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Sensation in Stuttgart: Julia Middendorf erreicht Hauptfeld

Die 18-jährige Dinklagerin hat beim WTA-Tennisturnier zwei Siege in der Qualifikation gefeiert. Jetzt trifft sie in Runde eins auf die Nummer 26 der Welt.

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Erfolg in Stuttgart: Julia Middendorf. Foto: Paul Zimmer

Erfolg in Stuttgart: Julia Middendorf. Foto: Paul Zimmer

Als die Sensation auf Court 1 in der Porsche Arena perfekt war, ballte sie kurz die Faust – das war's. Auf den ersten Blick nahm Julia Middendorf ihren großen Erfolg recht gelassen zur Kenntnis. „Dass ich jetzt irgendwie die Arme hochreiße und über den Platz hüpfe – nein, so bin ich nicht. Ich hab' mich innerlich mega gefreut, aber ich will das nicht so zeigen. Ich weiß ja auch, dass meine Gegnerin gerade riesig enttäuscht ist“, sagte die Tennisspielerin aus Dinklage am Sonntagmittag gut 15 Minuten nach ihrem Match gegen Tamara Korpatsch.

Die Fakten zu den Emotionen: Julia Middendorf steht erstmals in ihrer jungen Karriere im Hauptfeld eines WTA-Turniers. Die 18-Jährige hat beim „Porsche Tennis Grand Prix“ in Stuttgart, der mit 565.000 US-Dollar Preisgeld dotiert ist, die Qualifikation erfolgreich gemeistert. Ein 2:6, 6:3, 6:0-Sieg gegen Tamara Korpatsch (25/Club an der Alster) öffnete ihr am Sonntag die Tür ins Hauptfeld, das eines der besten in der Turnierhistorie ist. Aus den Top 10 der aktuellen WTA-Weltrangliste sind in Ashleigh Barty (1.), Simona Halep (3.), Sofia Kenin (4.), Elina Svitolina (5.), Aryna Sabalenka (7.), Karolina Pliskova (9.) und Petra Kvitova (10.) gleich sieben Spielerinnen in Stuttgart vertreten. „Jetzt bin ich total gespannt, was mich erwartet“, sagte Julia Middendorf.

Gut drei Stunden später hatte sie Gewissheit: In Runde eins geht's gegen Anett Kontaveit (25) aus Estland, Nummer 26 der Welt. Julia Middendorf, die vom DTB eine Wildcard für die Qualifikation erhalten hatte, landete am Samstag im ersten Match einen 4:6, 6:1, 6:3-Sieg gegen die 24 Jahre alte Kroatin Jana Fett (Nr. 201 der Welt). „Der erste Satz ist ein bisschen blöd weggegangen. Ich war etwas angespannt, nicht so frei. Ich hab' versucht, ruhig zu bleiben. Das hat ganz gut geklappt“, sagte die Dinklagerin, die noch nicht in der WTA-Weltrangliste geführt wird und im U-18-Ranking des Weltverbandes ITF auf Platz 40 liegt. Je länger das Auftaktmatch dauerte, desto mehr diktierte die Außenseiterin das Geschehen.

Große Dominanz gegen erfahrene Gegnerin

Gleiches galt für das Match am Sonntag. „Im ersten Satz war ich gar nicht da, ich hab' mich nicht gut bewegt“, erklärte Julia Middendorf. Dann stellte sie sich aber besser auf das variable Spiel ihrer erfahrenen Gegnerin (über 400 Spiele auf der WTA- und ITF-Tour) ein, die einige Stopps und auch hohe Bälle einstreute. Korpatsch, Nummer 136 der Welt, 2017 deutsche Meisterin und im Vorjahr erstmals bei den French Open und US Open am Start, wurde immer hektischer und produzierte viele Fehler. Julia Middendorf dominierte und zog davon: „Ich musste aber aufpassen, dass ich nicht überdrehe.“

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