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Simon Engelmann schießt Bielefeld raus

Viertligist RW Essen gelingt die Sensation gegen den Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld – und der gebürtige Visbeker trifft. 300 Fans waren bei der Sensation an der Hafenstraße dabei.

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Der Mann des Abends feiert im Kollegenkreis: Simon Engelmann (links) nach seinem 1:0-Treffer gegen Arminia Bielefeld mit Noel Futkeu und Kevin Grund (rechts). Foto: dpa / Weihrauch

Der Mann des Abends feiert im Kollegenkreis: Simon Engelmann (links) nach seinem 1:0-Treffer gegen Arminia Bielefeld mit Noel Futkeu und Kevin Grund (rechts). Foto: dpa / Weihrauch

Uwe Neuhaus gratulierte mit versteinerter Miene Trainerkollege Christian Neidhart zum Sieg, diskutierte kurz mit Schiedsrichter Harm Osmers und folgte dann seinen enttäuschten Spielern in die Kabine: Die Vorfreude bei Arminia Bielefeld auf das erste Bundesligaspiel nach 4137 Tagen ist empfindlich getrübt worden. Der Zweitligameister unterlag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Viertligisten RW Essen mit 0:1 (0:1) und ist als zweiter Vertreter aus dem Oberhaus nach Hertha BSC an der Auftakthürde gescheitert. Für die Entscheidung sorgte der gebürtige Visbeker Simon Engelmann mit seinem Tor in der 33. Minute.

Der 31-jährige Goalgetter schoss den Niederrheinpokalsieger zum ersten Mal seit neun Jahren in die zweite Runde, die am 22./23. Dezember ausgespielt wird. Engelmann, vor dieser Saison vom SV Rödinghausen zum Regionalliga-Rivalen RWE gewechselt, hatte die Essener schon am 22. August mit einem Dreierpack beim 3:1 (1:0)-Sieg im Niederrhein-Finale gegen den 1. FC Kleve im Alleingang in den DFB-Pokal geschossen. Engelmann war mit der Empfehlung von 120 Regionalliga-Treffern in 290 Spielen zum Traditionsklub in den Ruhrpott gekommen. Im Oktober 2018 spielte der Visbeker mit Rödinghausen nach dem 3:2-Erstrundensieg gegen Dynamo Dresden in der 2. Pokalrunde gegen Bayern München; der Außenseiter unterlag nur knapp mit 1:2.

300 Zuschauer dürfen Sensation im Stadion live miterleben

Während die Essener um Neu-Coach Neidhart mit den nur 300 zugelassen Zuschauern feierten, waren die Gäste konsterniert. „Es ist nicht zu erklären. Ich habe keine Begründung für die Leistung in der ersten Halbzeit. Da muss ich die Mannschaft fragen, was los war“, sagte ein frustrierter Neuhaus und fügte an: „Das trübt die Laune und wird die Laune bis Frankfurt bestimmen.“

Bielefeld kann sich bereits vor dem lang ersehnten Bundesligaauftakt bei Eintracht Frankfurt am Samstag ganz auf das Projekt Klassenerhalt konzentrieren. Hierzu müssen die Ostwestfalen deutlich zulegen: Beim Underdog war das Team um Kapitän Fabian Klos offensiv lange harmlos und defensiv anfällig.

„Ich werde die Mannschaft in die Pflicht nehmen“, hatte Neuhaus vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte angekündigt: „Es gibt keine lustlose oder überhebliche Vorstellung. Wir müssen uns kämpferisch und läuferisch mindestens auf dem Level von RWE bewegen.“

Vom Klassenunterschied ist in der ersten Häfte nichts zu sehen

Der 60-Jährige wurde vor allem in den ersten 45 Minuten bitter enttäuscht. Vor der kleinen Fan-Kulisse, in der auch der frühere Essen-Profi Otto Rehhagel saß, war rein gar nichts vom Klassenunterschied zu sehen. Die von Neidhart gut eingestellten Essener standen defensiv stabil, setzten auf körperliches Spiel und hohe Bälle. Bereits in der 3. Minute war Arminia-Keeper Stefan Ortega beim Schuss des früheren U-21-Europameisters Dennis Grote gefordert. In der Folge presste Bielefeld besser, kam aber kaum mal gefährlich vor das Tor des tief gefallenen Pokalsiegers von 1953. Auf der Gegenseite zeigte Essen, wie es geht: Zwei schnelle und saubere Pässe, an deren Ende Mittelstürmer Simon Engelmann eiskalt zuschlug. Bielefelds Neuzugang Jacob Laursen sah dabei ganz schlecht aus.

Nach der Pause stellte Neuhaus von 4-3-3 auf 4-4-2 um, Die Aktionen der Bielefelder wurden zwingender, in der 67. Minute traf Marcel Hartel per Freistoß den Pfosten. Bei immer noch mehr als 25 Grad ging es in der Schlussphase nur noch über den Kampf. Bielefeld versuchte aus fast allen Lagen sein Glück, Essen warf alles in die Verteidigung seines Tores.

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