Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Rasta Vechta verliert erneut in der Verlängerung

Der Basketball-Zweitligist unterliegt Phoenix Hagen mit 82:93 und muss weiter um den Klassenerhalt in der ProA zittern. Lesen Sie hier die Rasta-Reaktionen zum Dämpfer im Abstiegskampf.

Artikel teilen:
Nächster Dämpfer in der Verlängerung: Sa'eed Nelson (rechts). Foto: Schikora

Nächster Dämpfer in der Verlängerung: Sa'eed Nelson (rechts). Foto: Schikora

Der Kapitän wirkte ratlos. Das war nicht zu übersehen – und auch nicht zu überhören. Josh Young, der bei Rasta Vechta in mittlerweile 174 Pflichtspielen alle Höhen und Tiefen erlebt hat, war nach dem nächsten Overtime-Desaster mit seinem Latein am Ende. „Ich kann es nicht erklären“, antwortete der 32 Jahre alte US-Guard am späten Freitagabend auf die Frage, warum Rasta Vechta abermals in der Verlängerung leer ausgegangen war. Der Tabellen-14. der 2. Basketball-Bundesliga ProA hatte soeben gegen Phoenix Hagen mit 82:93 (36:51, 77:77) nach Verlängerung verloren. Die fünfte Overtime in dieser Saison endete für Rasta mit der fünften Niederlage – eine gruselige Bilanz.

Young haderte und schüttelte nach der Schlusssirene den Kopf. Er rang nach Worten, und dann versuchte sich der Antreiber, der mit 14 Punkten auch Topscorer seines Teams war, doch noch an einer Erklärung. „Wir haben wieder die Intensität und den Fokus verloren. In einer Phase, in der wir ein Team sein müssen, in der wir clevere Entscheidungen treffen müssen, haben alles vermissen lassen. Wir hoffen zu sehr auf Dinge, dass sie passieren. Aber sie passieren nicht, wenn man darauf wartet.“

Young beschrieb damit eine Art Lethargie, die Rasta im Abstiegskampf der ProA wieder richtig in die Bredouille brachte. Denn: Die Artland Dragons, die aktuell den ersten Abstiegsplatz inne haben, sendeten mit dem 96:94 gegen Spitzenreiter Rostock ein beachtliches Lebenszeichen und verkürzten den Rückstand auf Rasta auf vier Punkte. Der Endspurt verspricht Drama pur.

Rasta lässt am Ende sechs Chancen ungenutzt

„Jeder kämpft im Tabellenkeller um sein Leben, das müssen wir auch tun. Wenn wir das nicht tun, haben wir ein Problem. Wir dürfen nicht darauf hoffen, dass andere ihre Spiele verlieren. Wir müssen unsere Aufgaben erfüllen, unsere Siege holen“, sagte Young und ärgerte sich: „Heute hatten wir eine Chance dazu, und wir haben sie nicht genutzt.“

Er spielte damit auf die Endphase der regulären Spielzeit an. In den letzten gut zwei Minuten, beim Stand von 77:77, hatte Rasta gleich sechsmal die Chance, in Führung zu gehen. Aber alle Würfe von Sa'eed Nelson, Joschka Ferner (je zwei), Young und Tyrone Nash gingen daneben. Rastas Coach Vladimir Lucic haderte später mit Youngs Entscheidung, es kurz vor der Schlusssirene mit einem Dreier zu versuchen. „Warum nehmen wir diesen Wurf, wenn wir vorher bei 4/22 bei den Dreiern stehen?“, fragte der Serbe bei der Pressekonferenz: „Ich hätte von einem erfahrenen Spieler eine andere Entscheidung erwartet.“

Also musste Rasta wie schon in den drei Heimspielen gegen Schwenningen, Nürnberg und Karlsruhe sowie im Auswärtsspiel in Leverkusen vor knapp zwei Wochen wieder in die Verlängerung. Und dort nahm das Unheil abermals seinen Lauf. „Wenn wir nicht zuerst punkten, werden wir unruhig“, stellte Young fest. Offensiv klappte wieder wenig bis nichts, Rasta agierte planlos und wollte viel zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Rechnet man Rastas Offensivausbeute in den fünf Verlängerungen zusammen, kommt man nur auf 31 Punkte – und die Gegner machten 75 Zähler.

Lucic haderte aber weniger mit der Verlängerung, sondern mehr mit der ersten Halbzeit. „Das war unser Problem“, sagte er über den 15-Punkte-Rückstand zur Pause. Mitte des zweiten Viertels, in dem Rasta jede Menge Murks produzierte, waren es sogar einmal 21 Punkte Rückstand (28:49).

„Das darf einfach nicht passieren, das ist ein viel größeres Problem als die Verlängerung“, sagte Joel Aminu nach dem Duell mit seinem Ex-Klub (111 ProA-Spiele für Hagen von 2017 bis 2021). Und er ergänzte: „Wir haben den großen Rückstand aufgeholt. Das war ein Kraftakt gegen einen guten Gegner. Die Körner haben uns am Ende vielleicht gefehlt.“ Ein weiteres Manko war die Dreier-Quote. „Mit 4/28 ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen. Ich hatte daran auch meinen Anteil“, erklärte Aminu, der ebenso wie Nelson ein 0/6 von jenseits der 6,75-m-Linie verbuchte. Lucic ergänzte: „Ich glaub', 15 der 28 Dreier waren freie Würfe.“

Die Gäste, die ohne ihren Topscorer Clarence Walker (Fußverletzung) und Kapitän Dominik Spohr (Corona) angereist waren und praktisch mit einer 7er-Rotation spielten, zogen ihr Spiel in der Verlängerung gnadenlos durch – angeführt von den überragenden Marquise Moore und Shawn Occeus. „Wir waren in der Lage, für die Verlängerung den Reset-Knopf zu drücken“, freute sich Hagens Coach Chris Harris. Sein Team habe die ersten Halbzeit kontrolliert, Rasta die zweite. „Ich bin sehr glücklich, dass wir hier heute gewinnen konnten“, so Harris. „Hagen hat so viel Selbstvertrauen, und das sieht man“, sagte Young. Phoenix hat acht der letzten zehn Spiele gewonnen – es die beste „Last 10“-Bilanz in der ProA.

Viel Zeit zum Ärgern hat Rasta nicht. Bereits am Sonntag (17.30 Uhr) gastieren Young und Co. bei den Karlsruhe Lions, die am Freitag mit dem vierten Sieg in Serie (85:81 in Paderborn) die Playoff-Ambitionen untermauerten. „Wir müssen das schnell abhaken. Wir haben am Sonntag die nächste Chance, es besser zu machen“, sagte Aminu.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Rasta Vechta verliert erneut in der Verlängerung - OM online