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Schweriner Volleyballerinnen in Oythe: Lange Anreise für eine schöne Abwechslung

Der Rekordmeister kommt am Samstag zum Jubiläums-Testspiel in die Antonianumhalle. Für den Klub ist es eine kleine Reise in die Vergangenheit.

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Am Samstag zu Gast in Oythe: Schwerins Trainer Felix Koslowski. Foto: dpa/Anspach

Am Samstag zu Gast in Oythe: Schwerins Trainer Felix Koslowski. Foto: dpa/Anspach

Die Anreise über die A 24 und die A 1 ist gewiss kein Klacks. 289 Kilometer sind's laut Routenplaner. „Ich hoffe, dass wir gut durchkommen“, sagt Felix Koslowski, Trainer der Volleyballerinnen vom SSC Palmberg Schwerin. 289 Kilometer – eine Strecke, die der deutsche Rekordmeister auf sich nimmt, um dem VfL Oythe zum 75-jährigen Bestehen zu gratulieren, und um im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten ein Testspiel gegen den heimischen Zweitligisten zu absolvieren. „Wir kommen gerne“, betont Koslowski mit Blick auf die Partie, die am Samstag um 16.00 Uhr in der Antonianumhalle beginnt.

Für das Volleyball-Schwergewicht aus Mecklenburg, in der DDR siebenmal Meister und nach der Wiedervereinigung zwölfmal Champion, ist der Auftritt beim VfL Oythe auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. Denn: Vor knapp 31 Jahren, exakt am 2. November 1991, absolvierte der Schweriner SC in Vechta sein erstes Spiel in der 1. Bundesliga. Ute Steppin, Sylvia Roll und Co. kassierten damals vor 900 Zuschauern in der GAV-Halle eine 0:3-Niederlage (13:15, 11:15, 11:15) gegen Oythes Team um Coach Chengwu Wang und Spielerinnen wie Danuta Brinkmann, Marita Hüninghake, Annette Sewz, Mirella Stech oder Tatjana Danilova. „Da war ich sieben Jahre alt und hatte mit Volleyball noch nicht viel am Hut“, schmunzelt Koslowski.

Inzwischen ist der Volleyball der Lebensinhalt des 38-Jährigen. Koslowski, seit 2013 im Amt und von November 2015 bis Dezember 2021 auch Trainer des deutschen Frauen-Nationalteams, hat mit Schwerin bereits acht nationale Titel gewonnen – zweimal die Meisterschaft (2017, 2018), zweimal den DVV-Pokal (2019, 2021) und viermal den Supercup (2017 bis 2020).

Fünf Topspielerinnen fehlen gegen Oythe

Die vergangene Saison beendete Schwerin nur auf dem dritten Platz. „Damit waren wir nicht zufrieden, es war ein schwieriges Jahr“, sagt Koslowski im OM-Medien-Gespräch. Der Klub habe zuletzt viel in die Infrastruktur investiert, im sportlichen Bereich habe man deshalb „ein paar Abstriche“ machen müssen. Nun aber gilt wieder: Volle Kraft voraus. Die nationalen Endspiele in Meisterschaft und Pokal sind wieder das Ziel, „und ein Finale will man ja nicht verlieren“, so Koslowski. Und er ergänzt: „Die Ansprüche hier in Schwerin sind extrem hoch, vielleicht so hoch wie in keinem anderen Klub.“

Der Schweriner SC, der unter der Woche die Verpflichtung der türkischen Nationalspielerin Tutku Burcu Yüzgenc (23) vom Spitzenklub Fenerbahce Opet Istanbul bekanntgegeben hat, bereitet sich seit knapp drei Wochen auf die neue Erstliga-Saison vor. Das einwöchige Trainingslager auf der Ostsee-Halbinsel Zingst sei „super gelaufen“, erklärt der SSC-Coach. Abseits der kräftezehrenden Einheiten im Sand standen auch diverse Teambuilding-Maßnahmen im Fokus. Und: Das Team musste sich selbst versorgen – einkaufen und kochen inklusive.

Am Samstag steht nun das erste Testspiel an. „Aus Trainer-Sicht, mit Blick auf den Stand in der Vorbereitung, kommt dieses Spiel eigentlich eine Woche zu früh. Wir trainieren ja erst seit Montag in der Halle. Aber auf der anderen Seite, unter den aktuellen Gegebenheiten, ist es auch eine schöne Abwechslung. Sechs gegen sechs im Großfeld – das hatten wir bislang noch nicht, es gibt bestimmt viele Erkenntnisse“, sagt Koslowski, der derzeit nur sieben Spielerinnen aus seinem Erstliga-Aufgebot im Training hat.

Fünf Topspielerinnen fehlen – auch am Samstag in Oythe. Lina Alsmeier, Anna Pogany und die neue Zuspielerin Pia Kästner bereiten sich mit dem deutschen Nationalteam ebenso auf die anstehende Weltmeisterschaft vor wie die Niederländerin Indy Baijens und die Kanadierin Jazmine White. Wegen der WM (23. September bis 15. Oktober in den Niederlanden und Polen) startet die 1. Bundesliga auch erst Ende Oktober. „Für unsere kleine Gruppe ist diese lange Zeit schon eine große Herausforderung“, meint Koslowski.

Für die Oythe-Tour wird der SSC-Kader mit jungen Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt. Die Reserve hat den Aufstieg in die 2. Liga Nord geschafft und ist damit ein künftiger Gegner von Oythe. „Wir haben alle Positionen besetzt. Keine muss auf einer fremden Position spielen“, sagt Koslowski mit Blick auf den Samstag. Er hofft auf eine „gute Verfassung“, ein „gutes Spiel“ – und natürlich auf eine stressfreie Anreise.

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