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Rastas Kampf um das Fünkchen Hoffnung

Das Schlusslicht der Basketball-Bundesliga gastiert am Mittwoch um 19.00 Uhr bei Brose Bamberg. Kapitän Josh Young fordert: „Wir müssen unser Spiel spielen.“

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Einschwören für den Endspurt: Rastas Team um Kapitän Josh Young (Mitte) nach dem Sieg gegen die Niners Chemnitz. Foto: Schikora

Einschwören für den Endspurt: Rastas Team um Kapitän Josh Young (Mitte) nach dem Sieg gegen die Niners Chemnitz. Foto: Schikora

Die Hoffnung auf ein Happy End im Abstiegskampf ist zurück an der Pariser Straße, der Glaube an die späte Wende zum Guten ist so groß wie lange nicht mehr. Aber: Die jüngere Vergangenheit von Rasta Vechta hat gezeigt, dass das Gebilde äußerst fragil ist, dass der heimische Basketball-Bundesligist große Probleme damit hat, starke Leistungen konstant abzurufen. Daher drängen sich vor dem Auswärtsspiel am Mittwochabend beim Playoff-Anwärter Brose Bamberg (19.00 Uhr) einige Fragen förmlich auf. Wie viel Gegenwind hält das mühsam aufgebaute Kartenhaus aus? War das jüngste 82:69 gegen Chemnitz nur ein Strohfeuer? Ein letztes Zucken vor dem Absturz in die ProA? Oder war's tatsächlich das Signal zum Aufbruch? Der Beginn einer Serie? Antworten gibt's in „Freak City“ – also dort, wo Rasta drei der letzten vier Spiele gewann.

„Siege in Bamberg sind immer schön“, erinnert sich Rastas Kapitän Josh Young an einige Sternstunden in der Vergangenheit – um dann aber sofort den Blick auf die prekäre Gegenwart zu richten: „In unserer Situation ist ein Sieg enorm wichtig, um noch mehr Hoffnung zu bekommen.“ Er weiß genau: Um aus dem Trio Würzburg-MBC-Gießen noch zwei Teams überholen zu können, braucht Rasta vor allem eigene Siege. Viele Siege. „Am besten sechs“, wie Jannes Hundt nach dem Lebenszeichen gegen Chemnitz zu Protokoll gab. Und Schützenhilfe ist auch nötig.

Am Dienstagabend gab's diese Hilfe – und das gleich doppelt. Gießen ging beim 96:102 gegen Alba Berlin erst spät die Puste aus, während der Mitteldeutsche BC durch das 85:99 gegen Göttingen die Vorentscheidung verpasste. Rastas Coach Derrick Allen hat die Ergebnisse erfreut zur Kenntnis genommen. Er wolle aber gar nicht erst damit anfangen, den Rechenschieber rauszuholen und irgendwelche Szenarien durchzuspielen. „Wir fokussieren uns nur auf das, was wir auch kontrollieren können“, sagt er. Auf Rasta warte schließlich in Bamberg eine „große Herausforderung“, das 15. Kräftemessen mit dem Ex-Abo-Meister (bislang steht's 7:7) werde ein „sehr schweres Spiel für uns“.

Bamberg gewann sechs der letzten sieben Spiele

Bamberg, vor der Saison angetreten mit Top-4-Ambitionen, hat sich nach einer durchwachsenen Hinserie inklusive 82:90-Pleite in Vechta stabilisiert und sechs der letzten sieben Spiele gewonnen. Nach dem jüngsten 97:88 im Oberfranken-Derby in Bayreuth hat Bamberg das Playoff-Ticket fast sicher „Sie haben die Kurve gekriegt“, sagt Allen. Und: Nach dem Ende der Champions-League-Reise mit einer makellosen Vorrunde (sechs Siege) und dem Verpassen des „Final 8“ in der Playoff-Phase (zwei Siege und vier Niederlagen) kann sich Bamberg voll auf den BBL-Endspurt konzentrieren.

Mit David Kravish haben die Franken einen der besten BBL-Center in ihren Reihen, er kommt auf 14,1 Punkte und 8,3 Rebounds im Schnitt. Topscorer des Teams ist aber Devon Hall (14,7), während Nationalspieler Christian Sengfelder den Saisonrekord in Sachen Effektivitätswert hält, aufgestellt mit einem sensationellen Double-Double (31 Punkte, 17 Rebounds) beim Sieg gegen Alba Berlin. Die Wucht des Gegners ist Rasta bekannt. Young sagt dazu: „Die Bamberger werden ihr Spiel aufziehen. Das müssen wir auch tun. Wir müssen unser Spiel spielen, deshalb konnten wir zuletzt auch Fortschritte machen.“ Und er verspricht: „Wir werden alles auf dem Feld lassen.“

Allen hat sich noch mal das Video vom Hinspiel angesehen, auch wenn es schon drei Monate her ist. 15 Dreier bei einer Trefferquote von 56 Prozent (Saisonbestwert) bildeten die Basis für den ersten Saisonerfolg. Jean Salumu war Topscorer mit 25 Punkten, auch Dennis Clifford (14 Punkte, 7 Rebounds) hatte einen großen Anteil am Sieg. Allen, damals noch Co-Trainer, erinnert sich: „Wir waren sehr aggressiv, haben gut attackiert und gut gereboundet. Das müssen wir auch am Mittwoch tun.“ Salumu und Clifford werden beim Rückspiel nicht dabei sein, auch Jesse Hunt (leichte Gehirnerschütterung) dürfte wohl fehlen.

Der Fokus auf die Defense ist zuletzt mehrfach deutlich gemacht worden, für einen Coup in Bamberg ist aber mehr nötig. „Wir brauchen mehr Spieler, die offensiv liefern“, so Allen. Edgar Sosa, zuletzt mit 27 Punkten (u.a. 7/11 Dreier) überragend, braucht Unterstützung. „Die Scoring-Balance ist wichtig“, betont Allen und hofft auf mehr Dreier-Gefahr von den Flügelpositionen, wo es zuletzt eine gewisse Ladehemmung bei Jordan Barnett (0/8 in den letzten drei Spielen) und Robin Christen (1/14 in den letzten vier Spielen) gab.


Restprogramm der vier BBL-Kellerkinder

  • s.Oliver Würzburg (15./16:38)
    Skyliners Frankfurt (H/noch offen)
    Brose Bamberg(H/21.04.)
    Hamburg Towers(A/23.04.)
    Braunschweig(A/29.04.)
    Alba Berlin (H/02.05.)
    Niners Chemnitz(H/05.05.)
    Rasta Vechta (H/09.05.)
  • Mitteldeutscher BC (16./16:44)
    Skyliners Frankfurt (A/25.04.)
    Medi Bayreuth (H/02.05.)
    Rasta Vechta (A/05.05.)
    Baskets Oldenburg (H/09.05.)
  • Gießen 46ers (17./12:46)
    Riesen Ludwigsburg (H/24.04.)
    Niners Chemnitz (A/30.04.)
    Rasta Vechta (H/02.05.)
    Brose Bamberg (A/04.05.)
    Löwen Braunschweig (H/09.05.)
  • Rasta Vechta (18./10:46)
    Brose Bamberg (A/14.04.)
    Merlins Crailsheim (A/23.04.)
    Alba Berlin (H/30.04.)
    Gießen 46ers (A/02.05.)
    Mitteldeutscher BC (H/05.05.)
    s.Oliver Würzburg (A/09.05.)

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