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Oythes Volleyballerinnen und das 100-Prozent-Ziel

Am Samstag beginnt gegen Stralsund die neue Saison. Der VfL will in die neue 2. Bundesliga Pro. Trainer Zoran Nikolic betrachtet es mathematisch.

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Das Oyther Team für die Saison 2022/23. Foto: Schikora

Das Oyther Team für die Saison 2022/23. Foto: Schikora

In der vergangenen Saison war es so: Die Hinserie war gut, in der Rückserie gab es Probleme, viele Niederlagen und in der Endabrechnung nur Platz zehn. Hätte Trainer Zoran Nikolic einen Wunsch für die Serie 2022/23 frei, hieße der: „Lieber schlecht starten und am Ende Fünfter sein.“ In diesem Fall wären die Volleyballerinnen vom VfL Oythe für die neue 2. Bundesliga Pro qualifiziert. Das ist die Zielsetzung vor dem Beginn der neuen Spielzeit, in die Oythes Team an diesem Samstag um 18.00 Uhr mit einem Heimspiel in der Vechtaer Antonianumhalle gegen die Stralsunder Wildcats startet.

„Wir wollen zu 100 Prozent besser sein als in der vergangenen Saison“, bringt der 57-jährige Zoran Nikolic die Platzierungen zehn und fünf in eine mathematische Relation. Wobei die neue und deutschlandweite 2. Bundesliga Pro mit 12 bis 14 Teams – zwischen 1. Bundesliga und den weiter bestehenden 2. Ligen Nord und Süd – erst noch von der Volleyball Bundesliga (VBL) beschlossen werden muss; der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) als Dachorganisation hat schon die Zustimmung gegeben.

Das anspruchsvolle Ziel ist also formuliert. Oythes Volleyball-Obmann Matthias Schumacher äußert allerdings seine Bedenken bezüglich der Reform. Er hätte nach dem Corona-Schlamassel gerne noch ein Jahr mit der neuen Konstellation gewartet. Immerhin waren die letzten drei Spielzeiten alle von Corona beeinflusst, besonders die mittlere Saison 2020/21, in der Oythe die Möglichkeit des vorzeitigen Ausstiegs wählte. Matthias Schumacher sagt: „Ich hätte mir mehr Zeit für die Umsetzung gewünscht. Die Reform ist völlig überstürzt.“

Der Trainer spricht: Zoran Nikolic steht vor seiner zweiten Saison beim VfL. Foto: SchikoraDer Trainer spricht: Zoran Nikolic steht vor seiner zweiten Saison beim VfL. Foto: Schikora

Die Mannschaft hat eine sechswöchige Vorbereitung hinter sich. Der Kader umfasst 13 Aktive, wobei Nachwuchsakteurin Theresa Stolle (VfL Oythe II) als Perspektivspielerin langsam herangeführt wird. Die Ukrainerinnen Tetyana Khyliuk und Kseniia Ratii, die im Frühjahr schon in der Zweiten dabei waren, sowie die Kanadierin Sonja Radulovic und Rückkehrerin Dominika Zoltanska aus Polen müssen neu integriert werden. Sie machen die Truppe wieder internationaler. Dabei sind jedoch auch Sprachprobleme zu überwinden. Zoran Nikolic ergänzt: „Aber eine volleyballerische Barriere gibt es nicht.“

Dennoch: Die teilweise späten Transfers haben die Vorbereitungsphase beeinträchtigt und das Zusammenwachsen der Mannschaft verzögert. In diesen sechs Wochen gab es Testspiele, die von Fall zu Fall und auch in sich Licht und Schatten beinhalteten, viele Personalwechsel inklusive. Vor allem in den beiden Partien gegen den zweiten Saisongegner BW Dingden – mit der früheren Oyther Trainerin Danuta Brinkmann – wurde das sehr deutlich. Von daher kann Trainer Zoran Nikolic auch noch keine genaue Standortbestimmung für sein Team vornehmen, in dem Diagonalspielerin Franka Poniewaz weiter das Amt der Kapitänin innehat.

Im taktischen Bereich möchte der Trainer aus Serbien, dessen Familie in Wien lebt, gerne einige Dinge neu ausprobieren. Wie das klappt, wird man gegen Stralsund sehen – ein Team, gegen das Oythe in der vergangenen Saison einen Sieg und eine Niederlage verbuchte. Natürlich hätte sich Zoran Nikolic mehr Vorlauf bis zum ersten Punktspiel gewünscht. „Wir hatten zu wenig Zeit mit den späten Neuzugängen. Aber das interessiert am Samstag nicht mehr. Da werden wir uns um 18.00 Uhr unseren Fans und Sponsoren präsentieren.“

Vier Positionen im Team sieht Nikolic für Samstag vergeben, bei zwei bzw. drei (inklusive Libero) ist er noch nicht ganz sicher. Zu beachten ist dabei auch, dass für das Duo aus der Ukraine zur Wochenmitte aufgrund der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten mit dem dortigen Verband noch keine Spielfreigabe für die 2. Bundesliga vorlag. Der Oyther Trainer weiß außerdem, dass sich viele Gegner in der 13er-Staffel mit Blick auf die 2. Bundesliga Pro ordentlich verstärkt haben. Auch Stralsund stuft er vom Personal her besser als im Vorjahr ein.

Borken für Nikolic der Top-Titelfavorit

Wobei Nikolic zudem nicht verhehlt, dass er das Startprogramm mit Stralsund, Dingden, Meister Borken („Mein Topfavorit“) sowie Vize Leverkusen als „sehr schwer“ einschätzt. Wichtig für ihn: Alle Akteurinnen sind zurzeit fit und gesund. „Die Spielerinnen sollen am Samstag positiv und mit einem Lachen in die Halle kommen“, wünscht sich Nikolic, der seit dem vergangenen Sommer per Zweijahresvertrag mit zweijähriger Option als VfL-Übungsleiter wirkt und auch die Zweite trainiert. Der Coach sieht trotz namhafter Abgänge das personelle Grundgerüst aus der vergangenen Saison als gute Basis; dazu kommen gestandene Neuzugängen. Alle zusammen wollen sie das 100-Prozent-Ziel erreichen.


Oyther Kader 2022/23

  • Abgänge: Sandra Hövels (Volleys Borken), Emma Moorkamp, Mila Engelmann, Jule Lehmann (alle Studium), Frederique Nicole (Kanada).
  • Zugänge: Dominika Zoltanska (Goslina/Polen), Sonja Radulovic (Frydek-Mistek/Tschechien), Lisa Lammers (TV Cloppenburg), Tetyana Khyliuk, Kseniia Ratii (beide Oythe II), Theresa Stolle (VfL-Perspektivspielerin).
  • Kader
    Zuspiel:

    Paulina Brys (38/POL)
    Tetyana Khyliuk (34/UKR)
    Außenangriff:
    Sina Albers (29/GER)
    Marian Mischo (23/GER)
    Carina Mählmeyer (27/GER)
    Sonja Radulovic (24/CAN)
    Mittelblock:
    Lisa Lammers (27/GER)
    Luisa Fabek (26/GER)
    Kseniia Ratii (18/UKR)
    Dominika Zoltanska (35/POL)
    Theresa Stolle (18/GER)
    Diagonal:
    Franka Poniewaz (25/GER)
    Jule Nuxoll (21/GER)
    Trainer:
    Zoran Nikolic (57/SRB)

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