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Spektakuläres Eigentor entscheidet das Gipfeltreffen

BW Lohne hat vor großer Kulisse einen 1:0-Sieg im Topspiel gegen Kickers Emden bejubelt. Coach Henning Rießelmann hatte ein Sonderlob für seinen „Turm in der Schlacht“ parat.

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Blau-weißer Jubel: Die Lohner Fußballer beim Emden-Spiel. Foto Wenzel

Blau-weißer Jubel: Die Lohner Fußballer beim Emden-Spiel. Foto Wenzel

Mit einem Pfiff war es ganz plötzlich vorbei mit der Dramatik. Philipp Selke hatte gerade noch eine Riesenchance zum erlösenden 2:0 vergeben – doch nur wenige Sekunden später sorgte der Mann mit der langen Leine für die Erlösung. Als Schiedsrichter Theodor Potiyenko die fünfminütige Nachspielzeit beendete, brach im Heinz-Dettmer-Stadion großer Jubel aus, einige Blau-Weiße schrien ihre Freude lautstark raus: BW Lohne hat im Spitzenspiel der Fußball-Oberliga gegen Kickers Emden am Sonntag einen 1:0 (1:0)-Sieg gefeiert. 900 Zuschauer waren vor Ort, das Spiel wurde zudem im Livestream auf OM online übertragen. Damit sammelten die Hausherren drei wichtige Punkte für die Aufstiegsrunde – und setzten sich bei einem absolvierten Spiel mehr als Spitzenreiter ihrer Staffel auf fünf Punkte vom Zweiten Emden ab.

Dementsprechend glücklich war Lohnes Trainer Henning Rießelmann nach dem Schlusspfiff. „Das war eine Spitzen-Teamleistung von A bis Z“, frohlockte der Coach und hob aus seinem Team verständlicherweise noch Innenverteidiger Felix Oevermann als „Turm in der Schlacht“ hervor. Das Tor des Tages erzielte in Lohne kurioserweise ein Emder: Nachdem sich Kai Westerhoff schön auf der linken Seite durchgesetzt hatte, missglückte der Klärungsversuch von Kickers-Kapitän Bastian Dassel gänzlich; er traf per Flugkopfball ins eigene Tor (24.).

Bis zu diesem Wirkungstreffer hatte sich BWL extrem schwergetan. Nach dem Einlaufen beider Teams durch ein Spalier der Lohner Longhorns-Footballer erwischte Emden den etwas besseren Start. Lohne hatte mit der Physis und dem frühen Attackieren der Ostfriesen gewaltige Probleme. So konnte der Tabellenführer sein Kombinationsspiel nicht aufziehen und vorne keinen Druck ausüben. Aber: Auch die Kickers blieben ohne Torschuss – und zogen sich dann durch Dassels Eigentor irgendwie selbst den Stecker.

Kein Tor: Kai Westerhoff scheitert vom Elfmeterpunkt. Foto: WenzelKein Tor: Kai Westerhoff scheitert vom Elfmeterpunkt. Foto: Wenzel

Rießelmann sah auch in der Folgezeit ein „Kampfspiel“, wobei seine Mannschaft ab dem 1:0 den Kampf bestimmte. „Wir wussten, dass Emden zu jeder Zeit die Qualität hat, ein Tor zu schießen. Das Spiel war zu jeder Zeit spannend“, sagte der Lohner Trainer, der sich über die große Kulisse freute. Die Lohner Zuschauer hatten im ersten Durchgang auch noch einige Male den Torschrei auf den Lippen, ihre Worte blieben jedoch unausgesprochen: Rilind Neziri scheiterte aus spitzem Winkel am Keeper (35.) und nach der anschließenden Ecke wurde eine Flanke von Aaron Goldmann entschärft (36.). Goldmann trat danach auch noch einen gefährlichen Freistoß, der pariert wurde (45.).

Emden konnte auch nach der Pause zunächst keine Gefahr ausstrahlen, was Rießelmann auch darauf zurückführte, dass sein Team „sehr diszipliniert“ verteidigt habe. Nach einer ereignisarmen Phase besaß Nikky Goguadze die einzige nennenswerte Chance der Gäste; er schoss aus kurzer Distanz ans Außennetz (67.). Mit zunehmender Spieldauer boten sich Lohne vermehrt Räume zum Kontern. Sie wurden nicht immer genutzt – und wenn doch, dann scheiterte es am schwachen Abschluss. So wie nach Jonas Burkes Solo (65.) oder bei Goldmanns Schlenzer neben das Tor (76.).

In der 80. Minute hätte Kai Westerhoff dann für eine weitaus entspanntere Schlussphase sorgen können, nachdem Potiyenko nach einem Foul von Ibrahim Sillah an Felix Oevermann auf den Punkt gezeigt hatte. Doch Westerhoffs ehemaliger BWL-Kollege Jannik Wetzel parierte den eher schwach geschossenen Strafstoß. Kickers Emden blieb dadurch im Spiel. Und in den letzten Minuten wurde die Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling auf einmal auch gefährlich. Aber BWL verteidigte leidenschaftlich, Oevermann und Co. erkämpften sich im eigenen Strafraum die Lufthoheit.

Nach Ballgewinnen lief Lohne dann gleich zweimal in Überzahl aufs Emder Gehäuse zu. Erst vergab Lennard Prüne (90.+3), dann Philipp Selke (90.+5). Abgestraft wurde diese Fahrlässigkeit nicht mehr. Als Henning Rießelmann glücklich durchatmete, kamen ein paar Kickers-Gratulanten vorbei. Auch sie hatten es eingesehen: Der Lohner Topspiel-Sieg war völlig verdient.

Hier gibt es den Ticker vom Topspiel in Lohne zum Nachlesen.

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