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Soremba-Ära in Mühlen endet – Hinrichs übernimmt

Nach über zehn Jahren hört der Coach aus privaten und beruflichen Gründen auf. Den Kontakt zu seinem Nachfolger hat er selbst hergestellt. Im Verein herrscht eine große Dankbarkeit.

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Prägende Figur über mehr als zehn Jahre: Ingo Soremba verlässt GW Mühlen. Foto: Schikora

Prägende Figur über mehr als zehn Jahre: Ingo Soremba verlässt GW Mühlen. Foto: Schikora

Es war kein normaler Trainingsabend bei GW Mühlen – sondern ein sehr spezieller. Coach Ingo Soremba teilte seiner Mannschaft am Freitag mit, dass er sein Amt aus privaten und beruflichen Gründen niederlegen wird. Nach über zehn Jahren. „Das war eine sehr emotionale Geschichte. Da hatte man schon Gänsehaut“, berichtet Klubchef Ralf Kröger. Der Coach selbst sprach von einem „Tränenmeer“. Die Spieler des Fußball-Landesligisten verabschiedeten sich mit einer Umarmung von ihm. Wobei Soremba auch in dieser Woche noch das Training leiten wird – und dann den Stab an seinen Nachfolger Andreas Hinrichs übergibt.

In Mühlen läuft alles ein bisschen anders. Als Ingo Soremba seinen Entschluss zum Rücktritt gefasst hatte, präsentierte er der Mühlener Vereinsführung gleich eine „Idealbesetzung“ für die Nachfolge: Hinrichs und dessen Trainerpartner Ben Wobbeler, die zuletzt ihre erfolgreiche Zeit beim A-Jugend-Regionalligisten BW Lohne beendet hatten. So kam man schnell zusammen an einen Tisch und wurde sich einig. Hinrichs schlug für sein Engagement in Mühlen ein Angebot von der U 19 des JFV Nordwest (Regionalliga) aus.

Seit der Zusage läuft eine ausführliche Übergabe zwischen Soremba und seinem Nachfolger. „Das ist schon bemerkenswert“, sagt Ralf Kröger dazu. Zur Zukunft hält er grundsätzlich fest: „Es soll unser Weg bleiben, auf junge Spieler zu setzen.“ Auch Ingo Soremba ist froh, dass sein eingeschlagener Weg fortgesetzt werden soll.

"Das ist genau der richtige Mann."Ingo Soremba über seinen Nachfolger Andreas Hinrichs

Zum Abschied von Ingo Soremba sagt Ralf Kröger: „Er hat einen ganz tollen Job gemacht.“ Dass sich die Wege nun inmitten der Corona-Pause trennen, bedauert der Klubchef. Er sagt: „Wir hätten beide gerne einen anderen Abschied gehabt.“ Ursprünglich habe man noch ein Jahr gemeinsam weiterarbeiten und die Pandemie hinter sich lassen wollen, um anschließend erneut in Klausur zu gehen.

Auch Soremba gibt zu, dass ein Abschied an einem „normalen“ Saisonende schöner gewesen wäre. Aber allein deshalb wollte er sein Engagement nicht ausdehnen. Er wollte vielmehr, dass GWM die Chance nutzt, Hinrichs zu verpflichten. „Das ist genau der richtige Mann“, sagt er. Der Neue kommt aus der Jugend – so wie Soremba damals. Er war im Sommer 2006 als Jugendtrainer in Mühlen eingestiegen. Im aktuellen Kader sind elf Spieler, die er bereits im Nachwuchsbereich gecoacht hat.

Rückblickend sagt er: „Es war eine wunderschöne Zeit.“ Sie wurde gekrönt vom Aufstieg in die Landesliga als Bezirksliga-Meister der Saison 2017/18. Weil es im Oktober zu beruflichen Veränderungen kommen wird und familiäre Beweggründe hinzukommen, endet diese Zeit nun. „Es fällt mir ungemein schwer“, sagt Soremba, „aber es ist und bleibt die richtige Entscheidung.“ Er übergebe eine „völlig intakte Mannschaft“, deren Weg er in Zukunft weiterhin verfolgen wird – auch als Zuschauer im Stadion, das lange sein zweites Wohnzimmer war.

Zur Länge seines Engagements als Herrentrainer, das im März 2011 begonnen hatte, merkt Soremba schmunzelnd an: „Das ist gar nicht so lange geplant gewesen.“ In den letzten 20 Jahren gab es bei keinem VEC-Klub auf Bezirksebene so eine Kontinuität wie in Mühlen. Die Chemie zwischen ihm und dem Vorstand mit Klubchef Ralf Kröger an der Spitze habe einfach gestimmt, so der Coach. Für die Mannschaft gilt dasselbe. Sie bedankte sich am Montag noch mal ausdrücklich für den Einsatz des scheidenden Trainers. Neben ihm hört auch „Co“ und Torwart Maurice Planteur auf – er wird im Sommer nach Oldenburg ziehen. Für sich selbst hält Soremba fest: „Ich bin überzeugt davon, dass mich der Fußball noch mal wiedersehen wird.“

Das neue Trainer-Duo: Andreas Hinrichs (rechts) und Ben Wobbeler – hier noch in Diensten von BW Lohne. Foto: SchikoraDas neue Trainer-Duo: Andreas Hinrichs (rechts) und Ben Wobbeler – hier noch in Diensten von BW Lohne. Foto: Schikora

Andreas Hinrichs und Ben Wobbeler stellen sich am Dienstag der Mannschaft vor. Hinrichs spricht von einer „spannenden Aufgabe“ und sagt: „Ich habe mega Bock drauf.“ Er freut sich auch, dass er weiterhin mit Wobbeler zusammenarbeiten darf. Es habe gute Gespräche mit Ralf Kröger und Ingo Soremba gegeben – und am Sonntag auch mit dem Spielerrat. Sieben Akteure kennt Hinrichs bereits aus seiner Zeit als Jugendtrainer bei BWL und in Brockdorf. Jetzt soll in Mühlen langfristig zusammengearbeitet werden. Hinrichs bemerkt jedoch: „Es wird erst mal gegen den Abstieg gehen.“

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