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SFN Vechta enttäuscht im Geisterspiel

Der letzte Einsatz vor der Corona-Zwangspause endete für Vechtas Drittliga-Handballerinnen mit einer 27:30-Niederlage gegen Borussia Dortmund II.

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Im Abwehreinsatz: Klara Germann (links) und Luca Vodde von SFN Vechta erwarten den Wurf einer Dortmunder Angreiferin. Foto: Schikora

Im Abwehreinsatz: Klara Germann (links) und Luca Vodde von SFN Vechta erwarten den Wurf einer Dortmunder Angreiferin. Foto: Schikora

Kai Freese zog sich die Maske über die Nase, um seinem Dortmunder Trainerkollegen unter Einhaltung der Hygienebedingungen zum Sieg zu gratulieren, die Gäste stellten sich noch schnell zu einem Gute-Laune-Foto auf und dann drehte Hallensprecher Axel Baumeyer auch schon die Musik ab und setzte dem seltsamen Treiben in der Halle West ein Ende.

Es war das letzte Aufbäumen vor dem Lockdown. Trotz der Erlaubnis des Deutschen Handballbundes (DHB), die Spiele in den 3. Ligen am Wochenende noch durchzuziehen, fanden in der Nord-West-Staffel der Frauen letztlich nur noch zwei Partien statt – und eine davon war SFN Vechtas Heimspiel gegen Borussia Dortmund II.

Eine Handvoll Ordner, zwei Fotografinnen, drei Helfer für Videoaufzeichnung und Livestream, ein Video-Reporter und ein Pressevertreter – mehr Augenzeugen hatte das erste Geisterspiel der Vechtaer Handballerinnen nicht. Und so herrschte am Ende eine gespenstische Stimmung in der Halle – auch weil alle Beteiligten ahnten, dass dieses Spiel für lange Zeit das letzte gewesen sein dürfte.

Dass dieses skurrile Schauspiel für SFN mit einer 27:30 (11:14)-Niederlage endete und Vechta nun mit 0:4 Punkten in die Corona-Zwangspause geht, verlieh dem Abend zudem eine weitere bittere Note. „Ich bin total enttäuscht“, resümierte Kai Freese nach dem Spiel und stellte fest: „Unsere Abwehr war nicht drittligatauglich. 30 Gegentore sind eine Katastrophe. Wir haben leider da weitergemacht, wo wir in den letzten 20 Minuten in Recklinghausen aufgehört haben.“

Dass Vechtas beste Torschützin Luca Vodde in der 47. Minute verletzt ausschied, nachdem sie beim Treffer zum 23:23 unglücklich auf dem Fuß einer Gegenspielerin gelandet und umgeknickt war, wollte Kai Freese nicht als Entschuldigung für die Niederlage gelten lassen. „Das hat das Spiel nicht entschieden. Mir hat die Performance nicht gefallen“, sagte Freese. „Der Umbau des Innenblocks ohne Mette Müller wird wohl noch länger dauern. Und vorne fehlt uns der Spielfluss.“

Klara Germann schon nach fünf Minuten mit zwei Zeitstrafen belastet

Die Partie, die im Livestream von über 250 Zuschauern verfolgt wurde, stand für Vechta von Beginn an unter keinem guten Stern. Die Abwehr fand kein Mittel gegen die quirligen und ballsicheren Dortmunderinnen, bei denen vor allem die junge Hannah Kriese – deutsche A-Jugend-Meisterin von 2019 – herausragte. Erschwerend kam hinzu, dass Klara Germann im Abwehr-Innenblock schon nach gut fünf Minuten mit zwei Zeitstrafen belastet war und auch die Torfrauen zunächst keinen Ball zu fassen bekamen – Neza Curk fand später etwas besser ins Spiel.

Doch auch vorne lief es nicht. Trotz der Unterstützung durch die trommelnden Ordner Karl Triphaus und Thomas Reck fehlte vor allem im Abschluss die Sicherheit. 22 Fehlwürfe standen am Ende in der Statistik. Hinzu kamen diverse Abspielfehler just in den Momenten, da SFN das Spiel hätte kippen können. So wurde die gute Moral, mit der sich Vechta nach Rückständen (10:14, 16:19) bis auf 23:23 herankämpfte, nicht belohnt. Und die zum Teil sehenswerten Tore von Luca Vodde, Ria Hacek (auf Linksaußen) und Patricia Akalovic verpufften als Glanzlichter ohne nachhaltige Wirkung.

„Ich bin sehr zufrieden. Für uns ist es ganz wichtig, dass wir jetzt mit 4:2 Punkten in diese ungewisse Zeit gehen“, freute sich BVB-Trainer Tobias Fenske, dessen Team zum ersten Mal in dieser Saison mehr als 24 Tore warf.

SFN darf nach derzeitigem Stand am 21. November wieder spielen – zu Hause gegen Aldekerk. Kai Freese glaubt nicht, dass es dazu kommt. Er ist überzeugt: „Wir werden dieses Jahr kein Spiel mehr machen.“


Vechta - Dortmund II 27:30 (11:14)

  • Vechta: Carolin Tiedeken, Neza Curk – Luca Vodde (6), Tina Schwarz (5/2), Lisa Noack, Ria Hacek, Patricia Akalovic (je 4), Klara Germann (3), Jane Müller (1), Nele Müller, Svenja Ruhöfer; nicht eingesetzt: Birte Kierat.
  • Beste Werferinnen Dortmund:  Hannah Kriese (10/4), Julie Hafner (7), Anne Müller, Fiona Adam, Nele Eckert (je 3).
  • Siebenmeter: Vechta 2/3; Dortmund 4/4.
  • Zeitstrafen: SFN 4, BVB 2.

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