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Rasta im Aufwind: Peno und das Besinnen auf die Stärken

Der 23 Jahre alte Serbe hatte großen Anteil am wichtigen Sieg in Göttingen - und am kommenden Sonntag geht's gegen den eigentlichen Arbeitgeber.

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Und jetzt? Rastas Guard Stefan Peno (links) gegen Göttingens Akeem Vargas. Foto: Swen Pförtner

Und jetzt? Rastas Guard Stefan Peno (links) gegen Göttingens Akeem Vargas. Foto: Swen Pförtner

Den freien Tag nach dem Overtime-Krimi von Göttingen genoss Stefan Peno in vollen Zügen, er konnte guten Gewissens „ein bisschen relaxen“. Der Vorabend war schließlich perfekt gelaufen. 102:90 im Kellerduell der Basketball-Bundesliga bei der BG Göttingen, der dritte Sieg in Folge, endlich der erste Auswärtserfolg der Saison – der Spielmacher von Rasta Vechta hatte am Wochenende allen Grund dazu, „sehr zufrieden“ zu sein. Und damit nicht genug: Mit 12 Punkten und 9 Assists hatte Peno großen Anteil am Big-Point-Sieg, in seinem 80. BBL-Spiel fehlte also nur ein Assist zu seinem ersten Double-Double – aber auch so war's Penos bester Auftritt im Rasta-Trikot. „Ich hab' mich im Spiel gut gefühlt – und auch danach“, sagte der junge Serbe mit einem Grinsen.

Als die Partie auf des Messers Schneide stand, lieferte der 23-Jährige ab. Sein Dreier aus 8 Metern zum 81:75 brachte Rasta die größte Führung in der regulären Spielzeit, und in der Verlängerung machte Peno die ersten 7 Rasta-Punkte alleine (zwei Korbleger sowie 3/3 Freiwürfe). Zur Freude von Rastas Trainer Thomas Päch: „Stefan hat in den letzten Spielen, auch gegen Gießen, das getan, was wir von ihm erwarten. Er hat seine Stärken ausgespielt.“ Und Päch sagte am Samstag noch: „Einige haben ein bisschen gebraucht, um ihre Rollen im Team und unsere Ideen vom Spiel zu verstehen – und Stefan gehörte sicher dazu. Er hat sich stabilisiert.“

Kurze Rückblende: Während des Fehlstarts, vor allem in den ersten 7 Spielen, fremdelte Peno noch mit seiner Führungsrolle. Der Guard, nicht gerade bekannt als begnadeter Werfer, sondern eher als kluger, versierter Passgeber, forcierte den eigenen Abschluss – mit schwachen Trefferquoten. „Er hat zu viele Würfe genommen, die nicht gut waren. Damit hatte ich schon ein Problem“, erinnerte sich Päch: „Inzwischen hat er seinen Fokus verschoben. Stefan besinnt sich auf seine Stärken, auf das Passspiel.“

Alba-Leihgabe „zu 100 Prozent “bei Rasta

Penos Widerspruch hielt sich in Grenzen. Er weiß, dass sein Ligastart an der Pariser Straße nicht optimal war. „Ich möchte das Team mit meinen Pässen und der Ballbewegung besser machen. Am Anfang hab' ich das nicht genug gemacht. Jetzt passt es besser zusammen“, sagte der serbische Nationalspieler.

Gegen Bamberg gab's sogar eine kleine Denkpause. Peno stand nicht im Kader, als siebter Ausländer blieb ihm nur die Rolle als Zuschauer. Er fieberte auf der Bank mit und sah, wie Rasta ohne ihn erstmals gewann. „Das war schon ein komisches Gefühl. Aber ich hab' mich natürlich sehr über den Sieg gefreut“, erinnerte sich Peno und gab zu: „Es war richtig, dass ich nicht dabei war. Ich hab' mich in der Woche vor dem Bamberg-Spiel nicht bei 100 Prozent gefühlt. Ich war nicht müde, aber mein Knie tat etwas weh. Das hat der Coach sicher gemerkt.“ Gegen Gießen habe er dann um seinen Platz im Team gekämpft. Peno sagte: „Wir haben 7 Ausländer im Team. Alle müssen immer 100 Prozent geben, um dabei zu sein. Das gilt auch für mich.“

Am Sonntag (31. Januar, 15.00 Uhr, Sport1) steht für Peno das nächste Spiel an – bei Alba Berlin, beim Meister und Pokalsieger, bei seinem eigentlichen Arbeitgeber. „Wenn das Spiel läuft, ist es wie immer. Ich bin im Kopf total bei Rasta, das ist mein Team. Aber natürlich ist es auch speziell, viele Jungs wiederzusehen“, erklärte Peno, der 2017 vom FC Barcelona nach Berlin wechselte. Im Sommer hatte er bei Alba einen neuen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Für das erste Jahr wurde er an Rasta ausgeliehen, um nach einer langen Zwangspause Spielpraxis zu sammeln.

Im Februar 2019 hatte sich Peno sehr schwer verletzt; die linke Kniescheibe war rausgesprungen. Die Pause dauerte 16 Monate, beim Finalturnier in München war er wieder da. „Als wir uns darauf verständigt haben, dass ich für ein Jahr nach Vechta gehe, war ich vom ersten Tag an zu 100 Prozent bei Rasta. Das ist auch jetzt so“, sagte Peno. Sein Ausblick für Sonntag? „Wenn wir die Energie hoch halten und hart in der Defense spielen, haben wir gegen jeden eine Chance. Vielleicht können wir Albas Spielplan nutzen.“ Berlin spielt unter der Woche noch in der EuroLeague gegen die Topteams ZSKA Moskau (Mittwoch) und Real Madrid (Freitag).

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