Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Schiedsrichter Hannes Hettwer: „Selbst gespielt zu haben macht es deutlich leichter“

Mit erst 24 Jahren ist der ehemalige Fußballer des SV Bethen schon als Unparteiischer in der Landesliga angekommen

Artikel teilen:
Neu in der Landesliga: Hannes Hettwer (links) zählt zu den Aufsteigern bei den Schiedsrichtern des Kreises Cloppenburg. Foto: Wulfers

Neu in der Landesliga: Hannes Hettwer (links) zählt zu den Aufsteigern bei den Schiedsrichtern des Kreises Cloppenburg. Foto: Wulfers

Er zählt zu den Spätstartern in der Zunft der Fußball-Schiedsrichter, doch Erfolge in seiner gerade einmal sechsjährigen Karriere gab es bereits einige. Hannes Hettwer (SV Bethen) schaffte zu Saisonbeginn den Sprung in den B-Kader der Unparteiischen des Kreises Cloppenburg und leitet in der gerade erst begonnenen Serie Spiele bis hinauf zur Landesliga.

Von der Pampersliga (G-Jugend) bis rauf zur ersten Herrenmannschaft durchlief Hettwer sämtliche Mannschaften beim SV Bethen, bis ihn ein Riss des Außenmeniskus jäh stoppte. Fortan galt seine Leidenschaft der Leitung von Fußballspielen. Im Alter von 19 Jahren baute er seinen „Schein“ und widmete sich fortan voll und ganz dem Schiedsrichterwesen. Auch seine Tätigkeit als Trainer diverser Jugendmannschaften bei seinem SV Bethen stellte Hettwer ein, schon allein aus zeitlichen Gründen. „Trainer und Schiedsrichter zu sein ist zeitlich nicht zu schaffen, und halbe Sachen mache ich nicht.“.

Wie sehr Hettwer allein zeitlich gefordert ist, verdeutlicht ein „Arbeitsnachweis“ der vergangenen acht Tage. Freitag Schiedsrichter in Cappeln, Samstag Assistent im Niedersachsenpokal in Rotenburg, Sonntag Schiri in Holdorf und am vergangenen Mittwoch die Landesligapremiere bei der Partie Bad Rothenfelde gegen Union Lohne (1:1).

Hettwer schaffte als einer von nur zwei Bezirksliga-Schiedsrichtern den Sprung in die Landesliga und war mit seinem Debüt durchaus zufrieden. „Es hat großen Spaß gemacht. Am Anfang war ich schon nervöser und angespannter als sonst, aber das war nach dem Anpfiff vorbei. Insgesamt war es ein eher leicht zu leitendes Spiel. Spieler, Zuschauer und auch der Beobachter waren insgesamt zufrieden und ich auch.“

Für den ganz großen Fußball sei er, trotz seiner gerade einmal 24 Jahre, fast schon zu alt. „Die Schiedsrichter, beispielsweise in der 3. Liga, sind 28 Jahre oder jünger. Das gibt die neue Altersstruktur so vor.“ Geht es nach Hettwer, so muss die Landesliga allerdings keineswegs das Ende der Fahnenstange sein. „In der Oberliga zu landen wäre schon super, sollte es mehr werden, nehme ich das natürlich auch gerne mit“, schmunzelt er.

14 Jahre selber Fußball gespielt zu haben sieht Hettwer in seiner neuen Funktion als großen Vorteil. „Das macht es aus meiner Sicht deutlich einfacher mit Emotionen der Spieler umzugehen. Man kann sich leichter in Situationen reinversetzen. Das Regelwerk muss natürlich sein, aber auch Fingerspitzengefühl ist hin und wieder gefragt. Außerdem sollte man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.“

Aber auch für ihn gab es schon die ein oder andere „harte Nuss“ zu knacken. „In meiner ersten Bezirksligasaison hab ich bei einem Spiel zwölf Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten verteilt. Die Spieler waren ganz und gar nicht meiner Meinung, aber der Beobachter war mit allen Entscheidungen einverstanden.“

Auch auf die teilweise rüden Beschimpfungen hat der 24-Jährige seine Sicht der Dinge. „Der Schiedsrichter ist oftmals das einfachste Opfer, wenn die Leistung der Mannschaft nicht stimmt. Da muss man sich schon ein dickes Fell zulegen oder ganz einfach mal einen dummen Spruch kontern...“

Verpassen Sie nichts von der Landtagswahl in Niedersachsen am Sonntag. Wer regiert in den nächsten 5 Jahren? Wer zieht in den Landtag in Hannover ein?  Alle Ergebnisse aus allen Wahlkreisen und den Städten und Gemeinden im OM finden Sie auf unserer Themenseite, inklusive Liveticker. 

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Schiedsrichter Hannes Hettwer: „Selbst gespielt zu haben macht es deutlich leichter“ - OM online