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Rasta gehört zur Allianz der Willigen

Die Basketball-Bundesliga will die Saison fortsetzen und plant ein Turnier mit zehn Teams im Juni.

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Die Basketball-Bundesliga will die Saison fortsetzen. Foto: dpa

Die Basketball-Bundesliga will die Saison fortsetzen. Foto: dpa

Es gab verdammt viel zu besprechen, und das kann schon mal länger dauern: Über vier Stunden tagten die Verantwortlichen der Basketball-Bundesliga und der 17 Klubs am Montag, um für die Saison 2019/20 einen Ausweg aus der Corona-Krise zu finden. Am frühen Abend wurde dann das Ergebnis präsentiert: Die Saison, die seit Mitte März aufgrund der Pandemie unterbrochen ist, wird nicht abgebrochen, die Hauptrunde wird aber auch nicht mit allen Klubs fortgesetzt. Des Rätsels Lösung liegt irgendwo in der Mitte. Die BBL plant, die Serie 2019/20 im Juni mit einem rund dreiwöchigen Turnier, an dem zehn Teams teilnehmen, abzuschließen. Es ist ein Modell, denn klar ist: Auch die Korbjäger der deutschen Eliteklasse sind von den Entscheidungen der Politik abhängig – ein Schicksal, das sie mit den Fußballern teilen. Rückgerechnet sei es nötig, dass spätestens am 18. Mai die behördlichen Genehmigungen für den geplanten Trainings- und Spielbetrieb sowie das Sicherheitskonzept vorliegen, teilte die BBL mit.

Gehts doch noch weiter? Rastas Coach Pedro Calles. Foto: SchikoraGeht's doch noch weiter? Rastas Coach Pedro Calles. Foto: Schikora

Rasta Vechta, zum Zeitpunkt der Saisonunterbrechung Tabellensechster mit 24:18 Punkten, gehört der „Allianz der Willigen“ an. „Wir haben uns zu diesem Plan bekannt“, erklärte Rastas Klubchef Stefan Niemeyer nach der XXL-Telefonkonferenz, die zwischendurch für eine Stunde unterbrochen wurde, damit die Klubs intern das Pro und Contra diskutieren konnten. „Wir glauben, dass wir das finanziell über die Bühne bringen können. Unser Kader gibt uns die Möglichkeit, an diesem Turnier teilzunehmen“, so Niemeyer. Er sprach von einer „Verpflichtung gegenüber unseren Sponsoren und Fans sowie der Region“. Man wolle einen Beitrag dazu leisten, die Sportart zu präsentieren und die lukrativen Verträge mit den großen Liga-Partnern zu retten. Für Rastas Geschäftsführer ist die Teilnahme am Turnier auch eine „Investition in die Zukunft“ und ein „wichtiger Test mit Blick auf die neue Saison“, die möglicherweise auch ohne Zuschauer beginnen könnte.

Es soll zwei Gruppen à fünf Mannschaften geben

Neben Vechta wollen auch Bayern München, Ludwigsburg, Crailsheim, Alba Berlin, die EWE Baskets Oldenburg, Brose Bamberg, Göttingen, Ulm und Frankfurt an dem Turnier teilnehmen. Aus den Top 10 der bisherigen Tabelle verzichtete nur Würzburg (8.), dafür rückte Frankfurt (14.) nach. Es soll zwei Gruppen à fünf Teams geben. Die Vorrunde umfasst 20 Partien, gefolgt vom Viertelfinale, Halbfinale und Finale in einem „angepassten Playoff-Modus“, so die Liga. Für die sieben anderen Teams, die nicht am Turnier teilnehmen wollen, ist die Saison beendet, sie werden in der Abschlusstabelle auf den Plätzen 11 bis 17 geführt. Und: Es gibt keine Absteiger in die ProA.

"Jetzt haben wir viel Arbeit vor uns. Schauen wir mal, wie weit wir kommen."Stefan Holz, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga

Klar ist: Die Entscheidung für eine Fortsetzung wurde vor allem mit Blick auf die Telekom getroffen, die via Magentasport alle BBL-Spiele überträgt. „Man muss auch in schwierigen Zeiten sehen, wie man diesen Partner zufriedenstellen kann“, hatte BBL-Chef Stefan Holz vor der Tagung gesagt. Für die Klubs geht's um die letzte Fernsehrate in Höhe von 70 000 Euro (von 250 000 Euro für die Saison). Wo das Turnier stattfindet, ist noch offen. Eine Ausschreibung für den Ausrichter ist in Arbeit. Niemeyer hielt fest, dass man sich die Ausschreibung ansehen werde, eine Ausrichtung im Rasta-Dome sei aber „sehr unwahrscheinlich“. Die BBL teilte dazu mit, dass der Austragungsort am Montag feststehen soll. Ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept sei ebenfalls in Arbeit und werde den zuständigen Behörden kurzfristig zur Verfügung gestellt, hieß es. "Jetzt haben wir viel Arbeit vor uns. Schauen wir mal, wie weit wir kommen", sagte Holz am Abend.

Saisonfortsetzung im Juni? Auch Max DiLeo (rechts) ist gespannt. Er weilt noch in Amerika, sein Vertrag wurde aber nicht aufgelöst. Foto: SchikoraSaisonfortsetzung im Juni? Auch Max DiLeo (rechts) ist gespannt. Er weilt noch in Amerika, sein Vertrag wurde aber nicht aufgelöst. Foto: Schikora

Wie angespannt die Lage zuletzt war, zeigt derweil ein Verweis auf etwas, dass eigentlich selbstverständlich sein sollte. Nach Angaben der FAZ sah sich die Liga genötigt, die Klubs im Vorfeld der heiklen Konferenz per Mail an die übliche Verschwiegenheitsklausel zu erinnern. Die BBL-Führung wolle im Fall eines Verstoßes durchgreifen – mit einer Strafe von bis zu 50 000 Euro.

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