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Simon Engelmann ist „OV-Sportler des Jahres 2021“

Der Regionalliga-Torjäger aus Visbek siegte zum zweiten Mal nach 2019. „Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagte der Stürmer von RW Essen. Lesen Sie hier, wer noch auf dem Treppchen landete.

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OV-Sportler des Jahres 2021: Fußballer Simon Engelmann bei der Pokalübergabe im Stadion an der Hafenstraße. Foto: Boning

OV-Sportler des Jahres 2021: Fußballer Simon Engelmann bei der Pokalübergabe im Stadion an der Hafenstraße. Foto: Boning

Die ruhmreiche Vergangenheit des Kultklubs ist nicht zu übersehen. Vor dem Stadion an der Hafenstraße, vor der Tribüne mit der Fankurve von RW Essen, steht eine Statue von Helmut Rahn. „Der Boss“, 1929 in Essen geboren und 2003 zwei Tage vor seinem 74. Geburtstag auch dort gestorben, hat RW Essen zum DFB-Pokalsieg 1953 und zur Deutschen Fußball-Meisterschaft 1955 geschossen – und dazwischen führte er die Nationalmannschaft zum WM-Titel 1954 in Bern, Siegtreffer im Finale inklusive. Knapp 100 Meter entfernt, im Inneren des Stadions, erinnern die Meisterschale und ein DFB-Wimpel an die rot-weißen Glanzzeiten. Und die Büste von Georg Melches, einst Bergwerksdirektor, Mitbegründer des Vereins und jahrzehntelang Namensgeber des Stadions in Essen-Bergeborbeck, wacht über die Trophäen.

„Man spürt hier eigentlich überall, wie wichtig den Leuten der Fußball ist, welchen Stellenwert RWE für die Stadt hat“, erzählt Simon Engelmann. Als er das sagt, hält er selbst eine silberne Trophäe in den Händen. Zugegeben, der Pokal ist längst nicht so wertvoll wie die Essener Meisterschale, aber für Engelmann ist er von großer Bedeutung. Denn: Der 32 Jahre alte Visbeker ist der frischgekürte „OV-Sportler des Jahres 2021“.

Bei der Abstimmung der OV-Sportredaktion setzte sich der Torjäger mit dem Maximum von 40 Punkten an die Spitze. Zum vierten Mal landete der ehemalige Oyther auf dem Treppchen, zum zweiten Mal nach 2019 stand er ganz oben. „Ich freue mich riesig, dieser Pokal bedeutet mir wirklich sehr viel“, sagt Engelmann beim kleinen Foto-Shooting auf der Tribüne des Stadions. Und weiter: „Wir sind ja oft in der Heimat. Meine Familie und Freunde verfolgen das alles, was ich hier mache. Sportler des Jahres zu sein, hat für mich einen hohen Stellenwert. Ich bin wirklich sehr stolz auf diese Auszeichnung.“

Zum siebten Mal in der nunmehr 28-jährigen Historie der OV-Sportler-Wahl ging der Titel an einen Fußballer. Lars Schmedes hatte 1998 und 1999 den Anfang gemacht, gefolgt von Artur Zimmermann (2001), Tim Wernke (2013), Luc Ihorst (2017) und Engelmann. Rechnet man die beiden Erfolge der ehemaligen Spitzen-Schiedsrichter Mike Otte (2002) und Christoph Bornhorst (2006) hinzu, sind's sogar neun Fußball-Champions.

Engelmann blickt auf eine „eigentlich perfekte Saison“ zurück. Eigentlich – weil „das i-Tüpfelchen gefehlt hat“, so Engelmann, weil sich RW Essen nach einer überragenden Serie 20/21 in der Regionalliga West mit Platz zwei hinter Borussia Dortmund II begnügen musste.

Engelmann hatte an der Vizemeisterschaft großen Anteil, er erzielte Tore am Fließband und sicherte sich mit 29 Treffern zum zweiten Mal in Folge die Torjäger-Krone in der West-Staffel der 4. Liga. Damit nicht genug: Auch im DFB-Pokal sorgten Engelmann und Co. für Furore. 1:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld, 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf und im Achtelfinale dann der Coup gegen den haushohen Favoriten Bayer Leverkusen. Engelmann traf in allen drei Pokalspielen – gegen Leverkusen in der 117. Minute zum 2:1-Endstand. Mit rechts, eigentlich der schwache Fuß, jagte er den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. Ein Tor für die Ewigkeit, von dem er wohl noch seinen Enkeln erzählen wird. „Ein einzigartiges Erlebnis“, sagt Engelmann über die bundesweit beachtete Sensation. Ein Jahr später spricht er vom „größten Moment in meiner Karriere“.

Der Visbeker, der bereits seine zwölfte Saison in der Regionalliga West spielt und in der laufenden Serie mit 13 Treffern wieder ganz vorne dabei ist, fühlt sich in Essen „sehr wohl“, wie er sagt. Das liegt natürlich auch an den Fans: „Wenn 10.000 deinen Namen rufen, dann ist das schon etwas Besonderes, was man nie vergisst. Schön, dass ich das nach Corona erleben durfte.“ Sollte es mit dem ersehnten Aufstieg in die 3. Liga klappen, verlängert sich sein Vertrag in Essen automatisch um ein drittes Jahr.


OV-Sportler des Jahres 2021

  • 1. Simon Engelmann (Fußball/40 Punkte), 2. Theo Teuteberg (Handball/32), 3. Lukas Fienhage (Bahnsport/29), 4. Felix Oevermann (Fußball/28), 5. Viktor Kuk (Leichtathletik/24), 6. Franz Bokop (Fußball-Schiedsrichter/23), 7. Peter Kowalski (Handball/17), 8. Wolfgang Knabe (Leichtathletik/13), 9. Michael Buddelmeyer (Autocross/9), 10. Andreas Bröring (Leichtathletik/5).

Mit seiner Frau Sandra, die aus Bakum stammt, und Sohn Mats (fast drei Jahre), der im Juli zum großen Bruder wird, lebt Engelmann im Westviertel; genauer gesagt in der Bargmannstraße – also in jener Straße, in der in der Nacht zum Montag ein kompletter Wohnkomplex in Brand geraten ist. „Uns geht's gut, ist ein paar Häuser weiter. Wahnsinn, was hier los ist“, berichtete Engelmann am Montagmorgen. In Essen wird das Westviertel auch „Grüne Mitte“ genannt. Parkanlage, Teich und Spielplatz sind ganz in der Nähe, das Stadion an der Hafenstraße ist fünf Minuten entfernt, gleiches gilt für die Fußgängerzone.

Platz zwei bei der OV-Sportler-Wahl 2021 geht an Theo Teuteberg. Der 17 Jahre alte Lohner feierte als erster Nachwuchs-Handballer aus dem Kreis Vechta seine Premiere in einer Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes; er absolvierte in Rostock zwei Spiele für die U 17 des DHB. Zudem mischt der Linkshänder mit GWD Minden in der A-Jugend Bundesliga mit und ist dort regelmäßig Torschütze.

Rang drei belegt Lukas Fienhage, der Sieger des Vorjahres. Der 22 Jahre alte Motorradsportler aus Brockdorf raste 2021 bei der Deutschen Langbahn-Meisterschaft auf seiner Heimbahn in Vechta auf Platz zwei – sein bislang bestes DM-Ergebnis. Bei der Langbahn-WM belegte er in der Gesamtwertung Platz sechs.

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