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Rasta Vechta: Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab

Für Tim Hasbargen ist die Saison beendet - und Will Vorhees ist angeschlagen. Am Samstag gastiert der Tabellenletzte der Basketball-Bundesliga in Crailsheim. Hier gibt's alles Wichtige zum Spiel.

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Als beide noch fit waren: Tim Hasbargen (links) und Will Vorhees (rechts) im letzten Rasta-Spiel gegen Bambergs Kenneth Ogbe. Für Hasbargen ist die Saison beendet, Vorhees ist angeschlagen. Foto: Löb

Als beide noch fit waren: Tim Hasbargen (links) und Will Vorhees (rechts) im letzten Rasta-Spiel gegen Bambergs Kenneth Ogbe. Für Hasbargen ist die Saison beendet, Vorhees ist angeschlagen. Foto: Löb

Die Entscheidung im Abstiegskampf der 1. Basketball-Bundesliga rückt näher – und das Coronavirus mischt auch munter mit, mal direkt, mal indirekt. Beispiele gefällig? Die Skyliners Frankfurt kehren am Sonntag nach zweiwöchiger Quarantäne auf das BBL-Parkett zurück und treffen dabei auf den Mitteldeutschen BC, den Drittletzten in der Tabelle. Die Gießen 46ers und Rasta Vechta, die den MBC noch einholen wollen, brauchen Skyliners-Hilfe.

Ach ja: Der MBC hat seinen besten Spieler nicht dabei. Michal Michalak, mit 20,9 Punkten pro Spiel nicht nur Topscorer der Weißenfelser, sondern der ganzen Liga, wurde am Montag positiv auf Covid-19 getestet und befindet sich in Quarantäne. Dem Team blieb das erspart. Denn: Der polnische Nationalspieler hatte seit dem 13. April, seit dem Spiel gegen die BG Göttingen, die aktuell in Quarantäne ist, keinen Kontakt mehr zu seinen Kollegen. Erst gab's drei freie Tage, ehe er wegen leichter Erkältungssymptome drei Tage lang vom Team isoliert wurde und sich nur zu Hause aufhielt.

Die Gemengelage im Tabellenkeller ist also kompliziert – und mittendrin versucht Rasta Vechta verzweifelt, den Kopf irgendwie über Wasser zu halten. Die Rechnung ist einfach und schwer zugleich: Fünf Partien bleiben dem Schlusslicht (10:48 Punkte) noch, um drei Siege Rückstand auf den MBC (16:44) aufzuholen – und am Vorletzten Gießen (12:46) müsste Rasta ja auch noch vorbei. „Für uns ist jedes Spiel ein 'Game seven'“, sagt Rastas Trainer Derrick Allen in Anlehnung an die NBA-Playoffs im Best-of-7-Modus. Für Vechta gibt's also nur noch Endspiele – und das erste davon steigt am Samstagabend (20.30 Uhr) bei den Merlins Crailsheim.

Bislang 1824 PCR-Tests - Laborkosten von 26.000 Euro

Das Positive in der Krise: Alle sind negativ, also negativ getestet, um noch mal auf Corona zurückzukommen. Seit dem Trainingsstart (30. August) wurden an der Pariser Straße im Rahmen des Hygienekonzepts der Liga insgesamt 1824 PCR-Tests durchgeführt. Rastas kompletter BBL-Tross, bestehend aus 28 bis 30 Personen (Spieler, Trainer, Betreuer und Physiotherapeuten plus drei Mitarbeiter der Geschäftsstelle und bei Auswärtsspielen auch noch der/die Busfahrer), wurde bereits 62 Mal getestet. Die Laborkosten des Klubs belaufen sich mittlerweile auf knapp über 26.000 Euro.

Nicht nur die Stäbchen-Prozedur ist längst Routine geworden, abseits von Corona gehören die Hiobsbotschaften inzwischen auch zum Alltag. Im Lazarett gibt's zwei Neuzugänge: Tim Hasbargen und Will Vorhees. Hasbargen, in Sachen Einsatz stets am Limit und auch offensiv einige Male ein Lichtblick, hat sich im letzten Spiel in Bamberg am Oberschenkel verletzt. Es besteht der Verdacht auf einen Muskelbündelriss. Bestenfalls ist es nur ein Muskelfaserriss, aber auch dann wäre die Saison für den 25-Jährigen vorzeitig beendet.

Vorhees knickte indes im Training um, das Sprunggelenk ist dick. Immerhin: kein Bruch, kein Riss. Der Einsatz des US-Forwards in Crailsheim ist fraglich. Sein australisches Pendant Jesse Hunt, der zuletzt zweimal mit einer leichten Gehirnerschütterung pausiert hatte, ist derweil am Mittwoch ins Training zurückgekehrt. Jean Salumu und Dennis Clifford sind unverändert außer Gefecht; es besteht kaum noch Hoffnung auf ein Comeback im Endspurt.

„Egal, wie der Kader aussieht – wir müssen gewinnen“, bringt Allen die prekäre Lage auf den Punkt. Und wie soll das in Crailsheim gelingen? Rastas Coach hat die üblichen Verdächtigen auf dem Wunschzettel, also „weniger Ballverluste“ sowie „bessere Defense“. Beim jüngsten 76:104 in Bamberg habe man „beides nicht geschafft“. 17 Turnover und 17 kassierte Dreier bildeten eine unheilvolle Allianz.

Im Hinspiel kassierte Rasta eine 0:22-Serie

Mit den Merlins Crailsheim, die sich erstmals für die Playoffs qualifiziert haben und im Sommer einen Trainerwechsel vornehmen (Sebastian Gleim ersetzt Tuomas Iisalo), trifft Rasta auf einen Gegner, der mit 313 getroffenen Dreiern die Nummer zwei der Liga ist (hinter Oldenburg/348) und nach Rebounds sofort aufs Gaspedal drückt. „Die Transition Defense ist für uns ganz wichtig. Crailsheim darf nicht ins Laufen kommen“, sagt Rasta-Kapitän Josh Young.

Beim 81:98 im Hinspiel gab's eine 0:22-Serie – Negativrekord in Vechtas BBL-Historie. Und wie stoppt man Crailsheims Wirbelwind und MVP-Kandidaten Trae Bell-Haynes, der auf 17,4 Punkte und 7,1 Assists pro Spiel kommt? „Das geht nur mit Team-Defense. Wir müssen uns gegenseitig helfen“, so Young.

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