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Rasta Vechta taumelt der Pause entgegen

Die Mannschaft von Trainer Thomas Päch hängt weiter auf dem letzten Tabellenplatz fest. Hier der Nachbericht zum 71:80 gegen Braunschweig - mit Reaktionen und einem Video.

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Es läuft nicht: Rastas Coach Thomas Päch während der Partie gegen Braunschweig. Foto: Schikora

Es läuft nicht: Rastas Coach Thomas Päch während der Partie gegen Braunschweig. Foto: Schikora

Die Akkus sind leer, die Köpfe hängen runter, der Rückstand auf diverse Konkurrenten wird immer größer: Für die Basketballer von Rasta Vechta wird die Luft im Abstiegskampf der 1. Bundesliga von Spiel zu Spiel dünner. Am Sonntagabend verlor der Tabellenletzte auch sein Heimmatch gegen die Basketball Löwen Braunschweig mit 71:80 (45:40). Für Rasta war es die 16. Niederlage im 19. Spiel und zugleich der bittere Abschluss eines kräftezehrenden Blocks mit drei Partien binnen fünf Tagen.

Wie schon beim 77:89 bei den Niners Chemnitz am Mittwoch und beim 66:84 am Freitag gegen Spitzenreiter MHP Riesen Ludwigsburg konnte Rasta die Ausfälle seiner verletzten Leistungsträger Jean Salumu, Dennis Clifford und Philipp Herkenhoff nicht kompensieren. Der tapfere Rest stieß abermals an Grenzen, spielte in der zweiten Halbzeit allerdings auch wie ein heißer Abstiegskandidat – völlig verunsichert, kopflos und konfus. Anders formuliert: Das arg gebeutelte Schlusslicht, das nun 6:32 Punkte auf dem Konto hat, taumelte der Pause entgegen.

Am kommenden Wochenende ruht der Spielbetrieb in der BBL. Grund ist das zweite „Länderspiel-Fenster“ in dieser Saison für die EM-Qualifikation. Rasta kann diese Unterbrechung sehr gut gebrauchen – für den Kopf und die Körper. Für Rasta geht's erst am 27. Februar (Samstag, 20.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim bisherigen Drittletzten Telekom Baskets Bonn weiter.

Erschöpft und frustriert: Rastas Kapitän Josh Young. Foto: SchikoraErschöpft und frustriert: Rastas Kapitän Josh Young. Foto: Schikora

Die Bonner verschafften sich am Sonntag mit dem dritten Sieg in Serie ein Polster auf die Abstiegsplätze. Gleiches galt für den Aufsteiger Chemnitz, der nach den Siegen gegen Vechta und Bamberg (85:82 am Freitag) auch das Starensemble von Bayern München zu Fall brachte (85:83 per Dreier in der Schlusssekunde). Dass mit Göttingen, Bayreuth, Gießen und dem Mitteldeutschen BC vier Rivalen aus der Gefahrenzone auch verloren, war für Rasta nur ein schwacher Trost – an der Pariser Straße hapert es an eigenen Erfolgen.

„Wir hatten am Ende nicht mehr die Frische und die Energie, die nötig gewesen wäre“, haderte Rastas Coach Thomas Päch mit der achten Niederlage im leeren Wohnzimmer. Eine 0:12-Serie vom 56:53 zum 56:65 brach seinem Team das Genick. „Das war heute tödlich für uns“, sagte Päch und ergänzte: „Wir haben ein bisschen panisch reagiert.“ Auch der Coach war sichtlich angeschlagen, während seine Spieler erschöpft und frustriert in der Kabine saßen.

Auf die Frage, ob Rasta in der aktuellen Situation frische Kräfte in Form von weiteren Nachverpflichtungen benötigt, sagte Päch: „Erst einmal wäre es hilfreich, wenn wir wieder komplett wären.“ Die Rückkehr von Center Clifford als Fixpunkt in der Defense und im Angriff dürfte in Kürze bevorstehen. Bei Topscorer Salumu und Herkenhoff, die beide an einer Sehnenverletzung in der Fußsohle laborieren, sieht's weniger gut aus. Päch deutete dann aber noch an, dass man sich natürlich auf dem Markt umhöre – ähnlich hatte sich am Freitagabend auch Rastas Klubchef Stefan Niemeyer geäußert.

Mit Ikenna Iroegbu, der bereits wieder weg ist, und Jesse Hunt, der gegen Braunschweig mit elf Punkten und elf Rebounds sein erstes Double-Double in der BBL verbucht, hat Rasta bereits zwei Spieler nachverpflichtet. Zwei weitere Transfers wären noch bis Ende Februar möglich.

Das Personal, das gerade da ist, spielte eine gute erste Halbzeit. Päch fand „die Moral, die Energie und den Zusammenhalt beeindruckend“. Allein: Das Hoch hielt nur 20 Minuten an, dann folgte wie schon im Hinspiel der fatale Einbruch. Braunschweig, das nur drei ausl��ndische Profis im Kader hat und ansonsten voll auf die deutsche Karte setzt, nutzte das eiskalt aus – sicher zur Freude von NBA-Star Dennis Schröder im fernen Los Angeles, der seit Mai 2020 der Alleingesellschafter bei den Löwen ist.

„Am Ende ist uns die Energie ausgegangen. Wir haben es nicht mehr geschafft, mit der Intensität zu spielen, wie wir es noch in der ersten Halbzeit gemacht haben“, sagte Rastas Center Björn Rohwer, der wie Hunt elf Punkte machte und im 33. BBL-Spiel erstmals eine zweistellige Ausbeute hatte. „Es freut mich für Björn, dass er gut gespielt hat“, sagte Löwen-Coach Pete Strobl. Er kennt ihn aus der gemeinsamen Zeit in Ulm. Rohwer brachte die Lage von Rasta recht einfach auf den Punkt: „Das Wichtigste ist jetzt, dass wir Spiele gewinnen.“ Gegen Braunschweig war die Chance riesig, „aber wir haben uns nicht belohnt“, ärgerte sich Päch.

Dreier-Quote bricht nach der Pause ein

Topscorer in seinem Team war der angeschlagene Josh Young, der 14 seiner 16 Punkte in der ersten Halbzeit machte und nach dem Seitenwechsel ebenso einbrach wie die Dreier-Quote des gesamten Kollektivs (7/14 in der ersten Halbzeit, 1/12 in der zweiten).

„Wir haben in der zweiten Halbzeit nur 26 Punkte zugelassen – das zeigt, was wir können“, freute sich Strobl. Und Nationalspieler Lukas Meisner, mit 16 Punkten der zweitbeste Scorer der Gäste hinter Karim Jallow (18), sagte: „Die Energie, die wir gebracht haben, hat uns geholfen, das Spiel zu gewinnen.“


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