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Rasta Vechta hofft auf Klarheit bis Ende der Woche

Die neue Corona-Verordnung stärkt die 2G-Regel. Klubchef Stefan Niemeyer zeigt sich unterdessen „sehr enttäuscht“ über die Zuschauerzahl beim Saisonstart.

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Gibt's Verstärkung gegen Schwenningen? Rastas Fans vom „Klettverschluss“, hier beim Spiel gegen Rostock. Foto: Schikora

Gibt's Verstärkung gegen Schwenningen? Rastas Fans vom „Klettverschluss“, hier beim Spiel gegen Rostock. Foto: Schikora

Beim Basketball-Zweitligisten Rasta Vechta steigen die Hoffnungen auf die Möglichkeit einer vollen Auslastung des Rasta-Domes. Die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, die am Dienstagmittag in Hannover vorgestellt wurde, sieht eine Stärkung der 2G-Regel vor. Laut Claudia Schröder, stellvertretende Vorsitzende des Corona-Krisenstabes, hätten Veranstalter und Betreiber einer Einrichtung künftig den Vorteil, dass bei der 2G-Regel alle weiteren Corona-Schutzmaßnahmen für den Veranstalter entfallen.

Auf Grundlage der neuen Landesverordnung will Rasta Vechta, das bereits beim ProA-Saisonstart am vergangenen Freitag gegen die Rostock Seawolves (54:68) die 2G-Regel mit personalisierten Tickets umgesetzt hatte, aber maximal nur 1500 Zuschauer in die Halle lassen durfte, nun erneut Kontakt zur Kreisbehörde aufnehmen. Denn: Dort fällt die finale Entscheidung. „Ich hoffe, dass wir Ende der Woche mehr Klarheit haben“, sagt Klubchef Stefan Niemeyer.

Der Rasta-Dome hat 3140 Plätze; 2236 Sitzplätze, 900 Stehplätze sowie vier Plätze für Rollstuhlfahrer. „Ich hoffe, dass wir zumindest alle Sitzplätze belegen können und alle Dauerkarten wieder richtige Dauerkarten sind“, so Niemeyer. Rasta hat aktuell 2400 Dauerkarten, die dem Klub derzeit aber keine Einnahmen bescheren. Das würde sich bei einer Vollauslastung ändern.

Nächstes Heimspiel am 2. Oktober

Das nächste Heimspiel von Rasta steigt am 2. Oktober gegen Schwenningen, eine Woche später ist Kirchheim zu Gast in Vechta. Die neue Verordnung, die am Mittwoch in Kraft tritt, gilt bis zum 10. November – in diesen Zeitraum fallen auch die weiteren Rasta-Heimspiele gegen die Nürnberg Falcons (23.10.) und Bayer Leverkusen (5.11.).

Gegen Rostock waren 1216 Zuschauer in der Halle, das Maximum wurde also nicht ausgeschöpft. Es war zwar die größte Kulisse am ersten ProA-Spieltag (die sieben anderen Partien hatten 675 Zuschauer im Schnitt), Rasta hatte aber mit mehr Zuspruch gerechnet. „Ich war, und das gebe ich offen zu, schon sehr enttäuscht, dass die Euphorie und die Nachfrage nicht so groß waren. Ich hatte gehofft, dass es ausverkauft ist“, sagt Niemeyer mit etwas Abstand zum Spiel. Er räumt ein: „Die Leute tun sich mit der Rückkehr in die Halle noch schwer.“ Von den 2400 Dauerkarten-Codes waren 995 im Online-Vorverkauf genutzt worden. Und im freien Verkauf der 505 restlichen Tickets gingen nur noch 221 Karten weg.

Seit der Eröffnung des Rasta-Domes im Oktober 2012 war die Partie gegen Rostock erst das neunte ProA- oder BBL-Spiel, das nicht ausverkauft war. Bei 132 Heimspielen war die Arena ausverkauft – 17 Mal mit 2000 Zuschauern, 115 Mal mit 3140 Fans. Hinzu kommen coronabedingt noch 20 Geisterspiele in der vergangenen BBL-Saison 20/21.

Und wie tickt der Nachbar aus Quakenbrück? Bei den Artland Dragons kann man noch ein wenig auf Zeit spielen. Der Ex-Erstligist, mit einem 71:74 in Nürnberg in die Saison gestartet, hat am Wochenende spielfrei und absolviert sein erstes Heimspiel erst am 9. Oktober gegen Itzehoe. „Wir können uns die neue Verordnung in Ruhe ansehen“, erklärt Geschäftsführer Marius Kröger. Wie Rasta Vechta setzen auch die Dragons auf die 2G-Regel. „Das ziehen wir durch“, sagt Kröger. Und er ergänzt: „Ich hoffe und gehe auch davon aus, dass wir bei 2G alle Sitzplätze belegen können.“ Die Artland Arena hat 2600 Sitz- und 400 Stehplätze. Noch mal Kröger: „Ich glaube, Stehplätze wird es in dieser Saison so schnell nicht geben, vielleicht auch gar nicht.“ Die Dragons haben rund 1100 Dauerkarten verkauft.

Übrigens: Wie die 1. Bundesliga verzichtet auch die ProA darauf, den Klubs eine einheitliche Linie in der Zuschauerfrage vorzugeben. Die 17 Vereine, die in dieser Saison in der 2. Liga spielen, kommen aus neun verschiedenen Bundesländern – fünf aus Baden-Württemberg, vier aus Nordrhein-Westfalen, zwei aus Niedersachsen sowie jeweils einer aus Rheinland-Pfalz, Bayern, Thüringen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. „Jedem Standort ist es überlassen, vor Ort des bestmögliche Konzept umzusetzen“, sagt Kröger, der dem Vorstand der 2. Bundesliga GmbH angehört.

Er habe im Austausch mit den Kollegen eine „leichte Tendenz zu 3G“ vernommen. „Eine Handvoll Klubs setzt auf 2G“, so Kröger. Phoenix Hagen, am Sonntag (16.00 Uhr) Gastgeber von Rasta Vechta, gehört zur 2G-Gruppe. Von den lokalen Behörden in Hagen erhielt der Klub grünes Licht für eine volle Auslastung bei 2G. Die Arena in Hagen fasst 3140 Zuschauer – so wie in Vechta. Hagens Dauerkarten-Verkauf läuft noch; aktuell hat der Verein, der nach dem BBL-Abstieg 2017 (Insolvenz) seine fünfte ProA-Saison spielt, rund 800 Saisontickets verkauft.

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