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Radikaler Einschnitt, gutes Gefühl

Stammkeeper Willi Heise, Abwehrchef Fabian Meyer, Allrounder Dennis Jex und Torjäger Tim Wernke sind weg: Der VfL Oythe geht ohne vier Eckpfeiler, aber mit neuem Potenzial ins 16. Landesliga-Jahr.

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VfL Oythe: Hinten von links Janek Jacobs, Markus Kohls, Lukas Büssing, Justus Stärk, Jan Ostendorf, Nico Emich und Stephan Stukenborg;&nbsp;Mitte von links:	Physiotherapeutin Insa Stegemann, Trainer Raphael Dornieden, Torwarttrainer Karl-Heinz Egbers, Markus Lübberding, Marcel Hesselmann, Sebastian von Merveldt, Lie Sillah, Yannick Persson, Jaka Kuhar, Scout Malte Wessel, Betreuer Werner Mucker und&nbsp; &nbsp; Fußballobmann Andreas Mitzlaff; vorne von links:	Felix Gätjen, Andreas Gergert, Mahmoud Saddik, Lukas Katarius, Arne Torliene, Felix Schneppe, Süleyman Odabasi und Dustin Beer. Foto: Schikora<br>

VfL Oythe: Hinten von links Janek Jacobs, Markus Kohls, Lukas Büssing, Justus Stärk, Jan Ostendorf, Nico Emich und Stephan Stukenborg; Mitte von links: Physiotherapeutin Insa Stegemann, Trainer Raphael Dornieden, Torwarttrainer Karl-Heinz Egbers, Markus Lübberding, Marcel Hesselmann, Sebastian von Merveldt, Lie Sillah, Yannick Persson, Jaka Kuhar, Scout Malte Wessel, Betreuer Werner Mucker und    Fußballobmann Andreas Mitzlaff; vorne von links: Felix Gätjen, Andreas Gergert, Mahmoud Saddik, Lukas Katarius, Arne Torliene, Felix Schneppe, Süleyman Odabasi und Dustin Beer. Foto: Schikora

Nein, es ist kein normaler Umbruch. Der Personalwechsel, den der VfL Oythe in der neuen Saison vollzieht, ist schon etwas gravierender. Raphael Dornieden, der Coach der Oyther, formuliert es so: „Es ist ein radikaler Einschnitt. Wir wissen auch, dass das eine große Herausforderung ist. Der Umbruch wird nicht einfach. Aber wir sind davon überzeugt, dass wir das packen.“ Die Oyther nehmen bereits ihre 16. Landesliga-Serie in Angriff – und das ohne vier Eckpfeiler und Leistungsträger aus der Vergangenheit.

Stammkeeper Willi Heise, Abwehrchef Fabian Meyer, Allrounder Dennis Jex und Torjäger Tim Wernke sind allesamt nicht mehr da. Das Quartett hat zusammen 805 Liga-Spiele für Oythe absolviert, die drei Feldspieler erzielten 224 Treffer. „Klar fehlen uns ihre Qualitäten, ihre Tore. Ich sage aber auch: Wir haben uns nicht verschlechtert, wir haben auch neue Qualität dazubekommen“, erklärt Dornieden voller Überzeugung. Natürlich habe es anfangs auch Bedenken im Umfeld bezüglich des großen Umbruchs gegeben. „Der eine oder andere hat schon gefragt: Geht das gut?“, verrät Dornieden. Die Bedenken seien inzwischen aber verflogen. Volle Kraft voraus.

Das im Frühjahr ausgerufene Ziel, den VfL-Kader zu verjüngen und für die Zukunft aufzustellen, wurde in der Corona-Zwangspause mit Leben gefüllt. Sechs der acht Neuzugänge sind 21 oder jünger. Und die beiden anderen Neuzugänge – Janek Jacobs aus Cloppenburg und Felix Schneppe aus Lohne – sind mit ihren 26 bzw. 25 Jahren im besten Fußballer-Alter. Kein Spieler ist 30, zumindest bis April 2021 nicht. Oythes Altersschnitt ist von 25,0 auf 23,8 Jahre gesunken.

Stephan Stukenborg ist neuer Kapitän

Sorgen, dass es seiner Truppe an Führungskräften mangeln könnte, hat Dornieden überhaupt nicht. Er sagt: „Es sind doch noch genug gestandene Leute da.“ Spieler mit Erfahrung, Spieler mit Identifikation mit dem Verein. Wie Stephan Stukenborg und Markus Kohls, die bereits in ihr elftes VfL-Jahr gehen. Wie Sebastian von Merveldt oder Süleyman Odabasi, die seit 2012 dabei sind. Wie Nico Emich oder Marcel Hesselmann, die 2013 bzw. 2014 dazustießen. Dornieden räumt allerdings ein: „Eine neue Hierarchie muss sich noch bilden.“

Neuer Kapitän und damit Nachfolger von Fabian Meyer ist Stephan Stukenborg. „Stuki geht immer voran“, sagt Dornieden über den 29 Jahre alten Vorzeigemalocher im defensiven Mittelfeld, der im Sommer 2010 aus der A-Jugend des VfL Osnabrück an die Hasenweide kam und inzwischen 266 Liga-Spiele für Oythe absolviert hat. Der Co-Kapitän kommt aus dem Mannschaftsrat, dem neben Stukenborg noch Hesselmann, von Merveldt, Odabasi, Emich und Lukas Büssing angehören.

Mit Blick auf die neue Saison sieht Dornieden den VfL Oythe dort, wo der Klub in der Vergangenheit häufiger war: im oberen Tabellendrittel. Die Top 5 sind das Ziel. „Wir wollen die Aufstiegsrunde erreichen“, so Dornieden. Dafür ist zunächst ein Top-4-Platz in der Süd-Staffel nötig. „Das wird schwer genug, nur das zählt im Moment“, betont der Trainer und bezeichnet die Liga als „Haifischbecken“ – egal, ob zweigeteilt wie jetzt oder eingleisig wie vor Corona: „Erst wenn die Aufstiegsrunde geschafft ist, kann man frei aufspielen. Wir wollen oben mitmischen und gucken, was geht.“ Aufstiegsambitionen gibt's nicht. Vielleicht später, vielleicht in ein, zwei Jahren. 2022 feiert der Klub sein Jubiläum (75 Jahre), im Idealfall ist zur Saison 2022/23 das neue Stadion am Oyther Berg fertig. „Wir bekommen eine Anlage, die überragend sein wird. Und dann wäre es doch schön, wenn man dann nicht einer von vier oder fünf VEC-Landesligisten wäre“, sagt Dornieden.

Zurück zur Gegenwart. Dornieden hat in Daniel Roth einen neuen Co-Trainer; der ehemalige VfL-I-Spieler ist Nachfolger von Julian Gieseke (jetzt Trainer bei Oythe II). Und mit Malte Wessel gibt's erstmals einen Scout im Betreuerstab, der sich in Sachen Gegner-Beobachtung engagiert. Der 27 Jahre alte Hollager, der in Damme lebt, ist ein Arbeitskollege von Stephan Stukenborg – so fand man zueinander. Zu den Rahmenbedingungen passt auch, dass der neue Platz 5 am Oyther Berg exklusiv dem Landesliga-Team zur Verfügung steht. „Das ist natürlich ideal“, sagt der Trainer. Jetzt muss es nur noch im Liga-Alltag funktionieren.

Zurück in Oythe: Janek Jacobs. Foto: SchikoraZurück in Oythe: Janek Jacobs. Foto: Schikora

22 Akteure hat Dornieden im Kader, 20 Feldspieler sowie mit Arne Torliene und Neuzugang Lukas Katarius zwei Torhüter, die einen „offenen Zweikampf“ (Dornieden) um die Heise-Nachfolge führen. Angesprochen auf den Kader, sagt der 34 Jahre alte Trainer: „Ich bin super zufrieden. Wir haben uns breiter aufgestellt. Es gibt keine Baustellen.“ Jede Position ist doppelt besetzt, der Konkurrenzkampf ist hoch, die Trainingsbeteiligung auch. „Nie weniger als 18, meistens 20, 21“, sagt Dornieden nach einem Blick in die Statistik. Durch den guten Draht zu Gieseke und zur 2. Herren soll auch während der Saison möglichst oft im Training elf gegen elf gespielt werden.

In Sachen Taktik bevorzugt Oythe nach wie vor das 4-2-3-1-System, die Übergänge ins 4-3-3 oder 4-1-4-1 sind allerdings fließend. Dornieden will es nicht unnötig kompliziert machen und steht zu seiner Vorliebe, mit einem echten Mittelstürmer spielen zu wollen. Für ihn gibt's nur eine echte 9 und keine falsche 9. Dort, wo zuletzt Tim Wernke spielte, sollen Lie Sillah und der aus Polen gekommene Slowene Jaka Kuhar – seine Freundin spielt Handball beim Drittligisten SFN Vechta – mit ihrer Wucht für Unruhe beim Gegner sorgen.

Mit Jacobs und Schneppe gibt's zudem zwei neue Antreiber im Mittelfeld, die sich auf dem Landesliga-Niveau längst etabliert haben und die Jex-Lücke schließen sollen. Für Jacobs ist es der zweite Anlauf in Oythe. „Eine Granate“, frohlockt Dornieden. Und für Meyers Posten im Abwehrzentrum gibt's auch diverse Optionen. Daher sagt der Trainer: „Wir sind gut gerüstet.“


Zur Übersicht der Fußballsaison 20/21


VfL Oythe - Kader 2020/21

  • Abgänge: Dennis Jex, Fabian Meyer (beide RW Visbek), Tim Wernke (GW Mühlen II), Willi Heise, André Werneke (beide Karriereende), Johannes Bröring (Ziel unbekannt), Niklas Ellmann (VfL Oythe II).
  • Zugänge: Lukas Katarius (Leher TS), Felix Schneppe (BW Lohne), Janek Jacobs (BV Cloppenburg), Lie Sillah (SFN Vechta), Andreas Gergert (BV Cloppenburg A-Jugend), Jaka Kuhar (LZS Starowice/Polen), Felix Gätjen (eig. A-Jugend), Jan Ostendorf (BV Cloppenburg; bereits im Winter).
  • Tor: Arne Torliene (23), Lukas Katarius (20).
  • Abwehr: Lukas Büssing (20), Marcel Hesselmann (26), Markus Lübberding (22), Jan Ostendorf (20), Yannick Persson (27), Süleyman Odabasi (26), Gerrit Strey (26).
  • Mittelfeld: Dustin Beer (27), Stephan Stukenborg (29), Sebastian von Merveldt (27), Justus Stärk (21), Mahmoud Saddik (26), Felix Schneppe (25), Andreas Gergert (19), Janek Jacobs (26), Markus Kohls (28).
  • Angriff: Nico Emich (26), Lie Sillah (21), Felix Gätjen (18), Jaka Kuhar (21).
  • Trainer: Raphael Dornieden (34), seit 2019; vorher Oythe II.
  • Saisonziel: Top 4 in der Süd-Staffel, Aufstiegsrunde erreichen.
  • Meistertipp: SC Melle, SV Bevern, SV Holthausen/Biene.
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