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Pro Activ Dinklage beklagt die fehlenden Hallenzeiten

Die Kampfsportabteilung könne nicht weiter wachsen, weil sie keine Termine bekomme, klagt Trainer Ralf Meißner. Die Stadt weist die Kritik zurück.

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Das Gesicht der Pro-Activ-Kampfsportler: Ralf Meißner ist Boxtrainer und Abteilungsleiter. Foto: Bergmann

Das Gesicht der Pro-Activ-Kampfsportler: Ralf Meißner ist Boxtrainer und Abteilungsleiter. Foto: Bergmann

Den Kampfsport in Dinklage weiter voranbringen – das ist das große Ziel von Ralf Meißner. Er ist Boxtrainer beim Sportverein Pro Activ und hat nach eigenen Angaben einen großen Zulauf. Sein Problem: Der junge Verein hat im Winter aktuell zu wenig Hallenzeiten und kann deshalb nicht weiter wachsen, bedauert Meißner.

Der 57-Jährige fühlt sich auch von der Stadt Dinklage ein wenig im Stich gelassen. „Das Thema bewegt mich total, aber es bewegt sich nichts“, hat sich bei Meißner eine Mischung aus Enttäuschung und Frustration eingeschlichen. Denn seit mehr als einem Jahr sei er schon in Gesprächen mit der Stadt. Aus seiner Sicht bislang ohne Erfolg. Dabei habe es schon zahlreiche Gespräche mit der Verwaltung gegeben. Mit dem zuständigen Hauptamtsleiter Alfons Echtermann und auch mit Bürgermeister Frank Bittner.

Konkret wünscht sich Meißner im Winter eine dritte Hallenzeit am Montag für die Frauengruppe. Mit der darf er in den Sommermonaten zwar montags von 18 bis 20 Uhr in der Jahnhalle trainieren, aber eben nicht in den Wintermonaten. Weitere Hallenzeiten für den Winter hat er - ebenfalls in der Jahnhalle – am Mittwoch von 18 bis 22 Uhr und am Freitag von 17 bis 22 Uhr. Grundsätzlich wünscht Ralf Meißner sich, an diesen beiden Tagen mit den Kampfsportlern (Boxen, Karate, Taekwondo) noch eher trainieren zu dürfen. Denn für Kinder sei der Trainingsbeginn einfach zu spät.

Ralf Meißner vermisst vernünftige Erklärungen

Früher zu trainieren sei indes nicht möglich, weil die Stadt ihm mitgeteilt habe, dass dort zuvor andere Gruppen Sport treiben. Meißner hält den Hallenbelegungsplan indes für nicht aktuell. Meißner sagt: „Wir wollen keine Gelder, wir benötigen nur Zeiten.“ Dass es nicht einfach sei, die Hallenzeiten zu koordinieren, wisse er, sagt Meißner. Und das sei ausdrücklich keine Kritik am Turnverein Dinklage (TVD)– wo er selbst jahrelang Boxabteilungsleiter war –, der die Hallenzeiten koordiniert. Dennoch sieht er in dieser Hinsicht nicht alle Möglichkeiten ausreichen ausgeschöpft. Er habe von der Stadt noch keine Begründung bekommen, warum er keine weitere Hallenzeit im Winter bekommen könne.

Unterstützung in dieser Angelegenheit hat Ralf Meißner von Udo Quaschigroch, für die er sich ausdrücklich bedankt. Der SPD-Politiker und Vorsitzender des Jugendausschusses sagt: „Es wird seit einem dreiviertel Jahr von der Stadt versprochen, sich um das Thema zu kümmern. Es passiert aber einfach nichts.“ Jeder Verein und jede Gruppe habe das Recht auf Hallenzeiten. Er versucht, deshalb auch noch andere Optionen als die Jahnhalle auszuloten.

Die Stadt Dinklage weist Kritik von Ralf Meißner zurück. „Wir haben uns doch schon bewegt“, sagt Echtermann. Pro Activ habe bereits eine zweite Hallenzeit bekommen. Ohnehin sei es schwierig, Hallenzeiten zu vergeben, wenn nicht klar sei, wie viele Mitglieder die Abteilung überhaupt habe. Über die zum Teil unklaren Vereinsstrukturen von Pro Activ hatten sich in der Vergangenheit auch schon Teile der Ratspolitik deutlicher vernehmbarer beschwert.

Echtermann jedenfalls sagt: Erst im Oktober habe die Sparte überhaupt eine Mitgliederversammlung veranstaltet, sich offiziell gegründet – und ihm danach erstmals Zahlen, Namen und Anschriften der Mitglieder überliefert. 56 waren es Ende Oktober laut Protokoll der Versammlung. Jetzt haben die Kampfsportler laut Meißner fast 80 Mitglieder. Alfons Echtermann sagt auch: Nicht nur Pro Activ, auch andere Sportler hätten Ansprüche auf Zeiten. Bürgermeister Frank Bittner sagt: „Wir sollten uns im neuen Jahr zusammensetzen und das Problem besprechen.“

Der TV Dinklage sieht keine Schwierigkeiten

Und was sagt der TVD zu den Problemen? Der Vorsitzende Dr. Jürgen Hörstmann sieht jedenfalls keine Schwierigkeiten. Ohnehin sei diese Thematik schon seit Längerem nicht mehr an ihn herangetreten worden. „Wir sind natürlich gesprächsbereit. Wenn der Bedarf nach Hallenzeiten da ist, werden wir sicherlich eine gute Lösung finden.“ Entweder abteilungsintern beim TVD oder auch mit den anderen Gruppen. Und Hörstmann verweist auf dieses zunächst zu lösende Problem: Die Corona-Pandemie, die zurzeit eh keinen Hallenmannschaftssport erlaubt.


Fakten:

  • Der Verein Pro Activ Dinklage hat sich im Jahr 2016 gegründet. Er konzentriert sich auf den Reha- und Kampfsport. Vorsitzender ist Dirk Middendorf. Der Verein hat zurzeit rund 180 Mitglieder.
  • Auf der Mitgliederversammlung der Boxer wurde Ralf Meißner zum Abteilungsleiter gewählt. Schriftführerin ist Kerstin Helmes, Schatzkanzler ist Lars Willemsen.
  • Ralf Meißner ist erreichbar unter 0176/81272371.
  • Weitere Infos im Netz unter: www.reha-dinklage.de oder Telefon 04443/5048350.

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