile Yavi (Brunei/9:10,80 min)
  • 2. Peruth Chemutai (Uganda/ 9:12,72 min).
  • 3. Emma Coburn (USA/ 9:16,91 min)
  • 4. Courtney Frerichs (USA/ 9:19,34 min )
  • 5. Gesa Felicitas Krause (Deutschland/ 9:19,62 min)
  • 6. Beatrice Chepcoech (Kenia/ 9:19,82 min)
  • 7. Zerfe Wondemagegn (Äthiopien/ 9:20,01 min)
  • 8. Geneviève Lalonde (Kanada/ 9:22,64 min)
  • 9. Hyvin Kiyeng (Kenia/ 9:23, 17 min)
  • 10. Maruša Mišmaš-Zrimšek (Slowenien/ 9:23,36 min)
  • 11. Luisa Gega (Albanien/ 9:23,85 min)
  • 12. Mekides Abebe (Äthiopien/ 9:23,95 min)
  • 13. Valerie Costien (USA/ 9:24,31 min) 
  • 14. Elizabeth Vogel (Großbritannien/ 9:24,34)
  • 15. Genevieve Gregson (Australien/ 9:26,11 min)

Weitere deutsche Starterinnen:

  • 17. Elena Burkard (9:30,64 min),
  • 22. Lea Meyer (9:33,00 min)

Die vagen Hoffnungen, als eine der sechs Zeitschnellsten noch eine Runde weiterzukommen, zerplatzten im zweiten Vorlauf, als drei weitere Starterinnen Meyers Zeit unterboten. Letztlich belegte Lea Meyer mit ihrer für sie starken Zeit den 22. Platz unter 42 Athletinnen, die insgesamt an den Vorläufen teilnahmen. Ihre Bestzeit von 9:29,26 Minuten hätte im Vorlauf für Rang fünf gereicht, damit hätte sie sowohl die Tunesierin Marwa Bouzaynai (9:31,25 Minuten) als auch Purity Kirui aus Kenia, die nach 9:30,13 Minuten das Ziel erreichte, nioch abgefangen.

Gesa Felicitas Krause steht als einzige Deutsche im Finale

Als einzige Deutsche ist am Mittwoch noch Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) dabei, der im zweiten Vorlauf ein zweiter Rang reichte. Die dritte Deutsche im Bund, Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald) verpasste als Sechste des dritten Vorlaufes wie Lea Meyer das Finale.

Zeit, die restlichen Olympischen Spiele vor Ort zu genießen, hat Lea Meyer indes nicht. Die rigiden coronabedingten Auflagen schreiben vor, dass sie binnen 48 Stunden nach ihrem Auftritt das Land verlassen. Nach ihrer Rückkehr lassen die nächsten Termine nicht lange auf sich warten.

Am Samstag, 14. August, startet sie im belgischen Huizingen beim Flandern-Cup über die 1.500 Meter. "Auf dieser Strecke fehlt Lea noch einiges zur internationalen Spitze, da sind solche Rennen wichtig", meint ihr Coach, Henning von Papen. Am 31. August wird Lea Meyer im italienischen Rovereto wieder über ihre Paradedisziplin, die 3.000 Meter Hindernis, an den Start, bevor sie am 12. September beim traditionsreichen ISTAF im Berliner Olympiastadion antreten wird.

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