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Rasta gegen Gießen: Alles Wichtige zum brisanten Kellerduell

Nach dem Befreiungsschlag gegen Bamberg wollen Vechtas Basketballer am Samstag nachlegen. „Beide haben Druck“, sagt Rastas Coach Thomas Päch vor dem Duell Letzter gegen Vorletzter.

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Auszeit Rasta: Vechtas Spieler um Kapitän Josh Young (Mitte) versammeln sich gegen Bamberg zur Besprechung. Foto: Schikora

Auszeit Rasta: Vechtas Spieler um Kapitän Josh Young (Mitte) versammeln sich gegen Bamberg zur Besprechung. Foto: Schikora

Gießen – da war doch was? Oh ja, da war was! Am 29. Februar 2020 lieferten sich die Basketballer von Rasta Vechta und den Gießen 46ers einen packenden Schlagabtausch, an dessen Ende Rastas Jordan Davis per Dreier zum 73:72 zum umjubelten Matchwinner wurde. Die ausverkaufte Arena war ein Tollhaus. Was damals trotz der ersten Corona-Meldungen keiner ahnen konnte: Es war für Rasta das vorerst letzte Heimspiel mit Fans. Am Samstagabend, wenn sich Rasta und Gießen um 20.30 Uhr erneut im Dome gegenüberstehen, gibt's bereits zum zehnten Mal (inklusive Pokal) eine Geisterspiel-Atmosphäre.

Rein sportlich wartet das Spiel mit einer „gewissen Wichtigkeit und Bedeutung für beide Teams“ auf, wie Rastas Trainer Thomas Päch sagt: „Beide haben Druck.“ In der Tat: Rasta ist nach dem erlösenden 90:82 gegen Bamberg, dem ersten Erfolg nach zuvor elf Niederlagen, zwar nicht mehr sieglos, aber weiter das Schlusslicht der 1. Bundesliga. Und Gießen steht als Tabellenvorletzter mit 4:20 Punkten nur etwas besser da.

Päch hat die Tabelle und den Rückstand auf Bonn, Chemnitz und Würzburg (alle 6:16) natürlich im Kopf, sagt aber auch: „Die Saison ist noch lang. Wir sollten nicht zu sehr auf die Konkurrenz schauen. Wir müssen unseren Job machen.“ Und dieser Job lautet: nicht nachlassen, nächsten Sieg nachlegen. Päch zitierte einen Spruch von Stefan Schwarz aus dem Betreuerstab, der einen Vergleich zum Tennis zog: „Ein Break hilft nicht, wenn du gleich danach dein eigenes Aufschlagspiel wieder verlierst.“

Gießen-Spiel ist der Start einer „wichtigen Phase“

Der Coach wünscht sich nun die „Bissigkeit und Konstanz aus dem Bamberg-Spiel“, der erste Sieg sei auch „sehr hilfreich“ gewesen beim Vertreiben der Verunsicherung und der Zweifel. „Es geht jetzt hoffentlich richtig los“, so Päch vor der „wichtigen Phase“ mit Spielen gegen Gießen, Göttingen, Frankfurt und Chemnitz.

Für Rasta, das Mitte Oktober mit dem 99:85 im Pokal den fünften Pflichtspielsieg in Serie gegen Gießen gefeiert hat, stand unter der Woche die Integration von Power Forward Jesse Hunt (23) an. Der Australier ist nach fünftägiger häuslicher Isolation, zwei negativen Corona-Tests sowie absolvierten Medizinchecks Mitte der Woche ins Training eingestiegen. „Er hat die ersten Sachen gut umgesetzt. Er kommt aus einer guten Spiel- und Trainingssituation“, sagt Päch. Hunt hatte für seinen zypriotischen Ex-Klub Keravnos Stovolou fünf Partien in der Champions-League-Gruppenphase absolviert (32:24 Minuten, 10,4 Punkte und 7,4 Rebounds im Schnitt); dreimal übrigens an der Seite von Ex-Rasta-Guard Christopher Razis. Welche zwei Ausländer am Samstag pausieren, ließ Päch noch offen: „Die Entscheidung fällt am Samstagvormittag.“

Gegner Gießen hat turbulente Tage hinter sich. Anfang Januar wurde Chad Brown verpflichtet. Der 24 Jahre alte und 2,11 m große Center, Spitzname „The Beast“, kam vom griechischen Erstligisten Chariloas Trikoupis Mesologiou und feierte am Sonntag ein 13-Minuten-Debüt beim 82:92 in Berlin. Einen Tag später machte der Tabellenvorletzte die Rückholaktion von Ex-Kapitän John Bryant (33/zuletzt Paderborn) perfekt – noch so ein bulliger Center mit Kleiderschrankformat. Mit Brown, Bryant, Scottie James (26 Punkte in Berlin) und dem früheren Rastaner Brandon Bowman hat Gießen nun eine stattliche Big-Men-Garde am Start. Oder wie Päch es formuliert: „Gießen hat viel Holz unterm Korb.“

Zwei Neue bei Gießen - und der Interimstrainer bleibt

Am Dienstag wurde dann auch die Trainerfrage final geklärt. Interimscoach Rolf Scholz, eigentlich Trainer des ProB-Teams Gießen 46ers Rackelos und seit Mitte Dezember Nachfolger des entlassenen Ingo Freyer, bleibt bis Saisonende im Amt. Es war eine knifflige Sache, denn der 40-Jährige ist normalerweise Polizeibeamter von Beruf. Bislang reichte ein mehrwöchiger Urlaub, um das Traineramt in der BBL zu bekleiden und Schwierigkeiten mit seiner eigentlichen Arbeitsstelle zu vermeiden. Inzwischen gab's für Scholz, unter dessen Regie Gießen in Bayreuth und gegen Frankfurt gewann, grünes Licht vom Polizeipräsidium Mittelhessen für eine zeitliche Beurlaubung. Wichtig für Scholz: Er entscheidet, wann er wieder in den Polizeidienst zurückkehrt.

Scholz sucht nun noch nach einem erfahrenen Guard. Cameron Wells, der bereits zwischen 2014 und 2017 für Gießen spielte (36 Mal ProA, 67 Mal BBL) und noch bis Ende Januar in Frankreich bei Boulazac Basket Dordogne unter Vertrag steht, ist ein Kandidat. Ein erstes Gespräch gab's bereits. Aber: Gießen hat schon jetzt sieben Importspieler, zuletzt in Berlin pausierte Liam O’Reilly. Mit Blick auf das Personal beim Gegner sagt Päch: „Ich bin gespannt, was kommt. Es ist so ein bisschen die Vorbereitung aufs Ungewisse.“

Das gilt vor allem für Bryant. „Jeder kennt John, seine Stärken, seine Dominanz, wenn er fit ist. Ich kann's aber noch nicht einschätzen, wie fit er gerade ist“, so Päch. In Paderborn kam Bryant in sieben Spielen auf 21:38 Minuten, 16,4 Punkte und 8,9 Rebounds im Schnitt. Klar ist: Vollgas-Spiele mag „Big John“ nicht. An den 29. Februar 2020 denkt Bryant ungern zurück. Nach einem offenen Disput mit Freyer spielte er nur sechs Minuten.

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