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Rasta Vechta und die Lotterie mit Volltreffern und Nieten

Der Basketball-Bundesligist und seine Nachverpflichtungen - das ist ein Thema für sich. Wer schlug gut ein? Wer war ein Flop? Wer absolvierte nur ein Spiel? OMonline blickt zurück.

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Ein Glücksgriff: Rastas Jordan Davis (rechts), hier in seinem 35-Punkte-Spiel in der Champions League gegen San Pablo Burgos. Foto: Schikora

Ein Glücksgriff: Rastas Jordan Davis (rechts), hier in seinem 35-Punkte-Spiel in der Champions League gegen San Pablo Burgos. Foto: Schikora

Kehrt Jean Salumu noch mal aufs Parkett zurück? Wenn ja, wie fit ist der Belgier? Kann er wieder so dominieren wie vor der Verletzung? Und wenn nein, holt Rasta Vechta dann noch einen neuen Spieler? Fragen über Fragen. Beim heimischen Basketball-Bundesligisten ist eine vierte und zugleich letzte Nachverpflichtung „noch nicht vom Tisch“, wie Coach Thomas Päch vor dem Spiel gegen die BG Göttingen (Samstag, 18.00 Uhr) sagte. Deadline ist der 31. März. Hier die Historie von Rastas Nachverpflichtungen in der BBL:

Steven Esterkamp (2013/14): Früh in der Debütsaison, nach nur vier Spielen, reagierte Rasta auf die Schienbeinentzündung von A.J. Rudowitz und holte den Ex-Ulmer Esterkamp (32) als Hoffnungsträger. Aber: Nach nur fünf Spielen war wieder Schluss. Eine Trennung mit Nebengeräuschen. „Es hat einfach nicht gepasst“, sagte Coach Pat Elzie damals. Das Preis-Leistungs-Verhälnis hatte nicht gestimmt.

Brandon Bowman (2013/14): Eine Woche nach dem Esterkamp-Aus heuerte Bowman an. Ein Volltreffer. Starke Athletik, hing sich voll rein, lieferte konstant ab. Mit 13,8 Punkten im Schnitt zweitbester Scorer nach Richie Williams, dazu noch 6,0 Rebounds pro Partie. „Ein guter Fang für Vechta“, sagte sein Ex-Coach Mike Koch im Rahmen des Transfers. Recht hatte er.

Rashad Bishop (2013/14): Gut eine Woche nach dem Bowman-Deal bekam auch Bishop, der zuvor zwei Wochen zur Probe mittrainiert hatte, einen Vertrag. Rasta hatte sich zuvor von Marcus Neal getrennt. Bishop absolvierte aber nur zwölf Spiele, dann stoppte ihn ein lädiertes Sprunggelenk. Erlebte das Saisonende nicht mehr in Vechta, flog vorzeitig in die USA zurück.

Conroy und der "tödliche Fehlpass" gegen Frankfurt

Will Conroy (2013/14): Mitte Februar 2014 zog Rasta die letzte Option: Für Dylan Talley war kein Platz mehr im Kader. Ex-NBA-Profi Conroy kam aus Bayreuth, um Williams zu entlasten. Ein teures Projekt ohne großen Erfolg, wenngleich die Bilanz (10,1 Punkte, 5,1 Assists, 4,8 Rebounds pro Partie) solide war. In Erinnerung bleiben der „tödliche Fehlpass“ (Elzie) beim Abstiegs-K.o. gegen Frankfurt und die Suspendierung für das letzte Spiel wegen einer verbalen Entgleisung im Training.

Philipp Neumann (2016/17): Nach dem Abgang von Jarelle Reischel musste Ersatz her – und Rasta holte den BBL-erfahrenen Center aus Ulm. Ein Deal, der sich als große Enttäuschung entpuppte. Neumann setzte kaum Akzente, wirkte über weite Strecken der Saison nicht fit. Rastas Abwärtstrend in der verkorksten Serie erfasste ihn voll. Kein Aufbäumen zu erkennen.

Trevor Cooney (2016/17): Der nächste Fehlgriff in einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen. In einer Nacht- und Nebel-Aktion holte Coach Andreas Wagner den US-Guard von Baskonia Vitoria und verwies auf das „große Potenzial“. Nur acht Spiele später wurde Cooney wieder vom Hof gejagt. Er wirkte abwesend – und agierte auch so.

Nach acht Spielen schon wieder weg: Trevor Cooney (Mitte), hier in der Saison 201617 im Spiel gegen Würzburg. Rechts der damalige Rasta-Trainer Andreas Wagner. Foto: SchikoraNach acht Spielen schon wieder weg: Trevor Cooney (Mitte), hier in der Saison 2016/17 im Spiel gegen Würzburg. Rechts der damalige Rasta-Trainer Andreas Wagner. Foto: Schikora

Larry Gordon (2016/17): Cooney wurde sofort durch Gordon ersetzt. Der ehemalige Hagener und Bremerhavener hatte auch deutlich mehr Einfluss auf Rastas Spiel (6,5 Punkte pro Partie). Drei Highlight-Spiele mit 17, 19 bzw. 17 Punkten, es fehlte allerdings die Konstanz. „Es war nicht der Gordon aus Hagener Zeiten“, sagte der Wagner-Nachfolger Doug Spradley.

Rashaun Broadus (2016/17): Vier Wochen brauchte Rasta, um nach dem Aus für Scott Machado im Dezember 2016 einen neuen Taktgeber zu finden. Broadus sollte es richten – aber der Plan ging nicht auf, die nächste Niete in der Transfer-Lotterie. Der US-Guard agierte wochenlang unglücklich (6,0 Punkte im Schnitt in den ersten elf Spielen) und drehte erst auf, als es längst zu spät war (14,2 Punkte im Schnitt in den letzten fünf Spielen).

Tautvydas Lydeka (2018/19): Nach dem Fehlstart in die Saison (drei Niederlagen) wurde der 2,06-m-Center geholt. Der 35-Jährige, für den Rasta die 17. Profi-Station war, sollte seine Erfahrung einbringen. Aber: Der 6. Litauer in Rastas Historie konnte nicht überzeugen (2,0 Punkte und 2,0 Rebounds im Schnitt), nach nur fünf Spielen und anderthalb Monaten wurde der Vertrag wieder aufgelöst.

Tyrone Nash (2018/19): Der Josh-Young-Kumpel wurde im Dezember 2018 vom Trainingsgast zum festen Teammitglied befördert. Erst Vertrag über sechs Wochen, dann bis zum Saisonende. Nach 18 Spielen mit guten Werten (10,0 Punkte und 5,1 Rebounds im Schnitt) streikte das Knie. Operation im April, das vorzeitige Saisonende.

Clint Chapman (2018/19): Das Knie-Malheur von Tyrone Nash zwang Rasta bereits vor der OP zum Handeln. Als Ersatz kam Chapman. In Ludwigsburg unglücklich, blühte der Center in Vechta auf. Starkes Debüt beim Coup gegen die Bayern, danach sehr effektiv und hohe Quoten im Angriff (11,9 Punkte pro Partie). 28 Punkte in Frankfurt, persönlicher BBL-Bestwert. Kurz vor den Playoffs dann im Pech: Innenbandanriss im Knie – ausgerechnet in Ludwigsburg.

Jordan Davis (2019/20): Sergi Garcia, eine Leihgabe aus Valencia, war mit seiner Rolle in der Champions League unzufrieden (viermal nicht im Kader) und kehrte nach Spanien (Baskonia) zurück. Davis kam als Ersatz, übrigens auch aus Spanien (Manresa). Der US-Guard schlug in Vechta voll ein. Ein absoluter Leistungsträger. 11,2 Punkte pro Partie in der BBL, in der Champions League sogar 19,2. Unvergessen: seine 35-Punkte-Gala gegen San Pablo Burgos, der Dreier aus 20 Metern gegen die Bayern und sein finaler Dreier zum 73:72-Sieg gegen Gießen.

Zabian Dowdell (2019/20): Der 35 Jahre alte Wandervogel – Rasta war seine 16. Station als Profi – kam Ende Februar 2020 als Ersatz für den verletzten Josh Young. Absolvierte nur das Derby in Oldenburg (sechs Punkte, sechs Assists), dann kam Corona. Und der Abflug in die USA.

Justin Raffington (2019/20): Im Januar 2020 geriet Rastas Deutsch-Quote für die Champions League verletzungsbedingt ins Wanken. Raffington erhielt einen Vier-Wochen-Vertrag, der später bis zum Saisonende verlängert wurde. In fünf BBL-Einsätzen solide, aber unauffällig; in vier Europapokal-Partien deutlich präsenter und produktiver. Highlight: 15 Punkte und acht Rebounds in Bandirma. In München nicht dabei (Corona-Fall im familiären Umfeld).

Jaroslaw Zyskowski (2019/20): Kam für das Finalturnier 2020 vom polnischen Abbruch-Meister Zielona Gora. In München eine tragende Säule in der Offense (14,6 Punkte pro Spiel), defensiv aber nicht immer auf der Höhe. Nutzte die Bühne im Audi-Dome trotzdem als Sprungbrett nach Spanien (Bilbao).

Matic Rebec (2019/20): Steve Vasturia und Jordan Davis verzichteten auf das Turnier in München, als Ersatz kam Rebec. Der Guard aus Slowenien hatte Pech in der Vorbereitung (dreifacher Nasenbeinbruch). Je länger das Finalturnier dauerte, desto besser kam der Europameister von 2017 klar. Viele Assists, aber auch viele Ballverluste.

Nur vier Spiele in Vechta: Ikenna Iroegbu (Mitte), hier beim ersten Saisonsieg gegen Bamberg. Foto: SchikoraNur vier Spiele in Vechta: Ikenna Iroegbu (Mitte), hier beim ersten Saisonsieg gegen Bamberg. Foto: Schikora

Ikenna Iroegbu (2020/21): Die erste Nachverpflichtung der laufenden Saison. Der nigerianische Nationalspieler kam kurz vor Weihnachten, um den Konkurrenzkampf auf der Guard-Position neu zu befeuern. Sein Zug zum Korb war definitiv eine Bereicherung, seine Dreier-Quote jedoch gruselig (1/14). Der Vier-Wochen-Vertrag wurde nicht verlängert. Abflug nach nur vier Spielen (8,8 Punkte im Schnitt).

Jesse Hunt (2020/21): Rastas zweiter Australier nach Venky Jois mischt seit Mitte Januar mit. Fixpunkt in der Rotation (24:20 Minuten im Schnitt). Ein unauffälliger Malocher unter den Körben, ein Teamplayer, stark im Rebound (5,8 pro Partie), tolle Dreier-Quote für einen Big Man (44,8 Prozent). Mit 15 Punkten (persönlicher BBL-Bestwert) ein Lichtblick bei der Derby-Abreibung in Oldenburg.

Edgar Sosa (2020/21): Der frühere Ulmer stieß Ende Februar zum Team und belebte das Offensivspiel. Dreimal sehr dominant im Angriff mit 30, 24 bzw. 20 Punkten, zweimal aber auch an die Kette gelegt (4/4). In Summe löste der 33-Jährige mit 16,4 Punkten pro Partie Jean Salumu als Topscorer des Teams ab. Die Dreier fallen rein (46,4 Prozent), die Freiwürfe auch (15/17). Aber: Defizite in der Defense sind im Preis enthalten.

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