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Sefa Kuchenbuch vermisst ihren Sport

Die 81-jährige Krogerin spricht über die coronabedingte Kurspause und die fehlenden sozialen Kontakte. Sie fragt sich: "Wie lange haben wir schon nicht mehr getanzt?"

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Ein kurzer Glücksmoment: Sefa Kuchenbuch tritt für wenige Augenblicke in die Pedalen. Foto: Lünsmann

Ein kurzer Glücksmoment: Sefa Kuchenbuch tritt für wenige Augenblicke in die Pedalen. Foto: Lünsmann

Als Sefa Kuchenbuch sich zum ersten Mal seit über drei Monaten aufs Rad schwingt, strahlt sie gleich über das ganze Gesicht. „Oh, das tut gut!“, entfährt es der 81-Jährigen, als sie beherzt in die Pedalen des Spinningrades im Kroger Kursraum tritt. Verlernt hat sie nichts. Ist wie Fahrradfahren. Für einen Moment fühlt es sich für sie an, als würde nun das ganz normale Training beginnen. Radfahren und Gymnastik für jedermann. Aber es ist nicht Dienstag, sondern Donnerstag. Und Sefa Kuchenbuch ist die Einzige im Kursraum. Und es läuft auch keine Musik.

Der Glücksmoment ist nach ein paar Pedalentritten auch recht schnell wieder vorbei. Leider, wie die Krogerin bekennt. „Das fehlt einem, vor allen Dingen die Gemeinschaft, das Danach“, beschreibt sie ihre Sehnsucht nach dem Sport. Mal wieder mit der Gruppe eine normale Stunde zu absolvieren, „wäre wirklich sehr schön“.

Sie vermisst nicht nur die regelmäßigen Kurse beim Sportverein, sondern auch generell das rege Sozialleben, sich mal wieder mit den Freundinnen zu treffen. Die verschiedenen Gruppen wie den Kartenklub. „Wie lange haben wir schon nicht mehr getanzt?“, fragt sie. „Man kommt nicht mehr raus, das fehlt einem ja schon.“ Sie selbst hat durch ihre große Familie und die Betreuung der Enkelkinder aber nach wie vor genug zu tun. In den letzten Tagen ging es öfter gemeinsam in den Schnee. Ihr sonstiges „Trainingsprogramm“ besteht aus einem mindestens anderthalbstündigen sonntäglichen Spaziergang im Wald.

Zu Hause treibt sie keinen Sport

Aber Sport? „Mache ich zu Hause nicht“, sagt Sefa Kuchenbuch. Dafür hat sie normalerweise ja auch den SV Kroge-Ehrendorf. Für die Radfahr- und Gymnastikstunde gibt es damit keinen Ersatz. Das lässt die Sehnsucht nach dem Dienstagskurs noch größer werden. Nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Bewegung fehlt Sefa Kuchenbuch. „Einmal richtig auspowern – das machen wir sonst immer“, berichtet sie.

Die Mischung aus Radeln und Gymnastikübungen sei ideal – und altersmäßig gebe es „keine Grenzen“. Sefa Kuchenbuch sagt: „Es wäre schön, wenn bald dann alle Räder besetzt wären.“ Für zwölf Teilnehmer ist Platz. Kursleiterin Birgit Meyer nimmt auch gerne Musikwünsche entgegen. Sie weiß aber ohnehin genau, was besonders gut ankommt: „Helene Fischer geht immer.“

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