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Schiri-Chef Winter: "Wir brennen alle"

Die Schiedsrichter im Weser-Ems-Gebiet können trotz Corona mit positiven Zahlen aufwarten. 329 Anwärter zählte man im Jahr 2020.

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Leistungstest: Auf die sportliche Betätigung müssen die Schiedsrichter des Kreises Cloppenburg derzeit verzichten. Archivfoto: Wulfers

Leistungstest: Auf die sportliche Betätigung müssen die Schiedsrichter des Kreises Cloppenburg derzeit verzichten. Archivfoto: Wulfers

"Sei fair zum 23. Mann. Ohne Schiedsrichter geht es nicht." Am Eingang vieler Sportplätze prangt in großen Lettern die Aufforderung, den so oft gescholtenen Spielleitern mit gebührendem Respekt zu begegnen. Nachwuchsprobleme beschäftigen die Verantwortlichen bereits seit Jahren, doch die Corona-Pandemie könnte, rein von der Anzahl, nicht nur für die Fußballer, sondern auch für die Spielleiter zu einem handfesten Problem werden.

Josef Laudenbach, Ansetzer für den Kreis Cloppenburg, hofft auf einen baldigen Restart. Während des "normalen" Spielbetriebs hatte der Bührener reichlich zu tun. 150 Spiele (60 im Erwachsenen- und 90 im Jugendbereich) galt es mit Spielleitern zu besetzen: "Ich gehe davon aus, dass einige nach der langen Pause die Segel streichen, aber genaue Zahlen haben wir noch nicht. Gerade für die älteren Kameraden ist das ein Problem."

Spiele können so gerade besetzt werden

Von den etwa 245 gemeldeten Schiedsrichtern im Kreis stehen Laudenbach 180 bis 200 für Ansetzungen zur Verfügung. "Das reicht so gerade, um die Spiele zu besetzen. Im Gegensatz zu anderen Kreisen kriegen wir es noch ganz gut hin." Neben der "Schreibtischarbeit" macht sich der 63-Jährige dann auch wieder auf, seine jungen Kollegen als Beobachter zu bewerten. "Endlich mal wieder raus und mit den Leuten persönlich reden. Darauf freue ich mich mächtig."

Georg Winter, Vorsitzender des Bezirks-Schiedsrichterausschusses, sieht sein Team für einen wann auch immer realisierbaren Restart gerüstet. "Wir haben derzeit noch keine Verluste zu verzeichnen. Allein im Jahr 2020 haben 329 Anwärter die Prüfung bestanden und auch 2021 haben wir 5 Anwärterlehrgänge mit über 100 Teilnehmern durchgeführt. Wir hatten auch schon Jahre mit über 400 Teilnehmern, aber für ein Coronajahr sind wir mit den Zahlen schon sehr zufrieden."

Hoffnung auf normalen Spielbetrieb

Das Problem sei wie bei allen Sportlern derzeit natürlich die mangelnde Praxis. "Alle, die im vergangenen Jahr ihre Prüfung bestanden haben, sind noch nicht ein einzige Mal auf dem Platz gewesen." Winter hofft, dass es endlich wieder so etwas wie einen normalen Spielbetrieb gibt.

"Wir brennen alle", sagt der Weser-Ems-Chef der Spielleiter, ist aber beim anvisierten Termin reichlich skeptisch. "Dass es im August wieder losgehen kann, sehe ich bei den derzeitigen Inzidenzzahlen noch ganz und gar nicht."

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