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Rasta steigt ab: Wildcard geht an Gießen

Vechtas Basketballer gehen damit in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga ProA an den Start.

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Foto: Becker

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Niederlage in der Verlängerung: Rasta Vechta steigt aus der 1. Basketball-Bundesliga ab, auch der letzte Funken Hoffnung ist erloschen. Im Wildcard-Verfahren der BBL, in dem der 18. Platz im Teilnehmerfeld für die Saison 2021/22 vergeben wurde, zog Rasta Vechta am Freitagnachmittag den Kürzeren.

Die Gießen 46ers, die ebenso wie Rasta nach der Hauptrunde der BBL als sportlicher Absteiger feststanden, als Tabellen-17. aber knapp vor Rasta (18.) lagen, erhielten den Zuschlag für die 700.000 Euro teure Wildcard und spielen damit auch in der kommenden Saison in der 1. Liga. Nach OM-Medien-Informationen setzte sich Gießen bei der Abstimmung der BBL-Klubs, die die abgelaufene Hauptrunde auf den Plätzen 1 bis 16 beendet haben, mit 10:5 Stimmen bei einer Enthaltung durch. Rasta geht damit ab Herbst in der 2. Bundesliga ProA an den Start.

Für die Gießener, die seit der Gründung der BBL 1966 nur zwei Jahre nicht in der 1. Liga gespielt haben (2013 bis 2015), ist es bereits die dritte Wildcard nach 2009 und 2012. Das erste Wildcard-Verfahren in der BBL seit 2015 war nötig geworden, weil es mit den Academics Heidelberg nur einen Aufsteiger aus der 2. Bundesliga ProA gibt. Vizemeister Bayer Leverkusen hatte auf eine Lizenz für die 1. Liga verzichtet.

Die BBL-Klubs sprachen sich danach mit großer Mehrheit für den Erhalt einer 18er-Staffel aus und brachten das Wildcard-Verfahren auf den Weg. Mit Gießen und Rasta Vechta gab's nur zwei Bewerber, ambitionierte ProA-Klubs wie Science City Jena oder die Rostock Seawolves verzichteten auf eine Bewerbung - man wolle den Aufstieg auf sportlichem Weg schaffen, hieß es in Jena und Rostock.

Die Wildcard-Gebühr von 700.000 Euro wurde angesichts der Corona-Pandemie in zwei Raten à 350.000 Euro aufgeteilt. Die erste Rate ist vor der Saison 2021/22 fällig, die zweite vor der Spielzeit 2022/23 (nur bei Klassenerhalt).

Ein ausführlicher Bericht zur Wildcard-Vergabe folgt in Kürze.


Historie der Wildcards in der Basketball-Bundesliga

  • 2001: Rhöndorf, Meister der 2. Liga Nord, wurde die BBL-Lizenz verweigert. Die Wildcard ging an die „Cologne 99ers“, das Kölner Team wechselte von der Regionalliga in die 1. Liga.
  • 2003: Zur Serie 2003/04 wurde die BBL um zwei Teams auf 16 Mannschaften aufgestockt. TBB Trier und TSK Würzburg kamen per Wildcard in die BBL.
  • 2006: Zur Saison 2006/07 gab es die nächste Aufstockung, wieder um zwei Teams, diesmal auf 18 Mannschaften. Nürnberg und Braunschweig kamen per Wildcard in die BBL. Sie kostete damals 100.000 Euro.
  • 2008: ProA-Vizemeister Cuxhaven stellte keinen Lizenzantrag, der Vorletzte Trier blieb per Wildcard in der 1. Bundesliga.
  • 2009: Die Giants Nördlingen zogen sich nach der Hauptrunde 2008/09 zurück. Und Köln hatte finanzielle Probleme inklusive Insolvenzantrag. Folge: Die beiden Absteiger Gießen 46ers (17.) und Eisbären Bremerhaven (18.) retteten sich per Wildcard.
  • 2010: Cuxhaven stellte erneut als ProA-Vizemeister keinen Lizenzantrag. Diesmal profitierten die Giants Düsseldorf, die als Tabellen-17. per Wildcard den Abstieg in die 2. Liga verhinderten.
  • 2012: Der ProA-Vize Kirchheim Knights verzichtete auf einen Lizenzantrag für die BBL. Die Gießen 46ers (17.) retteten sich per Wildcard, die inzwischen 250.000 Euro kostete.
  • 2013: Den Düsseldorf Baskets, Rastas Gegner im damaligen Finale der ProA, wurde die BBL-Lizenz aus wirtschaftlichen Gründen verweigert. Ludwigsburg blieb als Tabellen-17. der BBL per Wildcard drin. Im gleichen Jahr wurde die Fünfjahresregel eingeführt: Ein Klub, der eine Wildcard erhalten will, darf in den vorangegangenen fünf Saisons keine Wildcard erhalten haben.
  • 2015: Die Artland Dragons beantragten keine Lizenz für die neue Saison. Schlusslicht Crailsheim Merlins nutzte die Gunst der Stunde per Wildcard.
  • 2019: Die Gebühr für eine Wildcard wurde um 450.000 Euro auf nun 700.000 Euro erhöht.
  • 2021: ProA-Vizemeister Bayer Leverkusen beantragte aus wirtschaftlichen Gründen keine BBL-Lizenz. Der freie Platz wurde per Wildcard-Verfahren vergeben. Die sportlichen Absteiger Gießen (17.) und Rasta Vechta (18.) bewarben sich - und am Ende siegte Gießen. 

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