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Spätes Siegtor, singende Fans und ein Rückkehrer: Das perfekte Lohner Drehbuch

Die BWL-Fußballer haben nach ihrem ersten Regionalliga-Sieg gegen Atlas Delmenhorst den Moment genossen. Der Comebacker spricht über die Emotionen und der Coach denkt auch schon an Ottensen.

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Glückliche Lohner: Die BWL-Fußballer um Felix Oevermann (Mitte) feiern den 2:0-Treffer. Nach dem Schlusspfiff sangen sie im Mannschaftskreis „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“. Fotos: Frank Wenzel

Glückliche Lohner: Die BWL-Fußballer um Felix Oevermann (Mitte) feiern den 2:0-Treffer. Nach dem Schlusspfiff sangen sie im Mannschaftskreis „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“. Fotos: Frank Wenzel

Als Thorsten Tönnies eine halbe Stunde vor Mitternacht das Heinz-Dettmer-Stadion und die kleine Siegerparty verlassen hatte, da konnte auch er ein wenig runterkommen. Zuvor hatte es für den 31-Jährigen gleich mehrere Genussmomente gegeben. Erst das rund 25-minütige Comeback, dann der erlösende Schlusspfiff und die Gewissheit, im fünften Anlauf mit den Regionalliga-Fußballern von BW Lohne den ersten Sieg der Saison eingefahren zu haben. „Wir mussten noch ein bisschen rumbrüllen“, berichtete der euphorisierte Rückkehrer nach dem 3:2 (2:0) gegen Atlas Delmenhorst vor 1400 Zuschauern am Mittwochabend.

Für den Lohner kam der erste Einsatz nach ziemlich genau fünf Monaten – am 2. April hatte er sich im Oberliga-Duell gegen den SV Ramlingen-Ehlershausen einen Kreuzbandriss zugezogen – nicht völlig überraschend. „Ich wusste, dass der Trainer auf mich zurückgreifen wird, wenn ich auf der Bank sitze“, sagte er. Aber seine Aufregung sei dadurch nicht geschmälert worden.

Die ersten Sekunden nach seiner Rückkehr hätten eigentlich nicht schlechter laufen können: Einwechslung in der 70. Minute, Gegentor zum 2:2-Ausgleich in der 71. Minute. Tönnies war zwar nicht beteiligt, musste aber miterleben, wie BWL gerade seine 2:0-Halbzeitführung verspielt hatte. Im ersten Abschnitt, den Lohne nach einem nervösen Beginn dominierte, hatten Bennet van den Berg (10., im Nachsetzen) und Christopher Schepp (36., nach Vorlage von Felix Oevermann) die BWL-Treffer erzielt. Schepp hatte nicht in der Startelf gestanden, kam aber früh ins Spiel, weil sich Sturmkollege Marek Janssen wieder am Oberschenkel verletzt hatte.

Ballbehauptung in Schräglage: Der Lohner Torschütze Christopher Schepp im Spiel gegen Atlas Delmenhorst.Ballbehauptung in Schräglage: Der Lohner Torschütze Christopher Schepp im Spiel gegen Atlas Delmenhorst.

Im zweiten Abschnitt sah es dann phasenweise danach aus, als würde den Lohnern trotz eines sehr engagierten Auftritts wieder ein Spiel aus den Händen gleiten. Atlas Delmenhorst, das zur Pause dreimal wechselte, trat nun deutlich verbessert auf und hatte einige gefährliche Angriffsszenen. Neben den Gegentreffern von Tobias Steffen (52.) und Mattia Trianni (71.) hatte Lohne nun aber auch mal Glück – und in Torwart Christoph Bollmann einen überragenden Rückhalt.

Es wirkte ein bisschen so, als hätte sich BW Lohne diese kleine Portion Glück auch in den vorherigen Partien erarbeitet. Als Aaron Goldmann dann nach einer starken Vorarbeit von Lennard Prüne plus Hacken-Weiterleitung von Schepp in der 87. Minute zum 3:2 einschoss, entfachte er damit ein Stimmungsfeuer im Stadion. Die Zuschauer klatschten und skandierten lautstark „Lohne, Lohne, Lohne, ...“. Nach fünfeinhalbminütiger Nachspielzeit hatte Blau-Weiß um 21.24 Uhr dann die Regionalliga-Punkte zwei bis vier im Sack. Coach Henning Rießelmann lobte erneut die große Leidenschaft sowie Einsatzbereitschaft seines Teams und sprach von einer „fantastischen Stimmung im Stadion“. Dass der Lohner Sieg insgesamt durchaus verdient war, räumte auch Atlas-Coach Key Riebau ein.

So konnte Thorsten Tönnies sein Comeback letztlich in vollen Zügen genießen. „Dass ich jetzt nach den fünf Monaten spielen konnte, ist natürlich überwältigend“, sagte er. Es sei ein „Fight, eine geile Moral, eine geile Mannschaftsleistung“ gewesen. Man könne zwar argumentieren, dass ein Remis angesichts des Atlas-Drucks in Hälfte zwei okay gewesen wäre, „aber wir haben auch viele Spiele hergegeben, wo wir hätten punkten oder gewinnen müssen“.

Seit Donnerstagmorgen gilt der Fokus der kommenden Aufgabe beim Hamburger Klub Teutonia Ottensen (Samstag, 14.00 Uhr). Janssen wird dann fehlen. Der wie immer starke Oevermann musste am Mittwoch ebenfalls vom Platz, er kann mit der Hacke nicht auftreten. Auch hinter den Einsätzen von Phil Sarrasch (Oberschenkelprobleme) und Kai Westerhoff (eventuell privat verhindert) stehen Fragezeichen. Dafür ist Christian Düker wieder dabei. Zähler in Ottensen wären laut Rießelmann „Bonuspunkte, weil das schon eine richtige Profitruppe ist“.

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