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Rastas Plan: Mit Mini-Kader zum Maximum

In einer Woche beginnt in München das Meisterturnier der Basketball-Bundesliga. Das Auftaktspiel von Rasta Vechta gegen Ludwigsburg wurde vorverlegt.

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Pass unter Beobachtung: Trevis Simpson (vorne) im Training mit Ex-Rasta-Center Andrew Smith. Fotos: Bente

Pass unter Beobachtung: Trevis Simpson (vorne) im Training mit Ex-Rasta-Center Andrew Smith. Fotos: Bente

Der Countdown läuft. In einer Woche beginnt das Meisterturnier der Basketball-Bundesliga. Nach dem grünen Licht der bayerischen Landesregierung für die Saisonfortsetzung in München mit zehn Teams (6. bis 28. Juni) laufen an allen Standorten die Vorbereitungen auf Hochtouren. Nachfolgend ein Update für Rasta Vechta, das am 7. Juni, also fast auf den Tag genau drei Monate nach dem letzten BBL-Spiel am 8. März in Oldenburg, mit einem Duell gegen Ludwigsburg ins Turnier startet.

Wie lief das Training bisher?

Seit Montagabend, seit dem zweiten negativen Corona-Test von Rückkehrer Max DiLeo, ist der komplette Kader für München im Teamtraining – also alle zehn Spieler, darunter die Neuzugänge Jaroslaw Zyskowski und Matic Rebec. Um in der Vorbereitung mehr Möglichkeiten zu haben, gibt's in Tim Hasbargen (24/Guard) und Andrew Smith (27/Center) zwei Trainingsgäste. Hasbargen war in der abgebrochenen ProA-Saison Leistungsträger in Ehingen. Und Smith, Mitglied in Rastas ProA-Meisterteam 17/18 und seit November bei Donar Groningen, weilte ohnehin in der Kreisstadt. Seine Verlobte kommt aus Vechta, im Juni steht die Hochzeit an.

Was sagen Trainer und Spieler zum Ist-Zustand?

Coach Pedro Calles ist „froh, wieder auf dem Court stehen zu dürfen“. Taktisch sei man angesichts des kleinen Zeitfensters bemüht, „die wichtigsten Punkte herauszustellen“. Kapitän Josh Young stellt klar: „Wir fahren nach München, um unser Bestes zu geben.“ Wichtig sei es, im Kopf bereit zu sein – und zwar schnell. Philipp Herkenhoff sagt mit Blick auf die Integration der Neuzugänge: „Alle machen einen guten Job, sie einzubinden. Wir machen Fortschritte.“ Das Training fühle sich an „wie in der Pre-Season“, aber nach zwei Wochen gibt's kein Testspiel, sondern gleich den Ernstfall.

Wie oft sind Rastas Spieler bereits getestet worden?

Bislang gab's vier Coronavirus-Testungen, die allesamt negative Ergebnisse brachten. Am Freitag folgte Test Nummer fünf, Runde sechs gibt's am kommenden Dienstag – es ist die letzte vor der Abreise nach München. „Der Test in der Nase ist wirklich kein Spaß. Aber nur so können wir sicher sein, dass wir gesund sind“, sagt Josh Young.

München im Visier: Rastas Kapitän Josh Young.München im Visier: Rastas Kapitän Josh Young.

Wann bricht die Rasta-Delegation nach München auf?

Am Freitagvormittag geht's los. Vom Rasta-Dome bis zum Leonardo Royal Hotel am Olympiapark sind's 710 Kilometer. Für die Reise im Teambus – öffentliche Verkehrsmittel sollen vermieden werden – gilt die „Gruppenquarantäne“. Pausen dürfen nur auf Rastplätzen ohne Raststätten erfolgen, öffentliche WC-Anlagen sind zu meiden, bei Verlassen des Busses gilt die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Die BBL verlangt „äußerste Vorsicht“, die Anreise sei „unter Infektionsgesichtspunkten der sensibelste Teil“. Eine Stunde vor Ankunft erfolgt eine Info ans Hotel, um einen möglichst kontaktfreien Check-In inklusive Sicherheitseinweisung und die Corona-Testreihe vorbereiten zu können.

Wie groß ist der Rasta-Tross?

Laut Hygienekonzept der BBL ist die Gruppe „Aktive Spielbeteiligte“ auf maximal 22 Personen pro Team beschränkt. Rasta schöpft das Maximum nicht aus und reist mit 16 Personen an; zu den zehn Spielern gesellen sich noch die drei Trainer Pedro Calles, Miguel Zapata und Derrick Allen sowie Athletikcoach Frederik Kramp, Betreuer Sebastian Südkamp und Physiotherapeutin Theresa Heuritsch.

Zeichensprache: Rastas Coach Pedro Calles.Zeichensprache: Rastas Coach Pedro Calles.

Wie läuft das Training vor Ort?

Den zehn Teams steht der „FC Bayern Campus“ zur Verfügung. Die spielfreien Mannschaften können jeden Tag zwei Stunden in die Drei-Feld-Halle mit zwölf Körben, im 1. Stock ist Krafttraining möglich. Es müssen eigene Handtücher mitgebracht werden. Das Benutzen von Hotel-Handtüchern wird laut BBL bestraft. Alle 58 Trainingszeiten für die Vorrunde (10.00 bis 22.00 Uhr, sechs Blöcke à zwei Stunden) sind bereits minutiös verplant. Gleiches gilt für den knapp einstündigen „Shootaround“ im Audi-Dome am Spieltag und die Pressekonferenzen im Hotel. Das Essen erfolgt nach BBL-Angaben auch im „Schichtbetrieb“ und unter Berücksichtigung des Trainings- und Spielplans. Übrigens: Essen darf ins Hotel geliefert werden, die Bezahlung muss aber Online erfolgen. Auch die Trikotfarben für alle 20 Vorrundenspiele stehen bereits fest. Gegen Ludwigsburg, Frankfurt und Berlin spielt Rasta in Orange, gegen Bamberg in Schwarz.

Hat sich am Spielplan nach der ersten Veröffentlichung durch die Liga noch etwas geändert?

Ja, die BBL hat im Vergleich zum ersten Spielplan-Entwurf insgesamt sieben Partien zeitlich verlegt. Rasta Vechta ist davon auch einmal betroffen: Das Auftaktspiel gegen Ludwigsburg beginnt nicht mehr um 20.30 Uhr, sondern bereits um 19.00 Uhr. Die vier Vorrundenpartien, die sonntags stattfinden (7. Juni in Gruppe B, 14. Juni in Gruppe A), wurden aus TV-Gründen um jeweils 90 Minuten vorverlegt.

Apropos TV – wer überträgt die Spiele aus München?

Die Telekom, seit 2014 Partner der BBL, zeigt auf ihrer Pay-TV-Plattform MagentaSport alle 35 Spiele live; dazu gibt's vier- bis fünfminütige Highlight-Zusammenfassungen. Sport1, Free-TV-Partner der BBL seit 2009, überträgt parallel sechs Spiele live – die beiden Vorrundenpartien Ludwigsburg - Bamberg und Berlin - Ludwigsburg, die 20.30-Uhr-Viertelfinals am 17. und 19. Juni, das Halbfinal-Rückspiel am 23. Juni sowie das Final-Rückspiel am 28. Juni. Die BBL hofft zudem auf Kurzberichte in ARD und ZDF (Sportschau, Sportreportage, Morgenmagazin).

Kann Rasta seine Sponsoren in München bedienen?

Ja. In den Partien gegen Ludwigsburg und Berlin gilt Rasta als „Heimteam“. Heißt: Die zwei Wurfkreise rund um die Freiwurflinien und der Mittelkreis können ebenso genutzt werden wie eine Grundlinienfläche, ein weiterer Sticker auf dem Court, die LED-Bande im TV-relevanten Bereich sowie die LED-Bande hinter der Teambank. Hinzu kommen noch drei Banner auf der Tribüne. Als „Auswärtsteam“ (gegen Frankfurt und Bamberg) entfallen die drei Kreise und die Haupt-LED-Bande, der Rest steht zur Verfügung. Für Rastas Marketing-Manager Raphael Dornieden war's ein „extrem kompliziertes Puzzle“, ein „Spagat zwischen vielen Faktoren“. Er sagt: „Wir haben versucht, so viele Partner wie möglich mitzunehmen.“ Insgesamt hat Rasta rund 180 Sponsoren und Förderer. Die Aufkleberwechsel zwischen den Spielen übernimmt ein Dienstleiter des FC Bayern. „Maximal neun Aufkleber in 45 Minuten – das ist sportlich“, so Dornieden.

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