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Oyther Umbruch erreicht neue Dimension

Die Volleyball-Zweitligadamen gehen ausschließlich mit deutschen Spielerinnen in die Saison. Sina Albers ist neue Kapitänin.

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Das Team für die neue Saison: Der VfL Oythe 2020/21. Foto: Schikora

Das Team für die neue Saison: Der VfL Oythe 2020/21. Foto: Schikora

Die 13. Saison hintereinander in der 2. Volleyball-Bundesliga wird für die Damen des VfL Oythe – und auch für alle anderen 13 Teams – eine besondere. Schon die zwölfte Serie ist durch den coronabedingten Abbruch im März eine sehr spezielle Spielzeit gewesen. Jetzt hat sich die Liga in der Gegenwart der Pandemie neu aufgestellt. Überall geht es um Hygiene- und Abstandsregeln, auch schon in der Vorbereitung.

Auch in Oythe, wo Ali Hobst in seine vierte Saison als Trainer geht, musste man sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen. Start ist am Samstag um 19.00 Uhr in der Antonianumhalle gegen Fortuna Bonn. 150 Zuschauer werden zugelassen.
Unabhängig von allen Widerständen wurde der Oyther Kader erneut reformiert; erstmals seit vielen Jahren sind keine Ausländerinnen im Kader – Ali Hobst baut vollständig auf Kräfte aus Stadt, Kreis und Region. „Das ist eine Entwicklung, die so gewollt ist – und von langer Hand geplant war “, sagt Hobst und ergänzt: „Mit einigen Umwegen.“ Ein Hinweis auf zwischenzeitlich notwendig gewordene Verpflichtungen internationaler Spielerinnen, unter anderem aus USA und Kanada.

Ali Hobst hat nach eigener Sichtung und Verpflichtung hiesige Talente in die Spur gebracht. Klar habe man „an Erfahrung und Mentalität verloren“, räumt der 47-jährige gebürtige Geesthachter ein. Aber im Sinne der Entwicklung der Mannschaft sei man nun einen weiteren, großen Schritt hin zur Regionalisierung der Truppe gegangen. „Und das hat nichts mit Corona zu tun“, versichert Ali Hobst. Schon bei seinem Amtsantritt zur Saison 2017/18 sei das das Ziel im Verein gewesen.

Im Fokus: Sina Albers ist neue Oyther Mannschaftskapitänin. Sie steht vor ihrer dritten VfL-Saison. Foto: SchikoraIm Fokus: Sina Albers ist neue Oyther Mannschaftskapitänin. Sie steht vor ihrer dritten VfL-Saison. Foto: Schikora

Der Coach wünscht sich, dass sein Team ein Niveau erreicht, das dauerhaft dazu reicht, sich mit Platz drei oder vier zu messen: „Dazu gehört, dass man sich weiterentwickelt. Das ist eine Wette auf die Zukunft. Ich traue es dieser Mannschaft zu.“ Die Frage sei, wie lange es brauche. Das aktuelle Saisonziel beschreibt er mit einem „einstelligen Tabellenplatz“, den er bewusst nicht beziffert, weil: „Ich will keine Grenze nach oben setzen durch eine blöde Platzierung.“

Einstellig wollte man auch in der abgebrochenen Vorsaison werden, was man als Achter auch in die Tat umgesetzt hat – mit einiger Luft nach oben, die dann Corona abgeschnürt hat. Um eine ähnliche Platzierung auch 20/21 zu erreichen, sei neben der neu zu gewinnenden Mentalität und Erfahrung vor allem „Leistungsbereitschaft und Spielverständnis nötig, um Gegner zu ärgern“, so Ali Hobst.

Vor allem der Weggang der langjährigen Stützen Paulina Brys und Dominika Zoltanska hinterlässt Lücken. „Es werden auch Niederlagen kommen“, weiß Hobst, der sein Team gefühlt als Aufsteiger sieht, der anders als die realen drei Neulinge aber keinen Aufstiegserfolg zu verzeichnen gehabt habe.

Ali Hobsts Ansage: "Die Älteren sind Vorbilder"

Im 13er-Kader stehen sieben Zweitliga-Lizenzspielerinnen und sechs Perspektivspielerinnen, die auch im Oyther Regionalliga-Team mitwirken. Diese Mannschaft coacht Ali Hobst wie die Dritte und Fünfte auch weiterhin. Gestandene Zweitliga-Damen sind in der Minderheit. Christine Aulenbrock gehört ganz vorn dazu, sie wird aber nach ihrer gerade beendeten Beachsaison im ersten Spiel pausieren, Auch Franka Poniewaz ist zu nennen, ebenso Sina Albers. Die 27-jährige Außenangreiferin wurde von Hobst zur Kapitänin und Brys-Nachfolgerin bestimmt. Der Trainer über Albers: „Sie ist elementar wichtig für die Mannschaft, auf und neben dem Platz.“ Hobst generalisiert: „Die Älteren sind Vorbilder.“ Für alle gilt: Der Coach gibt seinen Damen einen Vertrauensvorschuss.
Die guten Entwicklungen etwa von Marian Mischo, die zur vergangenen Saison aus der Landesliga kam, machen zudem viel Hoffnung. Einziger echter Zugang ist Sandra Hövels vom Regionalligisten SC Spelle-Venhaus; sie hat zuvor Zweitliga-Erfahrung in Münster gesammelt.

Nach rund einjährigen Auslandsaufenthalten haben sich Emma Moorkamp (Kanada) und Johanna Stolle (Peru) wieder zurückgemeldet, wobei die Letztgenannte eventuell ab Oktober studienbedingt in Heidelberg engagiert sein könnte. Neu im VfL-Team ist Scout Ronny Linke aus Berlin, er ersetzt Matthias Krause. Im Laufe der letzten Saison wurde die Zusammenarbeit mit Athletikcoach Konstantin Warneke noch verstärkt.

In der Saisonvorbereitung habe es „definitiv geruckelt“, räumt Hobst ein. Dennoch zeigte er sich er angesichts der Corona- Einschränkungen insgesamt einverstanden. Er hätte allerdings gerne mehr Spiele gehabt.

„Wir sind grundsätzlich bereit. Ich sehe uns auch gut aufgestellt“, ist der Trainer überzeugt. Gegen Neuling Bonn möchte man schon aus der Rolle des etablierten Zweitligisten attackieren – und gewinnen. Ali Hobst ist aber auch klar: „Wir brauchen Spielerinnen, die Bock haben und wollen.“ Und das gilt für die ganze Saison.

  • Oyther Kader
    Sina Albers (27 Jahre) Außen
    Christine Aulenbrock (28) Außen
    
Johanna Fragge (27) Außen
    
Sandra Hövels  (22) Mitte
    Anne Jansen (22) Zuspiel
    Carina Mählmeyer (25) Außen
    Franka Poniewaz (23) Außen/Diagonal
    Aufrückende VfL-II-Spielerinnen:
    
Mila Engelmann (17) Zuspiel
    Jule Lehmann (26) Libera
    Marian Mischo (21) Universal
    Emma Moorkamp (17) Libera
    
Jule Nuxoll (19) Universal
    
Johanna Stolle (19) Mitte
    
Trainer: Ali Hobst (47, 4. Saison)




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