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So steht's um das Sportangebot im Andreaswerk in Corona-Zeiten

Die Zukunft der Frauenfußball-Mannschaft des Andreaswerks ist ungewiss. Große Bandbreite an weiteren Sportangeboten - doch was kann überhaupt stattfinden?

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Einer der letzten Auftritte: Die Fußballerinnen des Andreaswerks. Von links: Rena Meyer, Christine Bergmann, Renate Früchtemeyer, Nadja Wolf, Elke Kreymborg, Ann-Marie gr. Siemer, Livia Häublein und Jill Jegathesan. Foto: Osterhues

Einer der letzten Auftritte: Die Fußballerinnen des Andreaswerks. Von links: Rena Meyer, Christine Bergmann, Renate Früchtemeyer, Nadja Wolf, Elke Kreymborg, Ann-Marie gr. Siemer, Livia Häublein und Jill Jegathesan. Foto: Osterhues

Seit dem ersten Lockdown im März vergangenen Jahres rollt kein Ball mehr. Stimmt zwar nicht für Kreisliga, Bezirksliga und Co., aber für die Frauenfußballmannschaft des Andreaswerks. Während die meisten Mannschaften im Sommer und Herbst wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einstiegen, pausierten die erfolgreichen Fußballerinnen weiter – bis jetzt. Und die Zukunft ist ungewiss.

Vor mittlerweile über 50 Jahren entstanden, ist die Werkstatt des Andreaswerk e.V. mit verschiedenen Produktions- und Dienstleistungsbereichen im Landkreis Vechta vertreten. Neben der Arbeit unterstützt ein sportliches Förderangebot die Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung dabei, sich beruflich wie persönlich weiterzuentwickeln. Hierzu zählt auch die hauseigene Frauenfußball-Mannschaft. Schon seit etwas mehr als einem Jahr haben sich die Spielerinnen nicht mehr zum Training auf dem Sportplatz oder in der Sporthalle getroffen, keine Tore mehr geschossen und sind nicht mehr zu Turnieren gefahren. „Das ist wirklich schade“, sagt Martina Osterhues, Gymnastiklehrerin mit Sportausbildung und Motopädin im Andreaswerk. Denn in den letzten Jahren war das Team sehr erfolgreich: Bei der Deutschen Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Duisburg erreichte das Team regelmäßig die Top 5 Ein weiteres Highlight, das aber schon etwas länger zurückliegt, war die Teilnahme einiger Spielerinnen an den Special Olympics 2007 in Shanghai (China).

Wann und ob sich das Team überhaupt wieder zum Training treffen wird, ist offen. „Das steht wirklich noch in den Sternen. Wir müssen nach Corona komplett neu anfangen und ich weiß gar nicht, ob ich die Mannschaft noch mal richtig zusammenbekomme“, sagt Osterhues. Vor der Pandemie trainierte die Mannschaft, die 2019 einen großen altersbedingten Umbruch erlebt hatte, einmal wöchentlich. Torschuss, Passübungen, Spiele und Elfmetertraining standen auf dem Programm. „Das muss man sich trotz der Einschränkungen ziemlich normal vorstellen“, erklärt Osterhues. Einzeltraining oder virtuelle Treffen bei Zoom gebe es in Pandemie-Zeiten allerdings nicht, da bei den meisten die Motivation aufgrund der Ungewissheit fehle, so Martina Osterhues.

350 Mitarbeiter nehmen Sportangebot wahr

Allerdings organisieren sie und ihre Kollegin Stefanie Ottermann nicht nur das Fußballtraining. „Im Andreaswerk gibt es viele andere arbeitsbegleitende Maßnahmen“, sagt sie. Rund 350 der ungefähr 770 Mitarbeiter nehmen normalerweise an dem freiwilligen Angebot teil. So wird in normalen Zeiten Basketball und Badminton gespielt. Zudem wird Rollstuhlfahrersport, Yoga, Tanzen, Zumba und Fitnesstraining in Fitnessstudios angeboten. Nach derzeitigem Stand der Corona-Verordnung dürfen diese Aktivitäten allerdings nicht durchgeführt werden. Osterhues sagt: „Einige Beschäftigte vermissen das schon wirklich extrem.“ Im Vechtaer Andreaswerk werden als Ersatz täglich Spaziergänge und Nordic Walking in Kleingruppen angeboten. „Besser als nichts“, meint Osterhues. In den Werkstätten in Lohne und Steinfeld gibt‘s zudem weitere kleine Bewegungsangebote.

Darüber hinaus setzt Osterhues darauf, dass die Beschäftigten auch außerhalb des Andreaswerks aktiv werden. „Da wird mittlerweile echt viel angeboten. Das Bild hat sich zum Glück geändert“, sagt sie. So würden die Elternhäuser verschiedene Aktivitäten anbieten. Zudem organisieren auch die Wohnheime einiges. Osterhues erklärt: „Unser Ziel ist es, dass die Beschäftigten auch privat sportlich aktiv sind und ihren Spaß haben.“ Und weiter: „Inklusion soll und muss auch dort unbedingt stattfinden.“

Walking im Wald: von links Jürgen Rusche, Carolin Pohlmann, Philipp Möllers, Renate Asmus und Marlene Lammers. Foto: OsterhuesWalking im Wald: von links Jürgen Rusche, Carolin Pohlmann, Philipp Möllers, Renate Asmus und Marlene Lammers. Foto: Osterhues

Denn Menschen mit Behinderung haben es in Corona-Zeiten schwerer als ohnehin schon. Markus Ideler, Leiter der Werkstätten sagt: „Es gibt hunderte Individuen bei uns und jeden trifft es in der Art und Weise anders. Die Herausforderung ist für Menschen mit Behinderung besonders hoch. Aber wir versuchen alles Mögliche, damit sie diese meistern.“ Allerdings ist es Markus Ideler auch wichtig zu betonen, dass die Pandemie generell eine Herausforderung sei: „Für den einen mehr, für den anderen eben weniger.“

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