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SFN Vechtas Handballerinnen jubeln nach Kraftakt in Chemnitz

Die Vechtaerinnen nutzten gleich ihren ersten Matchball in der Abstiegsrunde der 3. Liga, um den Klassenerhalt perfekt zu machen. Eine Spielerin wurde dabei zur Matchwinnerin.

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Auf sie war wieder Verlass: Vechtas Spielmacherin Ria Hacek in Chemnitz. Foto: Gabi Müller

Auf sie war wieder Verlass: Vechtas Spielmacherin Ria Hacek in Chemnitz. Foto: Gabi Müller

Die Spielerinnen fielen sich um den Hals und tanzten über das Spielfeld, doch zu mehr als diesem kurzen Jubelausbruch reichten ihre Kräfte auch nicht mehr. Völlig ausgelaugt sanken die Handballerinnen von SFN Vechta auf den Boden der Sachsenhalle, einige von ihnen weinten – vor Glück und vor Erschöpfung.

Mit einem unglaublichen Kraftakt und einer überragenden Rike Kühling im Tor rang SFN Vechta im ersten Spiel der so genannten „Klassenverbleibsrunde“ der 3. Liga den Ostvertreter HV Chemnitz in dessen Halle mit 22:20 (12:10) nieder.

Dank der mitgenommenen Punkte aus der regulären Saison und der Vorarbeit von Pfeffersport Berlin, das am Samstag den TSV Altenholz mit 29:24 besiegt hatte, reichte der Sieg in Chemnitz den Vechtaerinnen, um den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. SFN hat zwar noch drei Spiele zu absolvieren, kann aber nicht mehr von einem der beiden ersten Plätze verdrängt werden, da Vechta den direkten Vergleich gegen den TSV Altenholz gewonnen hat.

Das Motto trugen die Spielerinnen auf ihren Schuhen: „Gegen alle Widerstände“

„Wir sind alle glücklich. Ich bin stolz auf das Team. Es war eine turbulente Saison“, sagte Trainer Christoph Nisius. Auch die Umstände der Chemnitz-Reise waren alles andere als günstig gewesen. Neben den privat verhinderten Clasen-Zwillingen und der verletzten Maylin Aumann fielen kurzfristig auch Nele und Jane Müller krankheitsbedingt aus. Vechtas Mini-Kader bestand aus zwei Torfrauen und sieben Feldspielerinnen.

„Aber egal, welche Nachricht auch kam, keiner hat gesagt, lass uns das Spiel verlegen“, berichtete Nisius. Das Motto „Gegen alle Widerstände“ hatten sich alle Spielerinnen für das Chemnitz-Spiel auf ihre Schuhe geklebt.

In der hitzigen, aber nicht unfairen Atmosphäre der Sachsenhalle erwischte Vechta dann vor 205 Zuschauern mit 5:1 einen Traumstart, begann dann jedoch laut Nisius „zu zaubern“– was nach hinten losging. Beim 6:6 war der Vorsprung dahin. SFN scheiterte zu oft an Chemnitz' starker Torfrau Lilli Slesaczek.

Doch zum Glück für Vechta hatte auch Rike Kühling einen überragenden Tag erwischt. Sie wehrte 16 Würfe ab. „Darunter waren einige Hundertprozentige. Sie war unsere Matchwinnerin“, sagte Christoph Nisius. Carolin Tiedeken kam so gar nicht zum Einsatz.

Erst ein Unterarmwurf von Tina Schwarz brachte kurz vor Schluss die Entscheidung

Das Spiel wurde zu einem echten Krimi. Vechta, das in Ria Hacek eine starke Antreiberin hatte, lag nur einmal hinten (7:8), schaffte es aber trotz 15:12-Führung (38.) nicht, sich vorentscheidend abzusetzen. Bis zum 17:17 (50.) glich Chemnitz immer wieder aus. Erst ein Unterarmwurf von Tina Schwarz zum 22:20 brachte rund 20 Sekunden vor Schluss die Entscheidung.

Nach einer Pizza-Party stieg das Team anschließend glücklich in die beiden Bullis. Nisius stellte noch einen Tankstellenstopp in Aussicht: „Heute gibt der Trainer eine Kiste aus.“


HV Chemnitz - SFN Vechta  20:22 (10:12)

  • Zuschauer: 205.
  • Vechta: Rike Kühling, Carolin Tiedeken (nicht eingesetzt) – Tina Schwarz (7/4), Ria Hacek (6), Luca Vodde (4), Svenja Ruhöfer (3), Leonie Schreiber (2), Klara Germann, Maike Deeben.
  • Beste Werferinnen Chemnitz:  Katarzyna Skoczynska, Anja Schulze, Camilla Flora Müller, Catrin Grützmann (je 3).
  • Nächstes Spiel: Samstag (14. Mai, 19.00 Uhr) gegen Pfeffersport Berlin.

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