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Rasta in Paderborn: Ein Abend voller Frust und Hohn

Die fünfte Pleite im fünften Spiel lässt den Druck auf Derrick Allen steigen. Der Coach kritisierte danach das Defensivverhalten. Im Netz gab es für den BBL-Absteiger harte Worte.

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Zurück im Rasta-Trikot: Neuzugang Tyrone Nash (rechts), der hier im Zweikampf am Paderborner 2,11-m-Mann Brad Greene vorbeizieht. Fotos: Petzold

Zurück im Rasta-Trikot: Neuzugang Tyrone Nash (rechts), der hier im Zweikampf am Paderborner 2,11-m-Mann Brad Greene vorbeizieht. Fotos: Petzold

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Als zehn Sekunden vor Schluss die fünfte Niederlage im fünften Spiel für Rasta Vechta bereits besiegelt war, gab es obendrein auf die Enttäuschung auch noch eine satte Portion Hohn. „Auf Wiedersehen“ stand auf der LED-Werbebande, vor der Rasta-Coach Derrick Allen wie versteinert stand. Und auch dahinter auf der Auswechselbank waren alle Vechtaer komplett regungs- und sprachlos. Wieder mal war der Stecker gezogen.

Das „Auf Wiedersehen“ eines Sponsors der Uni Baskets Paderborn galt zwar nur Rastas Kapitän Josh Young, da der Abschiedsgruß immer dann eingeblendet wird, wenn ein Gäste-Spieler mit dem fünften Foul ausscheidet. Doch an diesem Samstagabend – dem Tag der Vechtaer 86:99 (46:46)-Pleite in der 2. Basketball-Bundesliga ProA – war diese kleine Botschaft besonders ausdrucksvoll. Direkt nach dem Spiel fragten sich viele Fans des Tabellenletzten: Heißt es auch für Derrick Allen „Auf Wiedersehen“? Muss der Trainer nach dem Horrorstart gehen? Fakt ist: Der Druck ist vor dem Heimspiel gegen die Nürnberg Falcons (Samstag, 19.30 Uhr) weiter gestiegen.

Unmittelbar nach dem Spiel hatte Derrick Allen erneut Ursachenforschung betreiben müssen. Die Gründe für die neuerliche Pleite lagen aber auch für ihn auf der Hand. „Wir müssen defensiv besser werden. Es ist schwer, ein Spiel zu gewinnen, wenn du 99 Punkte zulässt. Das war im letzten Spiel genauso, wo wir zu Hause 96 Punkte zugelassen haben“, sagte der 41-Jährige. Auch eine Woche nach dem Kirchheim-Heimspiel war die Mängelliste lang.

Rastas Topscorer wird gestoppt: Sheldon Eberhardt (links) gegen Chavares Flanigan.Rastas Topscorer wird gestoppt: Sheldon Eberhardt (links) gegen Chavares Flanigan.

Bis zum Ende des dritten Viertels (66:69 aus Rasta-Sicht) hatten die rund 50 mitgereisten Fans aus Vechta in der Maspernhalle ein recht ausgeglichenes Spiel gesehen – mit einigen Höhen und Tiefen auf beiden Seiten. Im vierten Abschnitt (20:30) agierte Rasta aber teils kopflos und leistete sich in wichtigen Momenten haarsträubende Ballverluste, sodass Paderborn davonziehen konnte. Allen hielt fest: „Ich bin froh darüber, dass wir 86 Punkte gemacht haben und dass wir 23 Assists hatten.“ Zur Wahrheit gehörte aber auch, dass Vechta in der Offense sehr viel Mühe hatte und kaum zu einfachen Würfen kam. Zahlen dazu: Von 44 Dreier-Versuchen traf Rasta 14, während Paderborn für seine 15 erfolgreichen Dreier nur 28 Versuche brauchte. Schon im Spiel gegen Kirchheim, das 18 von 27 Distanzwürfen traf, waren die Dreier ausschlaggebend gewesen.

„Im Moment fühlt es sich so an, als sei unsere Defense nachlässig. Das müssen wir jetzt ändern“, stellte Allen fest und kritisierte die „fehlende Konzentration in gewissen Situationen“. Noch mal Allen: „Es geht nicht darum, einem Einzelnen die Schuld zu geben, aber die fünf auf dem Feld müssen gemeinsam arbeiten. Und wenn einer nicht mitmacht, funktioniert die Defense nicht. Alle fünf müssen arbeiten, wachsam und aktiv sein.“

Dabei soll auch Tyrone Nash helfen. Der 33-jährige Rückkehrer, der am Donnerstag verpflichtet worden war, verbuchte in Paderborn mit zehn Punkten und fünf Rebounds solide Werte. An der Enttäuschung änderte das aber auch nichts. Neben Nash punkteten für Rasta noch drei weitere Spieler dreistellig: Sheldon Eberhardt war mit 14 Punkten der Topscorer, Josh Young und Joschka Ferner kamen beide auf 13 Punkte.

Nach dem Abschiedsgruß auf der LED-Bande gab es im Netz für Rasta harte Worte. Dort tauchten Kommentare wie „Hühnerhaufen“, „Frechheit“, „blamabel“ und „lächerlich“ auf.

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