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Rastas Aufholjagd kommt zu spät

Am Ende wurde Vechta gegen Ludwigsburg der schwache Start zum Verhängnis. Hier der Nachbericht mit Video und Stimmen zum Spiel.

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Nach der Schlusssirene im Audi-Dome um kurz vor 21.00 Uhr ging alles ruck, zuck. Rasta Vechtas Coach Pedro Calles versammelte sein Team ein letztes Mal an diesem Abend vor der LED-Bande. Eine kurze Ansprache, dann marschierte der Tross in die Kabine. Keine Dehnübungen mehr auf dem Parkett, kein Smalltalk mit dem Gegner oder Fans. Der kollektive Rückzug war angesagt. Luc van Slooten machte noch einen kleinen Abstecher zum TV-Interview, dann konnte auch er seine Sachen in den Katakomben der Arena packen. Nur Minuten später machte sich der Teambus auf den Weg ins Leonardo Royal Hotel in der Nähe des Olympiaparks in München, im „Quarantäne-Quartier“ der Basketball-Bundesliga wurde geduscht, gegessen und analysiert. Es sind besondere Zeiten – und die erfordern besondere Maßnahmen.

Rein sportlich ging Rasta in seinem ersten Spiel beim Finalturnier der BBL leer aus. Die Calles-Crew unterlag am Sonntagabend den favorisierten MHP Riesen Ludwigsburg mit 76:81 (32:46). Auf den Tag genau 13 Wochen nach dem letzten BBL-Spiel in Oldenburg hatte Rasta lange Zeit große Probleme, seinen Rhythmus zu finden. Die Comeback-Qualitäten im letzten Viertel erinnerten dann aber an das Rasta-Spiel aus der Vor-Corona-Zeit. Am Ende stand der Außenseiter allerdings mit leeren Händen da. Die Ludwigsburger, die bis zum Lockdown eine überragende Serie gespielt hatten und als Tabellenzweiter erster Jäger des FC Bayern waren, konnten den leichten Hänger am Ende gut verkraften – ihr Polster war groß genug.

„Ludwigsburg ist sehr aggressiv gestartet. Wir hatten nicht die richtige Einstellung, um dagegenzuhalten.“Rasta-Coach Pedro Calles nach dem Ludwigsburg-Spiel

„Ludwigsburg ist sehr aggressiv gestartet. Wir hatten nicht die richtige Einstellung, um dagegenzuhalten. Und wir hatten zu viele leichte Fouls“, sagte Calles in der Pressekonferenz im Hotel. Auf die Reaktion im letzten Viertel war der Spanier „sehr stolz“, mit Blick auf die nächste Partie gegen die Skyliners Frankfurt am Donnerstag (16.30 Uhr) ergänzte er aber: „Wir müssen besser starten.“ Topscorer bei Rasta waren Trevis Simpson und Neuzugang Jaroslaw Zyskowski mit jeweils 18 Punkten, gefolgt von Ishmail Wainright (10) und Youngster Luc van Slooten, der mit seinen neun Punkten einen persönlichen BBL-Bestwert verbuchte. Matic Rebec, der zweite Neuzugang im Team, kam auf sechs Punkte, sieben Assists und fünf Rebounds. Fünf Turnover sorgten für eine leichte Trübung eines ansonsten guten Debüts.

Fotos: dpaGebert

DiLeo und Young fehlte noch die Power

Klubchef Stefan Niemeyer erklärte nach dem Spiel: „Man hat gesehen, dass für einige, die sonst viel mehr Einfluss auf das Spiel haben, die Vorbereitung für dieses Turnier sehr kurz war.“ Eine Anspielung auf Defense-Experte Max DiLeo, dem noch die gewohnte Power und Spritzigkeit fehlten, und Kapitän Josh Young, der einen rabenschwarzen Tag von der Dreier-Linie (0/10) erwischte. „Es lief noch nicht so harmonisch“, meinte Niemeyer, der den Neuzugängen ein „gutes Spiel“ attestierte. Abseits des Turnierstarts musste sich Niemeyer noch mit Gerüchten um Calles herumschlagen. In Hamburg wird über die Nachfolge von Towers-Coach Mike Taylor spekuliert, dessen Vertrag nach zwei Jahren wohl nicht verlängert wird. Einer der Kandidaten soll Calles sein. „Ich weiß nicht, wer sich so etwas ausdenkt. Da ist nichts dran“, so Niemeyer. Er sprach von „Blödsinn“. Calles hatte seinen Vertrag in Vechta im Herbst bis 2022 verlängert.

Zurück zum Spiel. Calles sagte über Zyskowski: „In der ersten Halbzeit hatte er schnell zwei Fouls, er bekam keinen Rhythmus. In der zweiten Halbzeit hat er dann seine Rolle gefunden.“ Der Pole glänzte mit einer hohen Trefferquote und holte auch acht Rebounds. Dass Rasta noch mal auf fünf Punkte ran kam, lag definitiv an Polens „MVP“ – und an van Slooten, der sieben seiner neun Punkte im Schlussviertel machte. „Es ist schön, so einen Einfluss auf das Spiel zu haben. Es war gut für mich, ein bisschen Selbstvertrauen zu bekommen. Aber es bringt nichts, wenn wir am Ende trotzdem verlieren“, sagte der 18-Jährige. Und er ergänzte: „Wenn man die erste Halbzeit so verpennt, dann reicht es nicht. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht hart genug gespielt, da ist Ludwigsburg davongelaufen. Im vierten Viertel haben wir noch mal alles rausgeholt, was ging.“

„Wir haben den Sieg geholt, ich bin sehr stolz“, sagte Ludwigsburgs Coach John Patrick, der auf Topscorer Khadeen Carrington, Konstantin Konga und Tanner Leissner (alle nicht mehr im Kader) sowie kurzfristig auf Jaleen Smith (positiver Antikörpernachweis auf SARS-CoV-2) verzichten musste und im Laufe des Spiels seine beiden Söhne Johannes und Jacob einsetzte. Und auch für das Patrick-Trio hieß es nach dem Spiel: Schnell ins Hotel unter die Dusche.


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