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Rasta Vechta mit seinen Kräften am Ende

Nach den Niederlagen gegen Göttingen und Frankfurt bleiben dem Basketball-Bundesligisten noch zwei Wochen bis zum Liga-Start. Hier der Nachbericht zum Pokal-Wochenende.

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Ab durch die Mitte: Rasta Vechtas belgischer Nationalspieler Jean Salumu gegen die beiden Göttinger Luke Nelson (links) und Tai Odiase. Foto: Schikora

Ab durch die Mitte: Rasta Vechtas belgischer Nationalspieler Jean Salumu gegen die beiden Göttinger Luke Nelson (links) und Tai Odiase. Foto: Schikora

Kein Sieg, kein Ticket für das „Final Four“ und auch keine Prämie: Für die Basketballer von Rasta Vechta ist das BBL-Pokalturnier im eigenen Wohnzimmer mit einer doppelten Enttäuschung zu Ende gegangen – und zwei verletzte Spieler gibt's auch noch. Der Reihe nach: Der heimische Bundesligist kassierte am Wochenende zwei Niederlagen; dem 87:99 (38:62) am Samstagabend gegen die BG Göttingen folgte am Sonntagnachmittag ein 80:89 (36:47) gegen die Skyliners Frankfurt. Rasta Vechta, das eine Woche zuvor die Gießen 46ers mit 99:85 besiegt hatte, schloss die Gruppe B damit als Tabellendritter ab. Göttingen qualifizierte sich für das Finalturnier und strich zudem 70.000 Euro für den Gruppensieg ein. Frankfurt erhält für Rang zwei 35.000 Euro. Ein warmer Regen, den Rasta in Corona-Zeiten auch gerne gehabt hätte.

„Natürlich sind wir jetzt auch ein bisschen enttäuscht. Wir haben zweimal verloren, das hätten wir gerne anders gehabt. Aber man muss heute auch die Umstände betrachten“, sagte Rastas Trainer Thomas Päch. Die Umstände? Dennis Clifford, der gegen Göttingen umgeknickt war, konnte am Sonntag ebenso nicht spielen wie Philipp Herkenhoff, dessen Sehnenreizung in der Fußsohle keinen Einsatz zuließ. Der 21-Jährige stand zwar im Kader, die Schmerzen waren allerdings zu groß. „Wir wollten da auch kein Risiko eingehen“, sagte Päch. Immerhin konnte Josh Young, der auch gegen Göttingen umgeknickt war, gegen die Skyliners mit den beiden Ex-Rasta-Centern Michael Kessens und Kamari Murphy auflaufen.

"Wir mussten Sachen machen, die wir noch nie trainiert haben. Wir haben improvisiert ohne Ende."Rastas Trainer Thomas Päch angesichts der Ausfälle von Dennis Clifford und Philipp Herkenhoff

Dass sich Rasta ohne die Big Men Clifford und Herkenhoff schwertat, war nicht zu übersehen. „Wir mussten Sachen machen, die wir noch nie trainiert haben. Wir haben improvisiert ohne Ende“, sagte Päch. Im Angriff fehlten zwei wichtige Optionen, in der Defense gab's große Lücken und es mangelte zudem an der physischen Präsenz. Folge: Nach einem 0:9-Fehlstart lief Rasta eigentlich nur hinterher, das 14:14 war der letzte ausgeglichene Spielstand und später lag Rasta zweimal mit 21 Punkten zurück (62:83, 64:85).

Dass die Moral stimmte und Vechta mit einer 16:2-Serie noch mal auf 80:87 herankam, hob Päch lobend hervor. Er musste jedoch auch feststellen: „Wir waren mit der Energie am Ende.“ Die zweite Halbzeit gegen Göttingen, als Rasta aus einem 40:68 noch ein 83:91 machte, habe „viel Energie gekostet“, so Päch: „Wir konnten dann heute nicht mehr so nachlegen.“

Schwerer Wurf: Josh Young gegen Michael Kessens. Foto: SchikoraSchwerer Wurf: Josh Young gegen Michael Kessens. Foto: Schikora

Rastas Topscorer gegen Frankfurt war Stefan Peno mit 16 Punkten, gefolgt von Young (14), Will Vorhees (13), Jean Salumu (11) sowie Jordan Barnett (10). Gegen Göttingen war Vorhees mit 27 Punkten und neun Rebounds der überragende Akteur, auch Peno (18), Salumu (12) und Barnett (10) punkteten gegen die „Veilchen“ zweistellig. Päch, dessen Team am Samstag und Sonntag kein einziges Mal führte und insgesamt 24 Dreier kassierte, bezeichnete die Pokalbilanz als „durchwachsen“. Vor allem die erste Halbzeit gegen Göttingen mit 62 kassierten Punkten sei „sehr ärgerlich“ gewesen. Noch mal Päch: „Wir haben noch viel zu tun.“

Bis zum BBL-Start bei Bayern München sind's noch zwei Wochen (8. November, 18.00 Uhr). Päch kündigte unmittelbar nach der Sonntagspartie an, das letzte Testspiel am kommenden Samstag bei den Hamburg Towers absagen zu wollen: „Wir brauchen jetzt erst einmal Zeit, um alle wieder fit zu bekommen.“

Abseits der Pokalspiele sorgten die Corona-Fälle in der BBL für viel Gesprächsstoff – auch in Vechta. Nach den positiven Befunden bei Alba Berlin (7) und Aufsteiger Niners Chemnitz (2) meldeten am Samstag auch Medi Bayreuth (2) und die Telekom Baskets Bonn (1) positive Tests. Die mit dem Coronavirus infizierten Spieler wurden isoliert. Alle Teamkollegen waren negativ, sie befinden sich auf Anordnung der Gesundheitsämter aber auch in Quarantäne. Eine Entscheidung, die BBL-Chef Stefan Holz kritisierte: „In beiden Fällen wäre es aus Sicht unseres Hygieneboards absolut zu verantworten gewesen, nur die Infizierten zu isolieren und die Spiele stattfinden zu lassen.“ Nach Einschätzung der Liga-Fachleute seien beide Teams nicht infektiös gewesen. Die Zahl der abgesetzten Spiele stieg auf sechs.

"So werden unsere Hygienekonzepte, für die wir von Politik und Behörden viel Lob erhalten haben, ad absurdum geführt."BBL-Geschäftsführer Stefan Holz

„Es steht in keinem Verhältnis, wenn wir eine Infektion im erweiterten Mannschaftskreis mit einer geringen Viruslast haben und eine ganze Mannschaft mit 20 Leuten für zwei Wochen wegsperrt wird. Das ist aus unserer Sicht nicht geboten. Wenn das die Regel wird, funktioniert es definitiv nicht mehr“, sagte Holz: „So werden unsere Hygienekonzepte, für die wir von Politik und Behörden viel Lob erhalten haben, ad absurdum geführt.“ Der Fall Berlin sei „völlig anders gelagert“, da es bei Alba einen höheren Infektionsgrad gab.

Nur die Gruppen B und C kamen störungsfrei durch. „Wir wussten alle, dass es während der Saison positive Fälle geben wird. Der Pokal war mit seiner kurzen Taktung natürlich sehr anfällig“, sagte Göttingens Geschäftsführer und BBL-Vizepräsident Frank Meinertshagen. Diese Woche will die Liga weiter beraten, gesucht werden Termine für die ausgefallenen Spiele und für das Final Four in München, das eigentlich am 1./2. November stattfinden sollte. Holz: „Noch ist alles machbar, wir sind ganz früh in der Saison. Aber es ist schwierig.“

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