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Rasta Vechta und die Suche nach dem Rhythmus

Der Basketball-Zweitligist hofft im dritten Anlauf auf den ersten Sieg. Am Samstag geht's gegen die Panthers Schwenningen. Ein neuer Spielmacher ist noch nicht dabei.

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Der Trainer und sein Topscorer: Rastas Coach Derrick Allen mit Preston Purifoy, der in Hagen auf 22 Punkte kam. Foto: Schikora

Der Trainer und sein Topscorer: Rastas Coach Derrick Allen mit Preston Purifoy, der in Hagen auf 22 Punkte kam. Foto: Schikora

Mit Fehlstarts in eine neue Saison kennen sie sich gut aus bei Rasta Vechta. Beispiele gefällig? 2018/19 und 2019/20, als Pedro Calles das sportliche Sagen beim Basketball-Bundesligisten hatte, ging's mit jeweils drei Niederlagen los. 2020/21, in der glücklosen Ära von Thomas Päch, musste Rasta Vechta sogar elfmal leiden, ehe es den ersten Sieg gab. Und nimmt man noch die Starts in die früheren Spielzeiten 2012/13 (ProA/drei Niederlagen) sowie 2016/17 (BBL/ fünf) hinzu, dann bleiben nicht mehr viele Jahre übrig, in denen es zu Beginn halbwegs gut lief.

Es passt also ins Bild, dass auch der Start in die aktuelle Serie der 2. Bundesliga ProA alles andere als planmäßig lief. 54:68 gegen Rostock, 57:83 in Hagen – der doppelte Murks in der Offense störte Trainer und Spieler, von den Fans ganz zu schweigen. Es ist – nimmt man die schwache Vorbereitung mit fünf Niederlagen in sechs Spielen noch hinzu – also schon reichlich Druck auf dem Kessel, wenn Rasta Vechta am Samstag (19.30 Uhr) im zweiten Heimspiel der Serie auf die Panthers Schwenningen trifft.

Der BBL-Absteiger kann sich schon mal darauf einstellen, dass der nächste Außenseiter versuchen wird, dem Top-4-Anwärter in die Suppe zu spucken – ganz unbekümmert, ohne Druck, frei von der Leber weg. Für Rastas Kapitän Josh Young liegt es „in der Natur des Sports“, dass es Jäger und Gejagte gibt. Und Rasta gehört halt angesichts des Etats und der Ambitionen zur Gruppe der Gejagten. Young sagt: „Die Gegner wollen ihren besten Basketball gegen uns spielen.“ Coach Derrick Allen benutzte unter der Woche ähnliches Vokabular: „Wir sind Rasta Vechta. Jeder will uns schlagen. Also müssen wir vom Gejagten zum Jäger werden.“

Zahl der Dauerkarten von 2400 auf 2302 gesunken

Leichter gesagt als getan, wenn es fast überall noch rumpelt und knirscht. „Wir haben unseren Rhythmus noch nicht gefunden“, so Young. In der Offense effektiver zu agieren, sei ein Lernprozess. Der US-Guard setzt auf mehr Tempo, Allen hofft zudem auf „mehr Zug zum Korb“ und „mehr Punkte unterm Korb“. Ein neuer Taktgeber, nach dem Allen mit Hochdruck fahndet, wird das am Samstag noch nicht initiieren können. Die Suche nach einem Ersatz für Carlos Medlock (Fingerbruch) gestaltet sich schwierig. Daher dürfte Kevin Smit aus dem Regionalliga-Team wohl erneut aushelfen; es wäre sein 224. Spiel in der ProA.

Erfreulich für Rasta: A.J. Turner, aufgrund seiner Verletzungen (Sprunggelenk/Knie) schon länger außer Gefecht, trainiert wieder – allerdings nur individuell. „Schön zu sehen, dass er wieder auf dem Parkett ist“, so Allen. Man wolle den Neuzugang vom österreichischen Vizemeister Kapfenberg Bulls aber behutsam aufbauen. Geduld ist auch bei Devin Searcy gefragt: Der Center war in Hagen vor allem damit beschäftigt, sein angeschwollenes Knie zu kühlen.

Gespannt ist man bei Rasta auf die Kulisse am Samstag. Die Zahl der Dauerkarten hat sich in den letzten Tagen von 2400 auf 2302 verringert – knapp 100 Saisontickets von Sponsoren bzw. Privatpersonen wurden gekündigt. Von den rund 850 Einzelkarten für das Schwenningen-Spiel waren am Donnerstagnachmittag erst gut 250 verkauft.

Schwenningen, 2017/18 noch in der 1. Regionalliga unterwegs, seit 2019 in der ProA und in der vergangenen Saison als Siebter der Hauptrunde erstmals in den Playoffs dabei, ist mit einer 63:78-Niederlage gegen Hagen gestartet und überraschte danach mit einem 83:81 gegen die Eisbären Bremerhaven. Raiquan Clark war in beiden Partien mit 25 bzw. 21 Punkten der Topscorer der Panthers.

Kurios: Gegen Hagen war Schwenningen nur zu siebt. Till Isemann und Luka Dolman fehlten verletzt, bei den Neuzugängen Kelvin Okundaye und David Cohn gab's Probleme mit der Freigabe. Gegen Bremerhaven sah's besser aus. Okundaye und Cohn konnten mitwirken, Letzterer glänzte mit einem Double-Double (12 Punkte, 10 Assists). Und auch der jüngste Neuzugang Malik Kudic, der kurzfristig aus Elchingen (Rückzug aus der ProB) geholt wurde, stand im Kader. Die 700 km lange Reise von Villingen-Schwenningen in den Norden tritt das Team von Coach Alen Velcic (50/seit 2012 im Amt) komplett an – Ilsemann und Dolman sind wieder an Bord.

„Mit dem Sieg gegen Bremerhaven haben wir viel Selbstvertrauen getankt“, sagt Velcic: „Wir fahren jetzt nicht nach Vechta, um einen Ausflug zu machen, sondern wollen dort gewinnen. Rasta hat sich den Saisonstart sicher anders vorgestellt und steht nun schon etwas unter Druck vor eigenem Publikum.“ Worte eines Jägers.

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