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Schluss mit Probelauf: Jetzt wird's ernst

Die Basketballer von Rasta Vechta starten am Freitag um 19.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen die Rostock Seawolves in die neue Saison der 2. Bundesliga ProA.

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Da geht's lang: Rastas Coach Derrick Allen. Am Freitag beginnt die neue Saison in der 2. Liga ProA. Foto: Schikora

Da geht's lang: Rastas Coach Derrick Allen. Am Freitag beginnt die neue Saison in der 2. Liga ProA. Foto: Schikora

Die Vorbereitung auf die neue Saison verlief durchwachsen, mit Blick auf die nackten Ergebnisse sogar richtig schlecht. Aber am Freitagabend, wenn die 15. Serie der 2. Bundesliga ProA mit einem Heimspiel gegen die ambitionierten Rostock Seawolves eröffnet wird, haben die Basketballer von Rasta Vechta die Chance, den Testspiel-Murks der vergangenen Wochen auszuradieren. Ein Sieg gegen den Mitfavoriten – und die Zweifel der letzten Tage wären kein Thema mehr. Aber die andere Option, die Kehrseite der Medaille, gibt's natürlich auch: Eine Niederlage zum Start, die nach den jüngsten Eindrücken eine niedrigere Quote bei den Wettanbietern haben dürfte als ein Sieg, wäre nicht unbedingt hilfreich, um eine neue Euphorie zu schüren. Fakt ist: Die Partie zwischen dem zweimaligen ProA-Meister und dem besten Team der Zweitliga-Hauptrunde 20/21 beginnt um 19.30 Uhr im Rasta-Dome und wird live bei „sportdeutschland.tv“ übertragen.

In der Halle live dabei sein dürfen bis zu 1500 Zuschauer, alles auf Grundlage der 2G-Regel. Am Dienstag um 17.00 Uhr startete der Online-Vorverkauf für die Inhaber der 2400 Dauerkarten. In der ersten Viertelstunde wurden 253 Karten verkauft, nach 24 Stunden waren es 931 Tickets. Die Vorverkaufsfrist für die Dauerkarten-Inhaber endet am Donnerstag um 16.30 Uhr, eine halbe Stunde später startet der freie Verkauf der restlichen Tickets. Rasta hofft, dass das Maximum ausgeschöpft wird. „Die Fans sind super wichtig für uns“, sagt Rastas Guard Jannes Hundt, der in der letzten BBL-Saison 20 Geisterspiele im Dome erlebt hat.

Die Hilfe der Fans können Kapitän Josh Young und Co. gut gebrauchen. Rasta verlor fünf seiner sechs Testspiele und offenbarte auch bei der Generalprobe am Sonntag gegen den Erstligisten Mitteldeutschen BC (75:97) noch viel Luft nach oben. Fünf Niederlagen in der Pre-Season – das gab's seit dem ersten Aufstieg in die BBL 2013 nur einmal. Im Herbst 2018 verlor das Team von Neu-Coach Pedro Calles ebenfalls fünfmal, feierte allerdings auch drei Siege. Drei Jahre später stotterte der Motor vor allem offensiv, das Team von Trainer Derrick Allen kam nur auf 68,5 Punkte pro Partie – Negativwert für eine Vorbereitung in den letzten neun Jahren. Zum Personal: Bis auf den verletzten A.J. Turner sind bei Rasta alle an Bord. Heißt: Elf Spieler, sechs deutsche und fünf ausländische Profis, arbeiten daran, dass am Freitag der Funke vom Feld auf die Tribüne überspringt.

„Rasta hat einige Haudegen dabei, die ganz genau wissen, was ein Testspiel ist und was in einem Liga-Spiel gefordert ist.“Jens Hakanowitz, sportlicher Leiter der Rostock Seawolves.

Bei den Rostock Seawolves hat man Rastas Testspiel-Ausbeute zur Kenntnis genommen – ohne ihr eine größere Bedeutung beizumessen. „Die Ergebnisse sind maximal sekundär, wenn überhaupt. Das gilt für uns, und das gilt für andere. Ich finde, dass das alles wenig aussagekräftig ist“, sagt Christian Held im OM-Medien-Gespräch. Der 33 Jahre alte Ex-Oldenburger, der an der Ostsee vom Co- zum Cheftrainer befördert wurde und die Nachfolge von Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann angetreten hat, bekommt bei dieser Einschätzung Unterstützung von Jens Hakanowitz. Der sportliche Leiter der Seawolves sagt: „Klar, Rasta hat jetzt ein paar Mal verloren. Aber das können wir gut einordnen. Rasta hat einige Haudegen dabei, die ganz genau wissen, was ein Testspiel ist und was in einem Liga-Spiel gefordert ist.“

Rostock, in der Vorsaison die Nummer eins der Hauptrunde (22 Siege in 28 Spielen), dann aber in der Playoff-Gruppenphase vom Aufstiegskurs abgekommen (vier Niederlagen in sechs Spielen), hat sich für den nächsten BBL-Anlauf vorgenommen, „einen anderen Basketball zu spielen“, so Held. „Wir wollen unglaublich aufs Tempo treten, über das ganze Feld“, erklärt der Coach. Hakanowitz freut sich riesig auf den neuen Vollgasmodus und den „Guard-Terror“. Chris Carter, von 2017 bis 2019 Teil der Rasta-Erfolgsstory und danach nach Rostock gewechselt, gefällt der neue Spielstil mit mehr Tempo und Abschlüssen. „Es passt zu uns. Ich erwarte viel von uns“, sagt er in der OM-Medien-Saisonbeilage „Rasta 21/22“, die am Freitag erscheint.

Dass Rostock in Behnam Yakhchali und Trevor Lacey seine zwei Topscorer der Vorsaison verloren hat, beunruhigt Held nicht. „Wir haben viele, die die Lücken füllen“, sagt er und denkt dabei auch an die Neuzugänge Nijal Pearson und Jordan Roland, die aus Lahti bzw. Reykjavik kamen und dort mit jeweils über 21 Punkten ihr „unglaubliches Scoring-Potenzial“ (Held) unter Beweis stellten. Und noch mal Hakanowitz: „Ich sehe den Druck am Freitag eher bei Vechta. Das ist unser kleiner Vorteil.“

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