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Speedway-Ass René Deddens leidet sogar in der Nacht

Der 28 Jahre alte Cloppenburger vermisst die Rennen und das Training in den Corona-Zeiten "extrem". Er hält sich vor allem mit Seilspringen, Kraftübungen, Rennrad fahren und Yoga fit.

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Auf der Überholspur: René Deddens (links) feierte im Dress des MSC Cloppenburg im Laufe seiner Speedway-Karriere schon etliche Erfolge. Hier ist er bei einem Rennen auf der heimischen Bahn in Emstekerfeld zu sehen. Archivfoto: Andreas Heidkamp

Auf der Überholspur: René Deddens (links) feierte im Dress des MSC Cloppenburg im Laufe seiner Speedway-Karriere schon etliche Erfolge. Hier ist er bei einem Rennen auf der heimischen Bahn in Emstekerfeld zu sehen. Archivfoto: Andreas Heidkamp

Es kommt vor, dass René Deddens nachts in seinen Träumen zu einem imaginären Lenker greift, eine unsichtbare Kupplung betätigt oder sich bewegt, als würde er seinen Oberkörper in Kurven legen. „Das wurde mir in letzter Zeit schon öfter gesagt“, erzählt das Speedway-Ass des Motorsportclubs (MSC) Cloppenburg mit einem Lächeln. Solch neue Gewohnheiten passen ins Bild. Denn: Je länger die Corona-Pandemie auch die Speedway-Szene lahmlegt, desto „unruhiger, unzufriedener und rastloser“ wird der 28-Jährige. „Ich trage oft ein mulmiges Gefühl mit mir herum und vermisse meinen Sport extrem. Diese Zwangspause ist absoluter Mist“.

Normalerweise absolviert René Deddens rund 30 Rennen pro Saison. Stets von April bis Oktober. Doch in diesen Zeiten ist nun einmal nichts normal. „Die letzte Veranstaltung ist bereits anderthalb Jahre her – es war unsere ,Night of the Fights‘ vom MSC“, sagt Deddens. Seitdem wurde zumindest in Deutschland alles abgesagt. „Wenn die Profis international irgendetwas austragen, bin ich übers Internet oder im Fernsehen dabei. Ansonsten gucke ich mir alte Rennen von mir an“, sagt er. René Deddens saugt alles auf, was momentan an Speedway zu haben ist.

Während der Cloppenburger 2020 zumindest ein paar Mal trainieren konnte, „heizte“ er mit seiner 500-Kubikzentimeter-Maschine in diesem Jahr noch nicht ein einziges Mal über eine Bahn. „Die sonst übliche vierwöchige Vorbereitung auf verschiedenen europäischen Bahnen Anfang des Jahres musste abgesagt werden. Am kommenden Wochenende wollte ich erstmals seit langer Zeit mal wieder auf einer Anlage in Ostfriesland fahren, aber das Wetter soll leider zu schlecht werden.“

René Deddens: Foto: Arek GasiorowskiRené Deddens: Foto: Arek Gasiorowski

So muss René Deddens, der bereits im Alter von gerade einmal fünf Jahren erstmals auf einem Motorrad saß, weiter improvisieren. So springt er Seil, absolviert Kraft- und Stabilisationsübungen und ist vor allem jede Menge auf seinem Rennrad unterwegs – bis zu 250 Kilometer pro Woche. Was Deddens – 1,90 Meter lang, 75 Kilogramm – derzeit zudem regelmäßig praktiziert, ist: Yoga. „Ich konzentriere mich dabei auf die Dehnübungen, die tun mir sehr gut. Man wird ja schließlich nicht jünger“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Obwohl eine normale Saison momentan überhaupt nicht in Sicht ist, lebt Deddens wie immer von Anfang Januar bis Ende November. „Ich achte in diesen Monaten sehr auf meine Ernährung, in der freien Zeit gönne ich mir dann aber, worauf ich Lust habe – ob Burger, Pasta oder Pizza.“

"Es wird einfach höchste Zeit, dass es wieder losgeht."René Deddens, Speedway-Fahrer MSC Cloppenburg

Diesem Rennjahr, das eigentlich am Samstag in einer Woche (17. April) mit dem Heimrennen des Teamcups 2021 in Cloppenburg starten sollte, sieht René Deddens skeptisch entgegen. „Ich glaube, dass allenfalls eine Hand voll Veranstaltungen stattfinden werden und erst nächstes Jahr wieder Normalität einkehrt.“ Er hofft aber, dass er sein Können nach der Absage des MSC-Wettbewerbs am 1. Mai in Brokstedt (Schleswig-Holstein) zeigen kann, wenn der zweite Renntag des diesjährigen Team-Cups geplant ist.

Schließlich kann es René Deddens kaum erwarten, sich auf sein Motorrad zu setzen, um die Action, die Geschwindigkeit und das Adrenalin in seinem Blut zu spüren. „Es wird einfach höchste Zeit, dass es wieder losgeht.“


Fakten: 

  • René Deddens wurde im Juni 1992 in Cloppenburg geboren. Er wuchs in Emstek auf und lebt seit einigen Jahren im Industriegebiet Galgenmoor/Vahren.
  • Seine ersten Erfahrungen auf einem Motorrad sammelte er bereits als Fünfjähriger. Als er erst zwei Wochen lang auf der Welt gewesen war, hatten seine Eltern ihn mit zu einem Speedway-Rennen genommen. Deddens ist seit eh und je sportbegeistert, spielte in seiner Jugend zum Beispiel gerne Fußball und Badminton.
  • Beim Speedway feierte der heute 28-Jährige im Dress des MSC Cloppenburg schon etliche Erfolge. Bei der U19-EM holte er 2008 die Bronzemedaille, ist mehrfacher Deutscher Meister im Einzel- sowie Teamwettbewerb und wurde 2019 zum besten Fahrer in der 1. Bundesliga gewählt. In dieser Klasse debütierte René Deddens mit nur 13 Jahren und ist damit noch immer der jüngste Starter.

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