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Rasta in Bremerhaven: Ein Patient ist wieder fit, der andere noch nicht

Für Vechtas Basketballer geht der Abstiegskampf in der 2. Liga am Mittwoch weiter. Jannes Hundt spricht vor dem Spiel über seine Corona-Infektion und den schweren Re-Start.

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Den Korb im Visier: Rastas Jannes Hundt (rechts) gegen Bremerhavens Ethan Alvano. Foto: Schikora

Den Korb im Visier: Rastas Jannes Hundt (rechts) gegen Bremerhavens Ethan Alvano. Foto: Schikora

Bis zur alten Form fehlen noch ein paar Prozent, das gibt Jannes Hundt ganz offen zu. „Ich brauche noch eine Woche, um konditionell wieder das alte Niveau zu haben. Aber das ist okay. Ich bin erst mal froh, dass es überhaupt bergauf geht“, sagt der 25 Jahre alte Point Guard des Basketball-Zweitligisten Rasta Vechta. Hundt hat schwere Tage hinter sich, denn eine Corona-Infektion hat ihn ausgebremst. „Inzwischen geht's mir wieder sehr gut. Ich bin echt erleichtert“, ergänzt der Spielmacher.

In der Nacht nach dem Trier-Spiel am 16. Januar hatte sich Hundt alles andere als wohlgefühlt. Schnelltest positiv, PCR-Test positiv – das Dilemma nahm seinen Lauf. Nach knapp zwei Jahren der Corona-Pandemie erwischte es ihn als ersten Spieler aus Rastas Profi-Kader. „Ich hab' zwei, drei Tage richtig flach gelegen“, berichtet der dreifach geimpfte Hundt. Er habe „ordentlich Symptome“ gehabt, „vor allem die Kopfschmerzen waren nervig“.

Nach der ersten Krankheitsphase habe es sich dann „wie eine normale Erkältung“ angefühlt, so Hundt. Zweimal wollte er sich freitesten, doch zweimal war der Test wieder positiv. „Krass, wie lange der Virus im Körper geblieben ist“, sagt Hundt. Und so wurde es unterm Strich eine 15-tägige Quarantäne.

Jannes Hundt kehrt am Mittwoch an seine alte Wirkungsstätte zurück

„Für mich war es total ärgerlich, dass ich zwei Wochen aussetzen musste. Aber es war auch ärgerlich, dass einige aus dem Team ebenfalls in Quarantäne mussten und dass das Spiel in Schwenningen abgesagt werden musste“, erklärt Hundt. Während der Isolation daheim in seiner Quakenbrücker Wohnung habe er sich „keine große Sorgen“ über die Fortsetzung seiner Karriere als Basketball-Profi gemacht. „Ich hatte eigentlich keine Probleme mit der Atmung, ich hatte keine Kurzatmigkeit“, berichtet Hundt: „Nach sieben, acht Tagen hab' ich leichte Workouts gemacht, ohne den Puls zu hoch zu treiben. Das ging alles ohne Probleme, daher war ich eigentlich immer guter Dinge.“

Der Rückkehr ins Teamtraining vor gut einer Woche ging dennoch ein ausführlicher Medizincheck voraus. „Das wollte ich unbedingt. Für einen Sportler ist der Körper ja das Kapital, und ich wollte ganz sicher sein“, erzählt Hundt. Herz und Lunge wurden getestet – und nach einem Belastungs-EKG gab der Kardiologe dann grünes Licht.

„Die ersten zwei, drei Tage war's echt schwer, ins Training zu finden und mitzuhalten. Ich war schneller k.o. als vorher, eigentlich bin ich es immer noch. Diese zwei Wochen Nichtstun machen sich irgendwie doch bemerkbar. Aber die letzten zwei Tage haben sich echt gut angefühlt“, sagt Hundt in der Hoffnung auf weitere Fortschritte. Auf die Frage, wie oft er seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor zwei Jahren bereits getestet wurde, antwortet Hundt prompt mit einem „sehr oft“ und schickt nach einer kurzen Hochrechnung noch ein paar Fakten hinterher: „150 PCR-Tests“ und „40 bis 50 Schnelltests“.

Der Patient Hundt ist inzwischen genesen. Und wann gilt das für den Patienten Rasta, der arg schwächelt und in den letzten Wochen schwere Symptome einer sportlichen Krise entwickelt hat? „Ich hoffe, dass es nicht mehr lange dauert, bis es auch Rasta wieder besser geht“, sagt Hundt.

"Wir wissen, dass wir bislang klar hinter den Erwartungen geblieben sind"Jannes Hundt

Der gebürtige Oldenburger, aufgewachsen in Berlin und 2020 von den Artland Dragons an die Pariser Straße gewechselt, redet nach vier Niederlagen in Serie und dem Parken auf Rang 14 mit einem Mini-Polster auf den ersten Abstiegsplatz nicht um den heißen Brei herum: „Wir sind im Abstiegskampf. Wir wissen, dass wir bislang klar hinter den Erwartungen geblieben sind. Und wir wissen auch, dass wir bis zum Saisonende nicht alles korrigieren können. Aber wir müssen jetzt alles dafür tun, dass wir die Saison erhobenen Hauptes beenden, dass wir Charakter zeigen.“

Leichter gesagt als getan, das weiß auch Hundt. Zwölf Partien bleiben noch für die Schadensbegrenzung, für das Verhindern des Worst-Case-Szenarios. Hundt brennt auf die Besserung und sagt: „Wir müssen die Köpfe frei kriegen – und da sind wir Spieler gefordert.“ Hundt will sich nicht mit „drei, vier Siegen, die vielleicht zum Klassenerhalt reichen würden“, zufrieden geben. Er will mehr, er will einen klar positiven Endspurt. „Wir dürfen uns die Ziele jetzt nicht zu niedrig stecken“, so Hundt.

Am Mittwoch um 19.30 Uhr gastiert Vechta bei den Eisbären Bremerhaven. Das Hinspiel gewann Rasta mit 85:78. Die Eisbären, damals angereist mit viel Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Serie, wurden beim Debüt von Rasta-Coach Vladimir Lucic in der ersten Halbzeit „an die Wand gespielt“, wie sich Hundt sehr gerne an das furiose 54:37 zur Pause erinnert. Es war Rastas beste Halbzeit in dieser Saison. Beim Wiedersehen mit den offensivstarken Eisbären, die im Januar Vizemeister Leverkusen (112:103) sowie die Platz-1-Anwärter Jena (107:91) und Rostock (112:98) düpierten, zuletzt aber in Trier mit 88:98 verloren, muss Rasta jedoch auf den Antrieb von 2928 Fans verzichten.

Für Hundt ist das 56. Spiel im Rasta-Trikot auch eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. 2017/18 gehörte er dem BBL-Kader der Eisbären an (fünf Spiele in der 1. Liga), kam aber zumeist für den Kooperationspartner RW Cuxhaven in der ProB zum Einsatz (22 Spiele). Ist lange her – und Corona war weit weg.

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