Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Rasta findet wichtiges Puzzleteil in Las Vegas

US-Guard Andrew Jones (24) hat schwere Schicksalsschläge hinter sich – in Vechta startet er jetzt seine Profikarriere im Basketball.

Artikel teilen:
Flugshow in Texas: Rastas Neuzugang Andrew Jones während einer NCAA-Partie in der vergangenen Saison. Jones absolvierte 135 Spiele für die Texas Longhorns. Foto: University of Texas Athletics

Flugshow in Texas: Rastas Neuzugang Andrew Jones während einer NCAA-Partie in der vergangenen Saison. Jones absolvierte 135 Spiele für die Texas Longhorns. Foto: University of Texas Athletics

Das Schicksal stellte ihn vor verdammt harte Prüfungen. Erst ein schwerer Autounfall, danach eine Leukämie-Erkrankung – für Basketballer Andrew Jones waren es prägende Ereignisse. „Dass ich nach all den Umständen in meinem Leben jetzt die Chance habe, professionell zu spielen, dafür bin ich Gott jeden Tag dankbar“, sagt der 24-jährige Amerikaner: „Und dies geschafft zu haben, ist das beste Gefühl, das ich jemals hatte, seitdem ich Basketball spiele.“ Mit diesem Gefühl läuft Jones bald in Vechta auf. Denn: Der 1,93 m große Shooting Guard ist der sechste Neuzugang von Rasta Vechta, der Basketball-Zweitligist gab am Mittwochnachmittag die Verpflichtung von Jones bekannt.

Nach sechs Jahren an der University of Texas sucht Jones sein Profi-Glück in der 2. Bundesliga ProA – und das bei Rasta Vechta. Sehr zur Freude von Rastas Trainer Ty Harrelson, der Jones zuletzt bei einem Camp im Rahmen der NBA Summer League in Las Vegas final unter die Lupe nahm. „Andrew hat viel Reife gezeigt, um Widrigkeiten in seinem Leben zu überwinden. Er hat die Möglichkeit, ein großartiger Profispieler zu werden. Ich bin froh, dass er sich für uns entschieden hat.“ Ähnlich äußerte sich Rastas Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele, der zusammen mit Harrelson sowie den Co-Trainern Miguel Zapata und Marius Graf in Las Vegas war. „Wir hatten ihn schon vor Las Vegas auf der Liste und haben ihn vor Ort jetzt auch live gesehen. Wir waren sehr schnell ready, um zu sagen: ‚Diesen Spieler wollen wir haben.‘ Wir sind froh, dass er sich dafür entschieden hat, seine Profikarriere bei Rasta zu beginnen.“

Jones, der fünfte Amerikaner in Rastas Kader für die ProA-Saison 2022/23, sprüht vor Tatendrang. Der Texaner, geboren in Midland und aufgewachsen in Irving, erklärt: „Mein Spiel muss reifen, ganz klar. Ich bin ehrgeizig und möchte jedes Spiel gewinnen, auch Titel holen.“ Nach den Gesprächen mit Harrelson hatte er den Eindruck, „dass in Vechta eine große Möglichkeit auf mich wartet.“ Jones ist in erster Linie als Shooting Guard vorgesehen, kann aber auch als Point Guard sowie gegebenenfalls als Small Forward agieren. Diese Vielseitigkeit hob Kersten-Thiele explizit hervor: „Andrews Dynamik und Athletik sowie seine Variabilität haben ihn für uns sehr interessant gemacht. Er kann uns offensiv und defensiv eine Menge geben. Wir sehen ihn schon als einen der wichtigen Spieler in unserem Team.“

Von Texas nach Vechta: Andrew Jones. Foto: University of Texas AthleticsVon Texas nach Vechta: Andrew Jones. Foto: University of Texas Athletics

Andrew Jones absolvierte zwischen 2016 und 2022 insgesamt 135 College-Spiele für die Texas Longhorns. In der „Big 12“, einer der stärksten Ligen der NCAA, kam er im Schnitt auf 12,0 Punkte, 2,3 Assists und 3,2 Rebounds pro Partie. 2016 gehörte er als „All American“ zu den besten Highschool-Spielern der USA, Seite an Seite mit den heutigen NBA-Stars Jayson Tatum, Bam Adebayo und Lonzo Ball. Sein eigener NBA-Traum platzte Anfang 2018, als bei ihm Leukämie diagnostiziert wurde. Für den damals 21-Jährigen brach zunächst eine Welt zusammen.

Aber: Er kämpfte, besiegte den Blutkrebs und kehrte als Stammspieler der Longhorns eindrucksvoll auf das Parkett zurück. Übrigens: Bei einer Fundraising-Aktion im Internet kamen 130.000 Dollar für Jones' Behandlung am „MD Anderson Cancer Center“ der Universität von Texas zusammen. Bereits als Neunjähriger hatten Jones und seine Schwester Alexis, 2017 WNBA-Champion mit den Minnesota Lynx, einen schweren Autounfall in Sweetwater/Texas überlebt – der Vater der beiden ist seitdem von der Brust abwärts gelähmt. Als Kind lernte Andrew Jones Kochen und pflegte seinen Vater. „Bei allem, was ich durchgemacht habe, bin ich einfach glücklich, weiter spielen zu können“, sagt Rastas Neuzugang heute.

Mit nunmehr 13 Spielern im ProA-Kader – zehn Profis plus drei Youngster – sei Rasta Vechta gut aufgestellt, betont Kersten-Thiele. „Wir fühlen uns sehr gut damit“, sagt er. Ein elfter Profi sei nicht ausgeschlossen („Wir gucken uns weiter um“), man habe jedoch keinen Handlungsdruck mehr. Dass es mit Jordan Johnson nur einen klassischen Point Guard im Kader gibt, beunruhigt Kersten-Thiele überhaupt nicht. Er verweist stattdessen auf die „große Vielseitigkeit“ und meint damit Spieler wie Joel Aminu, Jones und Chavares Flanigan.


Rastas ProA-Kader 22/23

  • Zugänge:
    Enosch Wolf (Gladiators Trier)
    Jordan Johnson (Glasgow Rocks)
    Chavares Flanigan (Paderborn)
    Ryan Schwieger (Loyola Univ.)
    Julius Wolf (Science City Jena)
    Andrew Jones (Univ. of Texas)
  • Point Guard:
    Jordan Johnson (27/USA)
  • Shooting Guard:
    Andrew Jones (24/USA)
    Joel Aminu (25/GER)
    Noah Jänen (18/GER)
  • Small Forward:
    Joschka Ferner (26/GER)
    Chavares Flanigan (26/USA)
    Ryan Schwieger (23/USA)
    Kilian Brockhoff (18/GER)
  • Power Forward:
    Julius Wolf (28/GER)
    Tajuan Agee (24/USA)
  • Center:
    Robin Lodders (27/GER)
    Enosch Wolf (31/GER)
    Johann Grünloh (16/GER)

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Rasta findet wichtiges Puzzleteil in Las Vegas - OM online