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Pflichtsieg schürt Rastas Lust auf den siebten Streich

Das 84:67 bei den Itzehoe Eagles war bereits der sechste Sieg in Folge. Ein alter Bekannter erklärte danach seinen Rücktritt.

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Mitspieler gesucht: Rastas Josh Young (links) gegen Itzehoes Alieu Ceesay. Fotos: Lars Peter Ehrich

Mitspieler gesucht: Rastas Josh Young (links) gegen Itzehoes Alieu Ceesay. Fotos: Lars Peter Ehrich

Einen Schönheitspreis hatten sie sich wahrlich nicht verdient, es war lange Zeit eine zähe Angelegenheit bei einem dezimierten Absteiger. Aber als am Samstagabend die Schlusssirene in der Sport- und Freizeitanlage in Brokdorf ertönte, löste sich alles in Wohlgefallen auf. Die Basketballer von Rasta Vechta hatten ihre Siegesserie in der 2. Bundesliga ProA ausgebaut – nur das zählte. „Jeder Sieg muss erst einmal errungen werden, es wird einem nichts geschenkt“, erklärte Rastas Trainer Vladimir Lucic nach dem 84:67 (41:36)-Erfolg im letzten Auswärtsspiel der Saison 2021/22 beim Tabellenvorletzten Itzehoe Eagles.

Nach dem sechsten Sieg in Serie stimmte der Serbe ein kleines Loblied auf sein Team an: „Die Spieler hängen sich wirklich rein, füreinander und für den Klub.“ Die Trainingswoche sei schwierig gewesen, und die letzte kleine Chance auf die Playoffs hatte sich zuletzt ja auch in Luft aufgelöst. Trotzdem habe man den guten Lauf fortgesetzt, so Lucic: „Ich bin stolz auf die Spieler, dass sie es heute so hinbekommen haben.“ Dass die Siegesserie zu spät gekommen ist, bedauerte Lucic: „Würde die Saison auch nur ein paar Wochen länger gehen, hätten wir es wohl noch in die Playoffs geschafft.“ Würde und hätte – die Realität sieht anders aus. Rasta zog zwar am Samstag in der Tabelle an Kirchheim vorbei und verbesserte sich auf Platz elf, mehr ist aber nicht mehr drin. Auch mit einem Sieg am Montag im Nachholspiel gegen Science City Jena (19.30 Uhr) geht's nicht weiter bergauf. Rasta kommt an Hagen und/oder Karlsruhe nicht mehr vorbei. Bei einer Niederlage gegen Jena würde Rasta seine fünfte ProA-Saison auf dem zwölften Platz abschließen.

Lucic sagte mit Blick auf Montag und das sechste Spiel in 18 Tagen: „Wir freuen uns darauf, uns mit einem Heimspiel von unseren Fans in die Pause zu verabschieden. Natürlich wollen wir die Saison mit einem Sieg abschließen.“ Auch Joschka Ferner, am Samstag mit 18 Punkten erstmals in dieser Saison alleiniger Topscorer bei Rasta, hat große Lust auf den siebten Streich. „Das Spiel am Montag ist jetzt super-wichtig für uns“, erklärte der Flügelspieler. Man wolle das Spiel „unbedingt gewinnen“ und „mit einem halbwegs positiven Gefühl aus der Saison rausgehen“. Mit einem weiteren Erfolg wolle man zudem „bei unseren Fans Vorfreude wecken, damit sie nächste Saison wieder zahlreich in die Halle kommen“.

Schwerer Wurf: Sheldon Eber-hardt (li.) gegen Chris Hooper.Schwerer Wurf: Sheldon Eber-hardt (li.) gegen Chris Hooper.

Ähnlich sah es Joel Aminu, der 15 Punkte zum neunten Sieg in den letzten elf Partien beigesteuert hatte: „Nach dem unglücklichen Saisonverlauf ist es gut, die Saison mit einem fortwährenden Aufwärtstrend zu beenden. Es wäre super, gegen Jena den siebten Sieg in Folge einzufahren und die Saison mit einem positiven Impuls abzuschließen.“

Rasta hat also noch etwas vor – und ist sehr gespannt darauf, wie viel Energie Jena in den verspäteten Hauptrundenabschluss investiert. Denn: Jenas Team um Ex-Rasta-Center Clint Chapman, das am Samstag gegen Bochum ein Offensivfeuerwerk abbrannte und per 121:83 einen neuen Punkterekord seit dem Bestehen der Sparkassen-Arena (2014) verbuchte, bleibt Dritter – egal, wie das Spiel in Vechta ausgeht. Ihren Gegner für das Viertelfinale kennen die Thüringer noch nicht. Durch die coronabedingte Absage des Spiels Rostock - Karlsruhe hängt fast alles in der Schwebe. Karlsruhe hat noch zwei Nachholspiele zu absolvieren. Gewinnen die Lions am Montag in Schwenningen, sind sie in den Playoffs – und Nürnberg wäre raus. Gewinnt Karlsruhe danach auch bei den corona-geplagten Seawolves, wird's richtig kurios: Rostock würde Platz eins an Tübingen verlieren, und Trier hätte plötzlich als neuer Tabellenvierter Heimrecht im Viertelfinale. Der für Gründonnerstag geplante Playoff-Start wackelt gewaltig.

Turbulenzen, die für Rasta nicht mehr von Bedeutung sind. Zurück zum Spiel am Samstag: Die Eagles, die mangels ProA-tauglicher Halle ihre Heimspiele in Brokdorf absolvierten, hielten drei Viertel lang gut mit – dank Chris Hooper (32 Punkte). „Wir haben es lange Zeit nicht geschafft, Hooper zu kontrollieren“, gab Aminu zu. Im letzten Viertel hatte Rasta aber mehr im Tank. Die tiefere Rotation gab den Ausschlag, Ferner bekam Hooper in den Griff und traf vorne vier „ganz wichtige Dreier“, so Lucic. Ferner freute sich: „In den letzten Spielen war mein Dreier eher nicht konstant. Aber dass ich werfen kann, das weiß ich.“ 6/7 – so lautete seine starke Quote am Ende, vergessen war die magere Bilanz der drei vorangegangenen Spiele (2/10).

Pat Elzie, einst Architekt des Höhenflugs in Vechta, griff nach dem Spiel gegen den Ex-Klub in der abgedunkelten Halle im Lichtkegel eines Scheinwerfers zum Mikrofon und erklärte seinen Rücktritt als Eagles-Coach. Nach sieben Jahren im Amt sei es an der Zeit, die Aufgabe an Jüngere weiterzugeben, sagte der 61-Jährige, der nach seinem Abschied aus Vechta 2015 zu den Eagles gewechselt war.

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