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Rasta geht beim Neustart leer aus

Gegen Ludwigsburg gab es in München eine 76:81-Niederlage. Und am Rande verwies Klubchef Niemeyer Gerüchte um Coach Calles ins Reich der Fabeln.

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Guter erster Auftritt, aber kein Lohn: Rastas Neuling Jaroslaw Zyskowski (links). Foto: dpa/Gebert

Guter erster Auftritt, aber kein Lohn: Rastas Neuling Jaroslaw Zyskowski (links). Foto: dpa/Gebert

Rasta Vechta ist mit einer Niederlage in das Finalturnier der Basketball-Bundesliga gestartet. Das Team von Coach Pedro Calles unterlag am Sonntagabend den favorisierten MHP Riesen Ludwigsburg mit 76:81 (32:46) und machte es dabei nach einem 18-Punkte-Rückstand (44:62) noch einmal spannend. Topscorer bei Rasta waren Trevis Simpson und Neuzugang Jaroslaw Zyskowski mit jeweils 18 Punkten, gefolgt von Ishmail Wainright (10) und dem forschen Youngster Luc van Slooten (9). Überragender Akteur war allerdings Ludwigsburgs Thomas Wimbush mit 24 Punkten.

Das Auftaktspiel und seine Etappen: 

Das Personal: Rasta trat nach dem Aderlass der vergangenen Wochen (fünf Spieler nicht mehr dabei) nur zu zehnt an. Vechta hat den kleinsten Kader aller Teams in München. Die beiden Neuzugänge Jaroslaw Zyskowski und Matic Rebec feierten ihre Premiere - Letzterer mit einer Maske nach seinem dreifachen Nasenbeinbruch vor einer Woche. Die Ludwigsburger, die bis zum Lockdown eine überragende Saison gespielt hatten und als Tabellenzweiter erster Bayern-Jäger waren, müssen in München auf Topscorer Khadeen Carrington (17,2 Punkte pro Spiel), Kapitän Konstantin Konga und Tanner Leissner verzichen.  Coach John Patrick holte dafür Teyvon Myers aus Gießen, Zamal Nixon aus Heidelberg und seine Söhne Jacob (16) und Johannes (18) in den München-Kader. Und kurzfristig fiel bei den Riesen auch noch Jaleen Smith aus. Innerhalb einer Testungsreihe war beim aus den USA zurückgekehrten Guard (10,2 Punkte pro Spiel) ein positiver Antikörpertest auf SARS-CoV-2 verzeichnet worden. Inzwischen hat er zwei negative Tests hinter sich, Smith reist am Montag nach München nach.

Die Duelle in der Vor-Corona-Zeit: In Vechta siegte Rasta mit 77:72, es war das 100. Spiel von Kapitän Josh Young. In Ludwigsburg unterlag das Team von Pedro Calles dann mit 78:85. Insgesamt gab's acht BBL-Duelle zwischen Rasta und den MHP Riesen - nur zwei davon konnte Vechta gewinnen.

Da gehts lang: Rasta-Coach Pedro Calles in München. Foto: dpaGebertDa geht's lang: Rasta-Coach Pedro Calles in München. Foto: dpa/Gebert

Die Gerüchte aus Hamburg: Abseits des Turnierstarts musste sich Rastas Klubchef Stefan Niemeyer noch mit Gerüchten um Calles herumschlagen. Hintergrund: In Hamburg wird munter über die Nachfolge von Towers-Coach Mike Taylor spekuliert, dessen Vertrag nach zwei Jahren wohl nicht verlängert wird. Und einer der Kandidaten soll Calles sein. „Ich weiß nicht, wer sich so etwas ausdenkt. Da ist nichts dran“, sagte Niemeyer gegenüber OM online und sprach von „Blödsinn“. Calles hatte seinen Vertrag in Vechta im Herbst bis 2022 verlängert. Als weiterer Kandidat gilt Würzburgs Denis Wucherer. Und auch aus Franken gab's prompt Reaktionen. Geschäftsführer Steffen Liebler sagte: „Wir müssen die Hamburger Fans leider enttäuschen. Denis Wucherer hat seinen Vertrag bei uns erst Anfang März um zwei Jahre bis 2022 verlängert und wird ihn auch erfüllen.“ Der Coach selbst erklärte per Sprachnachricht: „Der Brückenschoppen nach Feierabend auf der Alten Mainbrücke ist mir dann doch lieber als der Hamburger Fischmarkt.“

Das Zeichen gegen Rassismus:  Vor dem Sprungball trafen sich die beiden Starting-Five-Formationen zum Gruppenfoto. Das Motto: "United Against Racism", gemeinsam gegen Rassismus. "Werte wie Weltoffenheit und Vielfalt gehören seit jeher zur DNA des Basketballs  und sind in der BBL alltäglich wie selbstverständlich", teilte die Liga mit. Und Liga-Geschäftsführer Stefan Holz, der im Vorfeld des Finalturniers mit unglücklichen Aussagen für reichlich Wirbel gesorgt hatte, ergänzte: "Jede einzelne Stimme gegen Rassismus ist wichtig."

Ein hartes Stück Arbeit: Rastas Philipp Herkenhoff (links) beim Neustart gegen Ludwigsburg. Foto: dpaGebertEin hartes Stück Arbeit: Rastas Philipp Herkenhoff (links) beim Neustart gegen Ludwigsburg. Foto: dpa/Gebert

Das 1. Viertel: Rasta hatte zunächst große Probleme mit dem gewohnt hohen Druck der aggressiven Riesen. 2:8, 8:17, 13:21 - Etappen eines Fehlstarts. Rasta fehlte ein Rhythmus in der Offensive - kein Wunder angesichts der langen Pause und des Umbruchs auf den beiden Guard-Positionen. Das Viertel war zerfahren (16 Fouls) und dauerte fast 25 Minuten, an deren Ende Matic Rebec seinen ersten Dreier für Rasta traf.

Das 2. Viertel: Ein 0:10-Lauf bescherte Rasta einen 21:34-Rückstand, offensiv ließ der Außenseiter einiges liegen. Und in der Defense sammelte Vechta weiter Fouls (17 zur Pause) statt Rebounds, Ludwigsburg erhielt viele zweite Chancen und nutzte sie - Rasta hatte Probleme mit der Physis des Gegners. Immerhin: Trevis Simpson traf drei Dreier in Serie und führte sein Team halbwegs heran (32:39). Es war aber nur ein Strohfeuer, zur Pause lag Rasta wieder mit 14 Punkten zurück.

Das 3. Viertel: Ludwigsburg hatte das Spiel komplett unter Kontrolle. Die Riesen nutzten ihre individuelle Klasse, um Rasta mehrfach in Eins-gegen-eins-Duellen zu schlagen. Rastas Offensive bestand im dritten Viertel vor allem aus Jaroslaw Zyskowski. Polens MVP, mit Zielona Gora Corona-Meister, machte 12 der 17 Rasta-Punkte und hielt sein Team halbwegs in Schlagdistanz. Richtige Spannung kam allerdings nicht auf.

Das 4. Viertel: 51:65, 55:71 - die Rückstände waren groß, aber Rasta zeigte erneut seine Comeback-Qualitäten. Mit dem Rücken zur Wand holte Vechta Punkt für Punkt auf. Dreier von Luc van Slooten (2) und Rebec brachten Rasta auf 70:75 heran. Staunen im Geister-Dome. Ludwigsburg wankte kurz, fiel aber nicht - eine Parallele zum Ligaspiel in Baden-Württemberg, als Rastas furiose Aufholjagd ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt war.

Debütant mit Maske: Rastas Neuzugang Matic Rebec. Foto: dpaGebertDebütant mit Maske: Rastas Neuzugang Matic Rebec. Foto: dpa/Gebert

Der Ausblick: Am Dienstag (9. Juni), wenn der 2. Spieltag der Gruppe B ansteht, hat Rasta spielfrei. Für die Calles-Crew geht es am Donnerstag (11. Juni)  um 16.30 Uhr gegen die Skyliners Frankfurt weiter. Am Montag, Dienstag und Mittwoch wird Rasta jeweils zwei Stunden im "FC Bayern Campus" trainieren. Den Rest der Zeit verbringt das Team im Leonardo Royal Hotel in der Nähe des Olympiaparks. Im Quarantäne-Quartier der BBL mit 260 Einzelzimmern ist für Abwechslung gesorgt. Im 730 qm großen Ballsaal des Hotels gibt's ein "Fun-Zentrum" mit einer Basketball-Wurfmaschine, einer Dartmaschine, einer Tischtennisplatte, einem Golf-Simulator, einem Tischkicker und einer Videokonsole. Die Spieler können das Hotel auch verlassen - aber maximal zu dritt und nur für Spaziergänge oder Joggen.


Rasta Vechta - Riesen Ludwigsburg 76:81 (32:46)

  • Viertel: 20:24, 12:22, 17:16, 27:19
  • Punkte Rasta Vechta:  Zyskowski, Simpson (je 18), Wainright (10), van Slooten (9), Rebec (6), Young, Herkenhoff (je 4), DiLeo (3), Kessens, Reischel (je 2)
  • Punkte Riesen Ludwigsburg: Wimbush (24), Knight (13), Jackson (11), Weiler-Babb (10), Nixon (8), Myers (6), Brase (5), Wohlfarth-Bottermann (3), Hukporti (1)

Alle Spiele des BBL-Finalturniers 2020 gibt's live bei MagentaSport.

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