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Rasta und die schwere Hypothek für die Rückserie

Vechtas Basketballer starten am Freitagabend gegen Spitzenreiter Ludwigsburg in die zweite Hälfte der Bundesliga-Hauptrunde. Hier gibt's alles Wichtige zum ungleichen Duell.

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Gesprächsbedarf in Chemnitz: Rastas Crew um Coach Thomas Päch in einer Auszeit. Foto: Jan Stimpel / JSpictures.de

Gesprächsbedarf in Chemnitz: Rastas Crew um Coach Thomas Päch in einer Auszeit. Foto: Jan Stimpel / JSpictures.de

Am Donnerstagmorgen um 4.30 Uhr war für Rasta Vechta der winterliche Trip nach Chemnitz beendet. Nach sieben Stunden im Bus traf der heimische Basketball-Bundesligist am Rasta-Dome ein. Bevor Kapitän Josh Young und Co. aber ins Bett konnten, stand noch ein Corona-Test in der „medizinischen Kabine“ an – wie immer nach der Rückkehr von einem Auswärtsspiel. Viel Zeit zur Erholung war den Rasta-Profis nach dem bitteren 77:89 im Kellerduell bei den Niners Chemnitz nicht vergönnt, bereits am Donnerstagnachmittag wurde wieder trainiert. Denn: Es stehen zwei Heimspiele binnen drei Tagen an – am Freitag gegen den Spitzenreiter MHP Riesen Ludwigsburg (19.00 Uhr) und am Sonntag gegen den Kellerrivalen Löwen Braunschweig (18.00 Uhr).

Die Partie gegen Ludwigsburg ist der Start in die Rückserie. Die Bilanz nach der Hinrunde fällt ernüchternd aus: Nur drei Siege in 17 Spielen, vorletzter Platz mit 6:28 Punkten – schlechter war Rasta in der ersten Hälfte einer Hauptrunde nur in der Saison 2016/17. „Wir haben zu lange gebraucht, um unseren Weg zu finden“, gab Coach Thomas Päch am Mittwochabend zu. Eine Anspielung auf den Fehlstart mit elf Niederlagen in Serie, auf die schwere Hypothek, die Rasta nun mit sich herumschleppt. „Inzwischen sind wir stabil, die Mannschaft ist intakt“, sagte Päch und ergänzte: „Wir müssen jetzt einfach lernen, Spiele zu gewinnen.“

Mit Blick auf die Tabelle meinte Rastas Coach: „Die anderen Mannschaften sind nicht so weit weg.“ In der Tat: Mindestens ein halbes Dutzend Teams ist halbwegs in Reichweite. Klar ist aber auch: Rasta braucht in der Rückrunde wohl sechs bis acht Siege, um überhaupt noch eine Chance auf Platz 16 zu haben. Eine Herkulesaufgabe. „Wir müssen weiter an das glauben, was wir tun“, forderte Stefan Peno nach dem Spiel in Chemnitz.

Acht Steals: Peno mit Bestwert seit Oktober 2006

Rastas Guard ging mit gutem Beispiel voran. Neben seinen 15 Punkten und fünf Assists verbuchte der Serbe auch acht (!) Steals und damit die meisten Ballgewinne eines Spielers in einer BBL-Partie seit Oktober 2006. Rastas Dilemma: Offensiv hatte Peno in Will Vorhees (21 Punkte) und Jordan Barnett (17) nur zwei effektive Mitstreiter. Der Rest war abgemeldet, abgetaucht oder halt schlichtweg limitiert, das Fehlen der Topscorer Jean Salumu und Dennis Clifford wog wie schon gegen Frankfurt extrem schwer.

Ob der belgische Guard (Sehnenreizung in der Fußsohle) und der US-Center (leichte Gehirnerschütterung) am Freitag gegen Ludwigsburg mitmischen können, dürfte sich erst kurz vor dem Sprungball entscheiden. Cliffords Mitwirken ist wohl eher unwahrscheinlich. Der Big Man hatte am Donnerstag noch leichte Kopfschmerzen. Und Salumu? Die Belastung sollte im Training gesteigert werden, Ausgang offen.

Fakt ist: Auch mit Salumu und Clifford wäre Rasta gegen Ludwigsburg krasser Außenseiter – mehr David gegen Goliath geht gerade nicht. Die Riesen, in der Vorsaison Vizemeister, sind derzeit das Nonplusultra in der BBL und haben mit 32:2 Punkten die beste Hinserie der Klubhistorie gespielt. Das 81:74 gegen Braunschweig am Mittwoch war zwar ein schmuckloser Arbeitssieg, es war aber auch der 14. Erfolg in Serie. „Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“, sagte Coach John Patrick.

Drei Tage nach der beeindruckenden Machtdemonstration im Spitzenspiel in Oldenburg (89:75) konnte sich Patrick einmal mehr auf Jaleen Smith verlassen. Der heiße MVP-Kandidat kam auf 26 Punkte, fünf Rebounds, sechs Assists und fünf Steals – eine Ausbeute als Spiegelbild seiner Saison. „Jaleen hat wieder ein Monster-Spiel geliefert“, meinte Patrick. Keine Frage: Auf Rasta rollt am Freitag eine Lawine zu.

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