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Oyther Corona-Modell als Empfehlung

Der Fußball-Landesligist hatte sein Spiel gegen Union Lohne wegen eines Coronafalls abgesagt. NFV-Funktionär Siegfried Lammers findet das Prinzip "safety first" richtig.

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Ohne Einsatz am Wochenende: Fußball-Landesligist VfL Oythe. Foto: Schikora

Ohne Einsatz am Wochenende: Fußball-Landesligist VfL Oythe. Foto: Schikora

Die Corona-Fallzahlen steigen kontinuierlich. Für den Kreis Vechta wurde am Freitag vom RKI zum zweiten Mal in Folge ein Inzidenzwert über 50 gemeldet (61,9). Und am Donnerstagnachmittag gab es im Oldenburger Münsterland die erste coronabedingte Absage eines Fußballspiels in dieser Saison: Nachdem ein Fall beim Landesligisten VfL Oythe bekannt geworden war, einigte sich der Klub mit Union Lohne darauf, das geplante Spiel am Freitagabend nicht auszutragen. Die steigenden Fallzahlen führen zur Prognose: Es wird nicht der einzige Fall bleiben. Aber wie sollen die Mannschaften damit umgehen? Und gibt es eine klare Handlungsvorschrift von Verbandsseite?

Siegfried Lammers verneint Letzteres. Er fungiert im Niedersächsischen Fußballverband (NFV) als Mitglied des Bezirksspielausschusses Weser-Ems, als Staffelleiter der Bezirksligen 4 und 5 sowie als Kreisliga-Staffelleiter. Klare Regeln für den Umgang mit einem Coronafall gibt es zwar nicht, aber Siegfried Lammers bezeichnet das Vorgehen des VfL Oythe als richtig. Er sagt: „Für mich gibt es nur eine Maßnahme und das ist safety first.“ Sicherheit zuerst also. Dieses Prinzip wurde auch in Oythe beherzigt. Fußballobmann Andreas Mitzlaff hatte die Spielabsage als „Vorsichtsmaßnahme“ betitelt, auf die man sich mit Vorstand, Trainerteam, Mannschaft und Gegner verständigt habe.

Ein Spieler des VfL hatte am Dienstag über Fieber geklagt und war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein weiterer Spieler befindet sich in 14-tägiger Quarantäne, weil er als Kontaktperson eingestuft wurde und nicht komplett geimpft oder genesen ist. Die Oyther Mannschaft genießt bis auf drei Spieler nahezu vollständigen Impfschutz. Wer Geimpften- oder Genesenenstatus hat, muss sich nach dem Kontakt zu einem Infizierten nicht in Isolation begeben. Theoretisch hätte Union also darauf bestehen können, dass das Spiel stattfindet, weil Oythe genug einsatzfähige Spieler hat. Das bestätigt auch Siegfried Lammers. Er wirbt aber um Verständnis: „Wir sind im Amateursport unterwegs, ganz ehrlich. Da geht es nicht um 100.000 Euro Zuschauergelder.“ Und kein Mensch wolle die Verantwortung dafür übernehmen, dass sich jemand infiziert.

Lobt das Verhalten der Vereine: Siegfried Lammers. Foto: NFVLobt das Verhalten der Vereine: Siegfried Lammers. Foto: NFV

Lammers lobt das bisherige Verhalten der Vereine im Bezirk Weser-Ems, in dem ihm auch ein Fall aus Osnabrück bekannt ist, wo ein Urlaubsrückkehrer positiv getestet wurde. „Mein Eindruck ist: Die Vereine gehen da mit einem gesunden Menschenverstand vor.“ Es sei der gängige Weg, dass sich ein Verein bei einem Coronafall schnell mit seinem Gegner in Verbindung setzt und über eine Spielverlegung diskutiert. „Es ist auch völlig richtig, dass man sagt: Wir warten eben noch zwei, drei Tage ab, ob es weitere Infektionen gibt“, sagt Lammers.

Der NFV-Funktionär betont, dass der Verband dahin gehend kaum eine Handlungsmacht besitzt. Es gelte das, was das Gesundheitsamt sagt. Lammers erklärt: „Wir können ja nicht sagen: ‚Wer ist bei euch geimpft und wer nicht? Und wie hoch ist eure Impfquote?‘“ Er geht jedoch davon aus, dass diese Quote von den höheren Ligen bis runter in die Kreisklassen schon relativ hoch ist.

Illusionen gibt sich der Bezirksliga-Spielleiter angesichts der steigenden Zahlen und der nahenden kälteren Jahreszeit aber nicht hin: „Solche Fälle werden wir sicherlich jetzt häufiger bekommen.“ Er plädiert dafür, dann auf Nummer sicher zu gehen. So, wie Oythe es getan hat.

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