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Simon Engelmann droht eine "bittere Pille"

Der Torjäger aus Visbek biegt mit RW Essen auf die Zielgerade ein. Am Samstag winkt Platz eins in der Fußball-Regionalliga West. Aber: Borussia Dortmund II hat alles selbst in der Hand.

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„Was meinst du, werden wir noch Meister?“ Essens Simon Engelmann (rechts) und Marcel Platzek. Foto: dpa/Meissner

„Was meinst du, werden wir noch Meister?“ Essens Simon Engelmann (rechts) und Marcel Platzek. Foto: dpa/Meissner

Es ist eine gute Saison, daran gibt's ja überhaupt keine Zweifel. Mehr noch: Es ist sogar eine sehr gute Serie, eine „überragende Saison“, wie Simon Engelmann findet: „Ein Riesenjahr.“ Aber: Der Torjäger aus Visbek und seine Teamkollegen von RW Essen könnten am Ende einer Mammut-Saison mit leeren Händen dastehen. Der Aufstieg in die 3. Liga, das erklärte Ziel des Traditionsklubs aus der Regionalliga West, hängt am seidenen Faden. Gut möglich, dass Anfang Juni, wenn unter die XXL-Serie mit 21 Teams und 40 Spieltagen ein Schlussstrich gezogen wird, 28 Siege nur zur Vizemeisterschaft reichen.

„Ja, das kann passieren. Vielleicht haben wir über 90 Punkte geholt, und am Ende ist eine andere Mannschaft noch einen Tick besser. Das wäre eine bittere Pille, die wir dann schlucken müssten. Aber nach so einer Saison kann man uns eigentlich keinen großen Vorwurf machen. Falls Dortmund am Ende vorne ist, müssen wir damit leben und einen neuen Anlauf starten“, sagt Engelmann. Der Visbeker, mit 27 Saisontreffern die Nummer eins der West-Staffel, ergänzt: „Natürlich hoffe ich noch, dass es ein Happy End für uns gibt.“

Die Fakten für den Endspurt: Essen hat's nicht mehr selbst in der Hand. Schuld daran ist eine kleine Auswärtskrise von Ende Februar bis Anfang April, als RWE fünfmal in Folge in der Fremde nicht gewann (0:3, 0:1, 1:2, 1:1, 1:1) – vor allem das 1:2 bei Schlusslicht RW Ahlen kann sich Engelmann bis heute nicht erklären. „Wir hatten zwei, drei Wochen, die nicht so gut waren. Damit haben wir uns vielleicht die ganze Saison versaut“, so der 32-Jährige.


Restprogramm der Titelanwärter

  • Borussia Dortmund II (82 Punkte, 84:26 Tore): beim SV Straelen (14. Platz),  beim SV Rödinghausen (7.), gegen VfB Homberg (17.), gegen Bergisch Gladbach (18.), beim Wuppertaler SV (12.).
  • RW Essen (81 Punkte, 80:23 Tore): gegen Alem. Aachen (13.), beim 1. FC Köln II (5.), gegen SF Lotte (15.), beim FC Wegberg-Beeck (16.).

Titelrivale Borussia Dortmund II zog vorbei und hat aktuell einen Punkt Vorsprung. Klingt wenig, aber der BVB-Unterbau hat noch ein Spiel in der Hinterhand. Essen spielt bis zum Kassensturz am 5. Juni viermal, Dortmund II fünfmal. „Wir dürfen uns jetzt nichts mehr erlauben“, so Engelmann: „Wir müssen alle vier Spiele gewinnen und hoffen, dass Dortmund zweimal patzt.“ So wie Ende April, als der BVB II im kleinen Revierderby gegen Schalke 04 II nach einer 3:0-Führung nur 3:3 spielte.

Für Dortmund war es der bislang letzte Einsatz. Essens Konkurrent ist seitdem im Quarantäne-Modus. Zwei BVB-II-Spieler wurden positiv getestet. Im Rahmen der Kontaktverfolgung ordnete das Gesundheitsamt eine Quarantäne für weitere Spieler an. Folge: BVB-Trainer Enrico Maaßen, zuvor Engelmanns Coach in Rödinghausen, stehen keine zehn Spieler mehr zur Verfügung.

„Natürlich hoffen wir, dass die Dortmunder bei ihrem Re-Start nicht so im Rhythmus sind“, erklärt Engelmann. Am 22. Mai darf der BVB II wieder ran, zwei abgesetzte Spiele werden unter der Woche nachgeholt. Essen hat derweil am Samstag die Chance, mit einem Sieg gegen Aachen die Tabellenspitze zu erobern. „Wir wollen den Druck auf Dortmund hochhalten“, so Engelmann. Die Rückkehr auf Platz eins wäre ein Anfang.

Dass er selbst in den letzten vier Spielen nur einmal getroffen hat (beim 5:0 gegen Lippstadt zum 2:0), bereitet Engelmann kein Kopfzerbrechen. Erstens habe er das eine oder andere Tor vorbereitet – und zweitens, das Wichtigste: „Wir waren mit dem Rücken zur Wand und haben fünfmal in Folge gewonnen – nur das zählt.“

Auch am Mittwochabend im Viertelfinale des Niederrhein-Pokals war Engelmann eher Vorbereiter denn Vollstrecker. Beim 4:1-Sieg beim Lokalrivalen RW Oberhausen legte er das 1:0 und 2:0 auf. Noch zwei Siege, dann ist Essen wieder im DFB-Pokal dabei. Nächster Halt: 19. Mai, Halbfinale gegen SV Straelen. Parallel dazu ermitteln Wuppertal und der MSV Duisburg den zweiten Finalisten.

Engelmann, der im Sommer 2020 einen Zweijahresvertrag in Essen unterschrieben hat („Ohne Ausstiegsklausel“), freut sich auf den Endspurt mit dem Tanz auf zwei Hochzeiten. Und mit Blick auf die Saison 2021/22 sagt er: „Ich werde auch im nächsten Jahr für Essen auflaufen. Wenn es jetzt mit dem Aufstieg nicht klappt, dann greifen wir wieder neu an.“ Auf die Frage, ob seine Torausbeute wie im Vorjahr das Interesse von Drittligisten geweckt hat, sagte er: „Nein, ich hab' nichts gehört. Vielleicht bin ich auch ein Stück weit zu alt.“

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