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Rasta-Coach Päch: „Volle Kraft voraus - egal, wer da kommt“

Nach der Länderspielpause tritt Basketball-Bundesligist Rasta Vechta am Samstagabend bei den Telekom Baskets Bonn an. Der Erfolgsdruck ist groß.

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Schwere Aufgaben stehen an: Rastas Team steckt mitten im Abstiegskampf. Foto: Schikora

Schwere Aufgaben stehen an: Rastas Team steckt mitten im Abstiegskampf. Foto: Schikora

Die Tabelle ist krumm und schief, der Ist-Zustand lässt reichlich Spielraum für Spekulationen, seriöse Hochrechnungen sind nahezu unmöglich. Fest steht nur: Rasta Vechta steht in der 1. Basketball-Bundesliga mit dem Rücken zur Wand, es droht der dritte BBL-Abstieg nach 2014 und 2017, der Kampf um den Klassenerhalt wird zur Herkulesaufgabe. Nach einem freien Wochenende wegen der EM-Qualifikation geht's am Samstag (27. Februar, 20.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel bei den Telekom Baskets Bonn weiter. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten zum Abstiegskampf an der Pariser Straße.

Hat Rasta Vechta noch alles selbst in der Hand? Ja, natürlich. 15 Spiele bleiben Rasta noch für eine Wende zum Guten. Seit Mittwochabend, seit Gießens 82:101 in Würzburg, ist Vechta nicht mehr Tabellenletzter. Die rote Laterne brennt wieder bei den punktgleichen 46ers. „Es kann noch viel passieren“, sagt Rastas Coach Thomas Päch und ergänzt: „Jeder weiß, in welcher Situation wir sind. Wir brauchen jetzt Ergebnisse.“ Das Motto für die nächsten Wochen formuliert Päch so: „Volle Kraft voraus – egal, wer da kommt.“

Wie viele Siege sind nötig, um am Ende der Hauptrunde über dem Strich zu stehen? Stand jetzt, ist eine Prognose schwer bis unmöglich. Vielleicht reichen neun Siege zum Klassenerhalt, vielleicht steigt man mit elf Siegen noch ab – die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Um auf zehn Siege zu kommen, müsste die Päch-Crew (6:32 Punkte) sieben der 15 Spiele gewinnen – ein dickes Brett. Aktuell sind die BG Göttingen, Medi Bayreuth (je 12:26) und der Mitteldeutsche BC (10:24) noch halbwegs in Reichweite. Übrigens: Zwischen den Mannschaften auf den Plätzen 12 bis 18 gibt's noch 20 direkte Duelle.

Wie geht's Rastas Verletzten? Kapitän Josh Young (Schulter), Stefan Peno (Knie), Dennis Clifford (Gehirnerschütterung), Jean Salumu und Philipp Herkenhoff (beide Sehnenverletzung im Fuß) setzten in der vergangenen Woche komplett aus. Da auch Edgar Sosa noch nicht mitmischen durfte, halfen die Talente Martin Kalu und Justin Onyejiaka aus. „Die, die da waren, haben gut gearbeitet. Insgesamt war's aber natürlich durchwachsen“, so Päch. In dieser Woche war's besser. Clifford und Young stiegen dosiert ein, Peno konnte das Knie wieder voll belasten. „Die Woche war gut“, sagt Päch. Aber: Topscorer Salumu wird immer mehr zum zweiten Sorgenkind neben Herkenhoff. „Es wird gerade nicht besser, es stagniert“, so Päch über den Belgier.

Neu bei Rasta: Guard Edgar Sosa (33) kam aus Frankreich. Foto: RastaNeu bei Rasta: Guard Edgar Sosa (33) kam aus Frankreich. Foto: Rasta

Wie lief der Start für Neuzugang Edgar Sosa? Rastas dritte Nachverpflichtung, 33 Jahre alt und ein Hoffnungsträger für den Spielaufbau und das Scoring, stieg nach fünftägiger häuslicher Isolation und zwei negativen Corona-Tests am Montag ins Training ein. Der aus Frankreich gekommene Guard, der 2013/14 für Ulm in der BBL spielte, habe sich sofort gut zurechtgefunden, freut sich Päch: „Er ist sehr erfahren und weiß, was los ist, das merkt man sofort. Ein guter Typ, ein guter Spieler. Er hatte keine Anlaufschwierigkeiten.“ Sosa erhält bei seiner 17. Profi-Station die Trikotnummer zwölf, so wie damals in Ulm.

Worauf kommt's jetzt an? Die Genesung der Verletzten hat oberste Priorität, nur mit voller Kapelle ist Rasta BBL-tauglich, das haben die letzten fünf Niederlagen gezeigt. „Wir müssen jetzt Selbstvertrauen finden und Konstanz aufbauen“, erklärt Päch. Und: „Nicht panisch werden.“ Die Moral sei intakt, versichert der Coach: „Alle haben das Herz am richtigen Fleck.“

Was muss man über die Telekom Baskets Bonn wissen? 103:97 in Weißenfels, 78:71 in Hamburg, 83:66 gegen den MBC – mit drei Siegen in Serie entfernte sich Bonn vor der Länderspielpause von den Abstiegsplätzen und kann sogar wieder mit den Playoffs liebäugeln. Mit den Nachverpflichtungen Isaiah Philmore (bei den drei Siegen bereits dabei), Alex Hamilton und Jalen Hudson wurde die Qualität des Kaders deutlich erhöht. Hudson wurde dabei als Reaktion auf die Verletzung von Deividas Gailius (Sprunggelenk) geholt. „Das ist jetzt eine ganz andere Mannschaft“, sagt Päch über seinen Ex-Klub: „Vom Kader her hat Bonn da unten nichts zu suchen.“ Im Rahmen des Hamilton-Deals wurde Josh Hagins (9,5 Punkte und 3,5 Assists im Schnitt) freigestellt, er spielt inzwischen bei Iraklis Thessaloniki. Während der Länderspielpause absolvierte Bonn zwei Testspiele, dem 76:76 gegen Würzburg mit Hudson als Topscorer (21 Punkte) folgte am Mittwoch ein 99:91-Sieg gegen Frankfurt. Hamilton war gegen die Skyliners nur Zuschauer; er hatte am Vormittag eine kleine OP an einem entzündeten Insektenstich.

Wie lief das Hinspiel? Nach einer soliden ersten Halbzeit (43:40) brach Rasta förmlich ein, die Dreier-Quote nach der Pause war mies (0/11), am Ende stand mit einem 69:80 die sechste Niederlage im sechsten Spiel. Für die Bonner um Xavier Pollard (14 Punkte) und Chris Babb (13) war's der erste Saisonsieg. Bei Rasta fehlte Jean Salumu (Patellasehne). Als Reaktion auf den Dämpfer im Kellerduell wurde Ikenna Iroegbu geholt.

Was gibt's sonst Neues? Die Liga hat nun auch die letzten neun Spieltage der Hauptrunde im April und Mai exakt terminiert. Wegen der Pokal-Finalrunde „Top 4“ (17./18. April in München) wird der 29. Spieltag (16. bis 18. April) in die Woche nach Ostern vorverlegt. Rasta spielt nun am 7. April (Mittwoch, 19.00 Uhr) gegen Hamburg mit Ex-Coach Pedro Calles.

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