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Pleite statt Überraschungscoup für Artland Dragons

Quakenbrücks Basketballer verlieren zum Auftakt der Playoffs in der 2. Bundesliga ProA gegen mit Leverkusen 84:102

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Harte Arbeit: Quakenbrücks Center Robert Oehle (links, im Duell mit Luca Finn Kahl, hatte einen schweren Stand, war mit 19 Punkten aber dennoch Quakenbrücks bester Schütze. Foto: Langosch

Harte Arbeit: Quakenbrücks Center Robert Oehle (links, im Duell mit Luca Finn Kahl, hatte einen schweren Stand, war mit 19 Punkten aber dennoch Quakenbrücks bester Schütze. Foto: Langosch

Drei Sekunden vor Ablauf der Spielzeit nahm Valentin Blass den Ball und presste ihn mit einer energischen Bewegung auf den Boden, um damit den Schlusspunkt unter eine am Ende einseitige Basketballpartie zu setzen. Blass durfte sich diesen Luxus leisten, hatte er mit den Bayer Giants Leverkusen den 102:84-Sieg (49:52) bei den Artland Dragons schon längst eingetütet.

Für die desillusionierten Quakenbrücker blieb nach der zumindest in der Höhe unerwarteten Niederlage die bittere Erkenntnis, schon nach dem ersten Spieltag in den Playoffs der 2. Bundeslige ProA ins Hintertreffen geraten zu sein. In der Hauptrunde hatten die Drachen gegen die Westdeutschen zwar ebenfalls die beiden Vergleiche verloren, aber so chancenlos wie am vergangenen Samstagabend waren sie in den beiden Partien der regulären Punktspielserie nicht gewesen.

Dabei hatte sich das Debüt der Mannen von Chefcoach Tuna Isler in der Meisterrunde der zweithöchsten deutschen Spielklasse prächtig angelassen. Über 5:0 und 8:2 kamen sie nach gerade einmal vier Spielminuten zu einer 15:6-Führung. Die aufmerksame Defense zwang die Giants zu vielen Abschlüssen aus wenig Erfolg versprechenden Situationen, schnappte sich zahlreiche Rebounds, die zu so manchem Fastbreak mit einfachen Punkten mündeten. Zudem trafen die Hausherren in der Artland-Arena fast nach Belieben. Mit der Einwechslung des 2,16-Meter-Hünens Dennis Heinzmann brachten die Gäste mehr Körperlichkeit ins Spiel. Leverkusen kam auf fünf Zähler heran, aber die Dragons konterten zum 27:15. Bis zur ersten Viertelpause näherte sich Bayer indes wieder auf 20:29 an.

Triumphator: Chefcoach Hansi Gnad setzte sich mit den Bayer Giants Leverkusen deutlich bei den Artland Dragons durch. Foto: Langosch Triumphator: Chefcoach Hansi Gnad setzte sich mit den Bayer Giants Leverkusen deutlich bei den Artland Dragons durch. Foto: Langosch 

Die Robustheit, die die Rheinländer an den Tag legten, sollte den Quakenbrücker zusehens Probleme bereiten. So dauerte es nicht lange, bis das Team von Trainer Hansi Gnad im zweiten Viertel den Rückstand aufgeholt und beim 38:37 (16.) erstmals seinerseits in Führung gegangen war. In erster Linie sollte Gerel Simmons aber seine Farben im Spiel halten. Während auf gegnerischer Seite JJ Mann so richtig auf Touren kam, hielt der Quakenbrücker Shooting Guard dagegen. So war Simmons maßgeblich daran beteiligt, dass die Drachen aus einem 46:49-Rückstand noch eine 52:49-Pausenführung machten.

Nach einem guten Start der Hausherren ins dritte Viertel (56:49, 61:55) aber kippte die Begegnung. Die Bayer Giants gewannen mehr und mehr die Oberhand. Mit einem 12:0-Lauf, den auch eine Quakenbrücker Auszeit nicht stoppte, läutete Leverkusen die Wende ein. Vor dem Beginn des Schlussabschnitts lagen die Dragons mit mit 68:76 zurück. Auch, weil Center Robert Oehle, der unter dem Korb einen schweren Stand hatte, aber dennoch mit 19 Punkten bester Schütze seines Teams war, ganz am Ende des dritten Viertels noch zwei Freiwürfe vergab.

  • Playoffs, 2. Liga, ProA
  • Gruppe 1: Science City Jena – Rostock Seawolves 85:81, Artland Dragons – Giants Leverkusen 84:102
  • Gruppe 2: Panthers Schwenningen – Kirchheim Knights 86:68, Eisbären Bremerhaven – Academics Heidelberg 96:100

Die Quakenbrücker Hoffnungen, das Blatt in den letzten zehn Minuten nochmals zu wenden, erfüllten sich nicht. Es passierte genau das Gegenteil. Die Giants sorgten mit acht Punkten hintereinander für klare Verhältnisse, während die Gastgeber volle viereinhalb Minuten auf das erste Erfolgserlebnis im Schlussviertel warten mussten. Bis dahin waren sie aber schon auf 68:84 zurückgefallen.

Chefcoach Isler und "Co" Flomo verlängern in Quakenbrück bis 2023

Die deutlich zu hohe Fehlerquote auf Quakenbrücker Seite führte dazu, dass die Dragons nicht einmal im Ansatz zu einer Aufholjagd kamen. „In den Playoffs kommt es vor allem auf die Einstellung und Mentalität an. Leverkusen war heute einfach insgesamt taffer als wir. Nach gutem Start ins dritte Viertel hat unser Spiel einen Bruch erlitten. Wir haben dem Gegner einfache Punkte erlaubt und das Spiel dadurch verloren. Man gewinnt einfach kein Playoffspiel mit 21 Turnovern“, bilanzierte Tuna Isler, der noch vor den Playoffs wie auch Dragons-Assistenzcoach Patrick Flomo, seinen Vertrag in Quakenbrück bis 2023 verlängert hat.

Für die Dragons gibt es wenig Zeit, sich länger mit dieser Auftaktniederlage zu beschäftigen. Schon am morgigen Dienstag treten die Artländer bei den Rostock Seawolves an, die nach einem 81:85 in Jena schon gehörig unter Druck stehen.

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